Fr., 13.03.2015

Mit 70 will Hemker zum Ironman Reinhold träumt von Hawaii

Im Training: Dr. Reinhold Hemker, Ex-SPD-Bundestagsabgeordneter und Ausdauersportler.

Im Training: Dr. Reinhold Hemker, Ex-SPD-Bundestagsabgeordneter und Ausdauersportler. Foto: Sven Rapreger

Tecklenburger Land - 

Einer der erfolgreichsten SPD-Regional-, Landtags- und Bundespolitiker – haut rein. Er ist 70. Reinhold Hemker will nach Hawaii. Triathlon, Ironman, der härteste sportliche Wettkampf der Welt.

Von Peter Henrichmann, Werner Zeretzke

Der muss verrückt sein. Durchgeknallt. Komplett irre. Na ja - es wird ihn nicht sonderlich jucken, wenn jemand so was über ihn sagt. Lachen wird er. Sein typisches, etwas lautes Reinhold-Lachen. Und er wird reden. Viel reden. Wenn er fertig ist, glaubt man es: Reinhold Hemker – in vergangenen Jahrzehnten unbestritten einer der erfolgreichsten SPD-Regional-, Landtags- und Bundespolitiker – haut rein. Er ist 70. Er will nach Hawaii . Triathlon , Ironman , der härteste sportliche Wettkampf der Welt.

„Unter dem Motto ,Vom Teuto über den FMO zur Ironman-WM‘ bin ich zurzeit viel unterwegs“ - das hat der rege Ex-Politiker, der im Wahlkreis rund um Ibbenbüren vier Mal ein Bundestagsmandat gewonnen hat, unsere Redaktion per Mail und auch am Telefon wissen lassen. Immer wieder. Denn Hemker gibt nicht nur aus persönlichem Ehrgeiz sportlich Gas. Er möchte nach eigenen Worten „Vorbild sein für die oft sehr faulen, alten Säcke meiner Altersklasse.“

Und so ist Hemker in der kalt-nassen Winterzeit im Training. Schwimmen, Laufen, Radfahren - beim Spaziergang irgendwo im Teuto kann es passieren, das man ihn durch die Landschaft radeln sieht. Training: Der Speck muss weg.

Zusammen mit zwei Marathonis aus der Region will Hemker in diesen Tagen ab FMO-Greven zum Qualifikations-Wettkampf nach Port Elisabeth (Südafrika) fliegen. Und im Oktober nach Hawaii. „Ich will in Hawaii aufs Treppchen“, sagt er. Was bedeutet: Nach 3,8 Kilometern Schwimmen im Pazifik, 180 Kilometern per Rad und 42,195 Kilometern zu Fuß will er in seiner Altersklasse unter die besten Sechs.

„Seit Ostern vergangenen Jahres trainiere ich regelmäßig“, sagt der 70-Jährige. Was bedeutet: Er ist jeder Woche viele Stunden sportlich unterwegs. Er schwimmt im Hallenbad in Mesum, demnächst auch wieder in der Ems, radelt über die schönsten Strecken im Kreis und absolviert natürlich lange Läufe zwischen 20 und 30 Kilometer. Ein bisschen stolz ist er, wenn er sagt: „Ich habe fast Idealgewicht erreicht.“ 77 Kilo sind es, auf knapp unter 75 will er runter.

Die Weltmeisterschaft auf Hawaii ist sein großes Ziel, am 10. Oktober ist es so weit. Der Start in Kailua Kona auf Big Island wird einem nicht geschenkt, Hemker muss sich das erkämpfen. Von einer Freikarte kann er nur träumen: 1800 Startplätze, jeder einzelne heiß begehrt.

„Ich will mich in Port Elizabeth in Südafrika qualifizieren“, sagt Hemker, „am 29. März ist es so weit.“ In der Altersklasse M 70 dürfen nur die 20 Sieger der verschiedenen Qualifikationswettkämpfe auf allen fünf Kontinenten nach Hawaii. Da heißt es „hop oder top“, die Form muss stimmen. Sonst platzt der große Traum. „Knapp unter 14 Stunden ist mein Ziel“, sagt er. Gelingt das, sollte er es gepackt haben. Übrigens: Abergläubisch darf Hemker nicht sein. Der Quali-Ironman in Port Elizabeth ist sein 13.

Verrückt, irre, durchgeknallt ... Nein! Das Triathlon-Training ist für den Sportler keine Verrücktheit. Für ihn hat das vor allem mit gesundheitsorientierter Lebensweise zu tun: „Ich will mit meiner beispielgebenden Lebensweise mithelfen, mehr Menschen in Bewegung zu bringen“, sagt er, „damit sie eine echte Chance bekommen, 100 Jahre alt werden zu können.“

Ehrgeiz, Reinhold Hemker hatte schon immer Ziele - hochgesteckte. Viele hat er erreicht. Also: Drücken wir doch mal die Daumen ...

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