Do., 20.08.2015

Großbrand bei der Spedition Sostmeier Flammendes Inferno: Mehrere Millionen Euro Schaden

Lichterloh stand die fast 5000 Quadratmeter große Lagerhalle der Spedition Sostmeier in Lotte in Flammen. Für die Löscharbeiten wurde Verstärkung aus Osnabrück und den umliegenden Gemeinden gerufen.

Lichterloh stand die fast 5000 Quadratmeter große Lagerhalle der Spedition Sostmeier in Lotte in Flammen. Für die Löscharbeiten wurde Verstärkung aus Osnabrück und den umliegenden Gemeinden gerufen. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte/Westerkappeln - 

Ein Feuer hat am Mittwochabend eine Halle des Logistikunternehmens Sostmeier in Lotte komplett zerstört. Hunderte Einsatzkräfte waren vor Ort. Menschen wurden nicht verletzt. Der Sachschaden beträgt mehrere Millionen Euro.

Von Stephanie Kriege, Ursula Holtgrewe und Frank Klausmeyer

Ein Feuer hat am Mittwochabend eine Halle des Logistikunternehmens Sostmeier in Lotte komplett zerstört. Die Rauchwolke war mehrere Kilometer weit entfernt zu sehen. Zahlreiche Feuerwehrkräfte waren im Einsatz, darunter auch die Westerkappelner Feuerwehr . Menschen kamen nach jetzigem Stand nicht zu schaden. In den frühen Morgenstunden des Donnerstags konnte das Feuer gelöscht werden.

Gegen 19.43 Uhr wurde die Lotter Feuerwehr in Marsch gesetzt, weil die Brandmeldeanlagen bei Sostmeier ausgelöst worden waren. Vor Ort stellte sich schnell heraus, dass Verstärkung benötigt wird. Die etwa 60 mal 80 Meter große Halle stand bereits in Flammen. Auch Explosionen waren zu hören. Eine bedrohlich wirkende Rauchwolke stieg auf. „Wir haben gesagt, wenn das in Richtung Lingen gewesen wäre, wären wir nicht ausgerückt, weil man hätte denken können, im Atomkraftwerk wäre das passiert“, meinte der Westerkappelner Gemeindebrandinspektor Ingo Bünemann zur riesigen Rauchsäule, die noch weit bis nach Osnabrück und Westerkappeln hinein zu sehen war.

Neben Feuerwehren aus Nordrhein-Westfalen rückten auch Brandbekämpfer aus Osnabrück an. Insgesamt waren etwa 300 Einsatzkräfte von Feuerwehren (rund 200), THW Rheine (rund 40), DRK (rund 30) und Polizei vor Ort. Mit massivem Wassereinsatz gelang es ihnen, ein Übergreifen des Feuers auf ein angrenzendes Verwaltungsgebäude zu verhindern.

„Wir waren mit allen Kräften im Einsatz“, berichtete Bünemann. Um 20.03 wurde der Löschzug Velpe nachalarmiert, zehn Minuten später die Kameraden des Löschzuges Westerkappeln angefordert.

Während die Velper Feuerwehrleute sofort zur Unterstützung der Wasserversorgung eingesetzt wurden, rückten die Westerkappelner Kameraden zunächst in den sogenannten Bereitstellungsraum. Der Einsatzleitwagen (ELW) aus Westerkappeln übernahm dort auch die Koordination für die Verstärkungskräfte. Unterstützt wurde die Feuerwehr vom Technischen Hilfswerk aus Ibbenbüren, Rheine und Münster.

Mehrere Messwagen kamen zum Einsatz um mögliche Schadstoffe in der Luft zu ermitteln. Laut Nordwestmedia half das THW dabei, Hallenteile einzureißen, um Löscharbeiten zu beschleunigen. Anwohner wurden vorsorglich gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Nach Angaben der Polizei waren Menschen zu keiner Zeit akut gefährdet.

In den frühen Morgenstunden konnte das Feuer durch die Einsatzkräfte gelöscht werden. Trotzdem flammten in beiden Hallen immer wieder mehrere kleinere Feuer auf. Nach den ersten polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache haben sich keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden ergeben. Es deute alles darauf hin, dass ein technischer Defekt für die Brandentstehung ursächlich war.

In der nahezu vollständig abgebrannten Lagerhalle waren nach Polizeiangaben Kartonagen und Waren aus dem Sanitärbereich gelagert. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen etwa zwei bis drei Millionen Euro.

Die Westerkappelner Feuerwehrleute wurden nach Angaben Ingo Bünemanns um 4.30 Uhr von der Mettinger Feuerwehr abgelöst. Der Löschzug aus Tecklenburg-Ledde hatte in der Nacht das Gerätehaus an der Bullerteichstraße mit 15 Leuten und einigen Löschfahrzeugen belegt, um den Brandschutz für die Gemeinde Westerkappeln zu übernehmen.

So langsam gingen die Frauen und Männer der Westerkappelner Wehr auf dem Zahnfleisch, sagte der Gemeindebrandinspektor zur Vielzahl der Einsätze in den vergangenen Wochen. „Wenigstens war es dieses Mal kein Wochenende. Ich glaube, an vier der letzten fünf Wochenenden hat es gebrannt“, sagte Bünemann. Dieses Jahr habe die Westerkappelner Feuerwehr schon rund 80 Einsätze gehabt, darunter nun fünf Großbrände und mehrere Kleinbrände, zu denen die Wehr wegen unklarer Gefahrenlage trotzdem mit voller Stärke ausrücken musste, „Im ganzen letzten Jahr hatten wir nur 65 Einsatze und nicht einen Großbrand“, machte Bünemann deutlich, welchen Belastungen seine Kameraden ausgesetzt sind.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3456567?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F