Mi., 02.09.2015

„Die Draufsänger“ auf dem Kulturhof Stimmung nur mit Stimme

Passend zu den aktuellen Songs  

Passend zu den aktuellen Songs   Foto: Dietlind Ellerich

Westerkappeln - 

Der Kulturhof Westerbeck und seine Fans erlebten am Sonntagabend nach vierwöchiger Sommerpause ein Konzert mit hohem Anspruch, in großartiger Stimmung und vor allem ohne Musikinstrumente – außer dem schönsten aller Instrumente, der menschlichen Stimme.

Von Dietlind Ellerich

Der Kulturhof Westerbeck und seine Fans erlebten am Sonntagabend nach vierwöchiger Sommerpause ein Konzert mit hohem Anspruch, in großartiger Stimmung und vor allem ohne Musikinstrumente. Außer dem schönsten aller Instrumente, der menschlichen Stimme, wie Hofherr Raimund Beckmann die Gäste im voll besetzten Galerie-Café einstimmte und die Künstler ankündigte.

Drei Tenöre (nein, nicht „Die drei Tenöre“), dazu Bariton, Bass und Beats, die „Draufsänger“ nahmen die kleine Bühne in Beschlag und zeigten, was a cappella möglich ist.

Und das ist das gesamte musikalische Spektrum über viele Jahrhunderte vom Madrigal bis zum Popsong, oder wie es das Sextett selber beschreibt, „ein bunter Strauß an unterschiedlichen Melodien und Werken von relativ alt bis ganz modern“.

„Das wird hochspannend und bringt uns kulturell weiter“, sagte Beckmann überzeugt und fragte scheinbar beiläufig: „Machen wir weiter?“ Eine Frage, die seinem treuen Publikum Angst und Ehefrau Barbara vielleicht ein klein wenig Hoffnung machte und am Sonntag nicht beantwortet wurde.

Stattdessen gab es ein energiegeladenes zweieinhalbstündiges Konzert, mit Madrigalen, die „Die Draufsänger“ auf Wunsch des Gastgebers präsentierten, mit schmissiger Lebenshilfe à la Comedian Harmonists sowie nach der Pause mit Popsongs und Liebesliedern.

Mit Ohrwürmern wie „Ein bisschen Leichtsinn kann nicht schaden“, „Was macht der Herr da bei Fräulein Gerda“ oder „Wochenend und Sonnenschein“ schwelgten Sänger, Gäste und Gastgeber in Erinnerungen, hatten gemeinsam einen Riesenspaß mit den „Draufsänger“-Interpretationen von „Only you“, „Es war Sommer“ inklusive Händels „Hallelujah“ oder „Im Wagen vor mir“, Lieder, die aus dem Leben der sechs Sänger erzählen und geradezu therapeutische Funktion für sie hätten, wie sie augenzwinkernd versicherten.

Auch Uraufführungen gab es im Galerie-Café. Die Draufsänger präsentierten Songs ihres Bandmitglieds Heiko Brune, in denen er höchst amüsant über Ohrwürmer im Radio und deren schwer verdauliche Texte sowie über Nachhaltigkeit und allerbeste Ökobilanzen sinnierte.

Die Stimmung stieg im Laufe des Abends, sofern das überhaupt möglich war, und das Sextett mit Achim Bodde, Benedikt Steinfeld, Heiko Brune, Martin Schneider, Martin Kleine und Uwe Winninghoff schien sich in Westerbeck ebenso wohl zu fühlen wie Gastgeber und Gäste. Seltsam dass man die 23 Jahre Bandgeschichte lang nichts voneinander gewusst habe, wunderten sich die Sänger, die als Solisten ebenso stark waren wie als Ensemble.

Applaus, Bravorufe, Blumen, Vorhänge und Zugaben, Beckmann machte den Zampano und hielt Publikum und Künstler gleichermaßen bei Laune.

„What a wonderful world“, mag so mancher Gast mit dem Bass Martin Kleine in der zweiten Zugabe des Abends geseufzt haben.

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