Di., 10.05.2016

Lora Kostina & Co. begeistern im Galerie-Café Wagner erfrischend neu interpretiert

„Wagner meets Jazz“ hieß das Programm, dessen Vorverkauf nicht so recht in Gang kam. Völlig zu Unrecht, denn Lora Kostina, Daniel Werbach und Stan Neufeld landeten einen Volltreffer mitten ins Herz der Zuschauer.

„Wagner meets Jazz“ hieß das Programm, dessen Vorverkauf nicht so recht in Gang kam. Völlig zu Unrecht, denn Lora Kostina, Daniel Werbach und Stan Neufeld landeten einen Volltreffer mitten ins Herz der Zuschauer. Foto: Dietlind Ellerich

Westerkappeln - 

Rheingold, Tannhäuser, Lohengrin, Tristan und Isolde – wer Wagner und Oper liebt, war am Sonntag im Galerie-Café auf dem Kulturhof Westerbeck in seinem Element. Jazz-Pianistin Lora Kostina, der Kontrabassist Daniel Werbach und der Schlagzeuger Stan Neufeld interpretierten die Themen der Opern aus des Romantikers Feder allerdings erfrischend neu.

Von Dietlind Ellerich

Rheingold, Tannhäuser, Lohengrin , Tristan und Isolde – wer Wagner und Oper liebt, war am Sonntag in Westerbeck in seinem Element. Eine Art Miniatur-Ausgabe der Richard-Wagner-Festspiele hatte sich Raimund Beckmann auf seinen Kulturhof geholt. Westerbeck statt Bayreuth also, nur dass in Westfalen die Menschen im Vorverkauf leider nicht so sehr nach Tickets Schlange gestanden hatten, wie es in Oberfranken üblich ist.

Voll wurde es im Galerie-Café nach Bettelbriefen des Hofherrn an seine treuen Kulturhoffreunde und nach der Vergabe von Freikarten an die Jugend aus der Nachbarschaft dennoch, und alle die, die Beckmanns Einladung zum „Jazz vom Feinsten“ nicht nachgekommen waren, hatten wirklich etwas verpasst.

Unter dem Motto „Wagner meets Jazz“ interpretierten die Pianistin Lora Kostina , der Kontrabassist Daniel Werbach und der Schlagzeuger Stan Neufeld die Themen der Opern aus des Romantikers Feder erfrischend neu. Um den anderen musikalischen Kontext der Themen rund um Liebe, Mythologie und Legende noch deutlicher hervorzuheben, gab es vor dem jazzigen Spiel zunächst das Original vom Band, dessen Knacken via Lautsprecher nur so lange ärgerlich war, bis Werbach es mit einem Augenzwinkern als „original Schallplattengeräusch“ entschuldigte.

Durchs Programm führte mit jeder Menge Charme und Informationen Lora Kostina, die nicht nur mit ihrem Spiel am Flügel verzauberte, sondern auch eine Reihe eigener Kompositionen mitgebracht hatte, die das Publikum aufhorchen ließ. Ob die hektische Betriebsamkeit einer Metropole in „Stadtromanze“, der klangvoll über die kleine Bühne tobende „Kobold“, der sich rhythmisch und harmonisch auf sämtliche Veränderungen einlassende römische Gott „Vertumnus“ oder der „7. Tag“ zum Ausruhen und Kräfte sammeln, Kostina lässt die Zuhörer tief in ihre Gefühlswelt eintauchen, sie Gegensätze und Spannungen erleben.

Knapp zwei Stunden fesseln die drei Musiker die Frauen und Männer im Galerie-Café, die sich der Faszination der Welten Kostinas und Wagners nicht entziehen können.

Über Wagner und Lora, die ein Wagnis eingingen und mit Wagemut ein Programm spielten, das sich immer die Waage halte, philosophierte Gastgeber Beckmann, als er am Ende endlich auch mal zu Wort kam.

„Es hat sehr viel Spaß gemacht, der lange und beschwerliche Weg hat sich wirklich gelohnt“, nahm Kostina Bezug auf die staubedingt siebenstündige Anfahrt von Leipzig, als sie sich auch im Namen ihrer beiden Musiker beim begeisterten Westerbecker Publikum bedankte.

Beckmann legte dem Trio zwar nicht den roten Teppich, aber ein rosarotes Blumenmeer zu Füßen, als Dankeschön und als Ansporn für eine spontane Programmverlängerung.

Kostina, Werbach und Neufeld gaben bereitwillig Einblick in ihr neues Programm mit Songs des US-amerikanischen Pianisten und Komponisten Burt Bacharach und machten den Freunden des Kulturhofs durchaus Lust auf mehr. Bis bald, Lora Kostina & Co ?

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