Mo., 31.08.2015

Westerkappelner besuchen Partnergemeinde Khorixas „Eine ganz andere Welt“

Westerkappeln/Khorixas - 

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben – das stellten auch die Westerkappelner Namibia-Besucher fest, die die Partnergemeinde Khorixas besucht haben. Fasziniert berichten sie von der archaischen Landschaft, von afrikanischer Lebensfreude und ganz viel Musik. Und von den Entwicklungsprojekten, die dort angestoßen wurden.

Von Astrid Springer

Gleich zwei Gruppen ließen in diesem Jahr die kommunale Partnerschaft zwischen Khorixas und Westerkappeln aufleben: Die Jugendband „Confession“ hatte sich – teils mit familiärer Verstärkung – genauso auf den Weg gemacht wie die Westerkappelner Sprecherin des Partnerschaftskomitees Elke Finke , die in Begleitung von Namibia-Fadenzieher Reinhold Hemker, dessen Ehefrau und weiteren Vertretern des Schulreferats aus dem Kirchenkreisgebiet Steinfurt dort waren. Ziel der Bildungsreise: persönliche Kontakte knüpfen und konkrete Projektideen vor Ort entwickeln.

Die Reise der Kirchenband „Confession“ ist zwar schon ein paar Tage her, aber deren Mitglieder waren erst jetzt bei einer Probe zum Erzählen an einen Tisch zu bekommen. Skorpione auf dem Zimmer gehörten dabei ebenso zum Alltag wie Wasserzapfstellen an der Straße. „Namibia ist wirklich eine ganz andere Welt“, berichten Melanie Wehmeyer und ihr Reiseleiter Pastor Olaf Maeder. „Schon der Blick aus dem Flugzeug ist atemberaubend“, sagt die Sprecherin des kommunalen Partnerschaftskomitees Elke Finke.

Das Leben in Khorixas ist indes weniger spektakulär. Viele Gemeindemitglieder leben in selbst gebauten Hütten aus Plane, Holz, Karton oder Blech. Die wenigen Steinhäuser sind einfach, fließendes Wasser gibt es nicht.

Kommunale Entwicklungspartnerschaft

Westerkappeln und Khorixas sind vor einem Jahr eine kommunale Entwicklungspartnerschaft eingegangen. Otjiwarongo seit mehr als 35 Jahren Partnerkirchenkreis zum Kirchenkreis Tecklenburg. Wer an einen Besuch in Namibia denkt, bereits eine Projektidee hat und für die Umsetzung Beratung sucht, kann sich sich an Pastor Olaf Maeder oder an Partnerschafts-Sprecherin Elke Finke wenden.Für die Entwicklungsprojekte ist auch weiterhin finanzielle Unterstützung gefragt, Spendensind willkommen und können überwiesen werden auf das Konto des Kirchenkreises Tecklenburg (IBAN: DE 71 4035 1060 00 000 100 25 – Kennwort „Social Network“)

Deutsche Vorstellungen von Lebensstandard haben in Khorixas allerdings auch keine Bedeutung, „Was uns wirklich beeindruckt hat, ist die unbändige Lebensfreude dort, ungeachtet der Verhältnisse“, ist die einhellige Meinung.

Das Essen: Viel Grillfleisch, von Antilope bis Kudu war alles dabei, auch Obst oder Gemüse. „Der Speiseplan der Einheimischen allerdings sieht anders aus“, weiß Wehmeyer. Selbst Gemüse gehört in Namibia zu den Luxusgütern, denn es wird komplett aus Südafrika importiert. Nummer 1 ist daher Meali Pap, ein polentaähnlicher Maisbrei, der mehrmals am Tag und dabei nicht selten ohne jede Beilage verzehrt wird.

Hier setzt ein von der Gemeinde Westerkappeln unterstütztes Gartenprojekt an: Es soll den jungen Menschen das Gärtnern wieder nahe bringen. „So etwas muss bereits im schulischen Umfeld etabliert werden, damit es sich in der Bevölkerung durchsetzt“, weiß Grundschullehrerin Finke, die nach ihrem Besuch eine lebendige Schulpartnerschaft anstrebt.

Auch das Westerkappelner Fahrradprojekt wird konkret. Die Idee: eine Fahrradwerkstatt mit Verleihstation, Räumlichkeiten dafür sind bereits ausgemacht, Spendenfahrräder werden demnächst verschifft. Die nötige Fachkenntnis will Fahrradhändler Martin Stening vermitteln, ein Praktikant aus Khorixas soll in Stenings Werkstatt das nötige Handwerkszeug erlernen.

Die „Confessions“ waren in erster Linie der Musik wegen in Namibia: „Wir wollten ‚afrikanische Musik’ lernen und der Zuspruch war überwältigend“, freut sich Pastor Olaf Maeder, „Im Prinzip haben wir eine gemischte Tournee durchs Land gemacht.“

„Confessions“ wie Pädagogen machten sich bei ihrem Khorixas-Besuch auch mit dem Rest des Landes vertraut. Dabei stellten sie erstaunt fest, dass sie hier auf Schritt und Tritt deutschen Einflüssen begegneten: Vornamen wie Sophia, Elias oder Samuel sind Alltag, Blasmusik ist in fast jedem Dorf populär und in den Schaufenstern der Buchhandlungen liegen die deutschen Spiegel-Bestsellerlisten aus. „Es kann durchaus passieren, dass einem eine Namibierin mit einer „Frau im Spiegel“ unter dem Arm entgegenkommt“, so Finke.

Fasziniert waren die Namibia-Freunde auch von der atemberaubenden Natur. Im Etosha-Nationalpark kamen Elefanten und Nashörner bis auf wenige Meter an die Fahrzeuge heran und die Safari-Gänger hielten sich gern an die Auflagen des Parks, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Wehmeyer ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass für die Begegnungsreise der „Confessions“ keine Kirchengelder verwendet wurden. „Wir haben vieles selbst getragen!“, betont sie, der Rest sei über Stiftungen und Fördertöpfe finanziert worden.

Für einen erfolgreichen Antrag ist die Zielsetzung der Reise ausschlaggebend, weiß Maeder. Als neues Projekt sei möglicherweise der Aufbau einer freiwilligen Feuerwehr in Khorixas denkbar, gibt er eine erste Anregung.

Auf die Frage, was sie am meisten vermissen, kommt die Antwort der „Confessions“ prompt: „Die afrikanische Musik!“ -„Und die überbordende Lebensfreude“, ergänzt Finke.

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