Di., 05.07.2016

Doppelveranstaltung auf dem Kulturhof Westerbeck Paul Gauguin trifft Sonja Tines

Klaus Kirmis beeindruckte mit seinen vielen Fakten zu Paul Gauguin

Klaus Kirmis beeindruckte mit seinen vielen Fakten zu Paul Gauguin Foto: Hannelore Heimpold

Westerkappeln - 

„Das war eine Kulturveranstaltung auf hohem Niveau“, waren sich die Besucher einig, die sich – trotz der parallel laufenden Fußball-EM – für den Kunstgenuss im Galerie-Café entschieden hatten: Eine Vernissage mit Bildern der bayrischen Malerin Sonja Tines und ein anschließendes Referat des „Vortragskünstlers“ Klaus Kirmes über Paul Gauguin mit musikalischer Ausdeutung durch Silke Büscherhoff.

Von Bärbel Gronemeier

Der Event war eine Konfrontation zweier Malerpersönlichkeiten, die gewagter nicht sein konnte: Die Frauenakte Gauguins (1848–1903) im Lichtbildervortrag von Klaus Kirmis aus Osnabrück und die Ausstellung der Frauenbilder von Sonja Tines , einer Künstlerin unserer Zeit, von Peter Weyden, ARTLETstudio Münster .

Raimund Beckmann hatte die Protagonisten des Abends zusammengeführt und moderierte die Doppelveranstaltung einfühlsam, indem er Parallelen und Unterschiede nicht nur der Maltechniken, sondern insbesondere der Sichtweisen phantasievoll herausstellte: die Frau, betrachtet mit den Augen des Mannes und die Frau, die sich selbst im Spiegel zu betrachten scheint.

Silke Büscherhoff deutete den Bildervortrag musikalisch aus.

Silke Büscherhoff deutete den Bildervortrag musikalisch aus. Foto: Hannelore Heimpold

Seiner Kuratorin Marianne Lohmann war es zu verdanken, dass die gesamte Veranstaltung von Silke Büscherhoff aus Münster musikalisch begleitet wurde mit Marimba, Xylophon und vielen anderen – sich je nach Stimmung der Bilder einfügenden – Percussioninstrumenten. Die Veranstaltung geriet so zu einem „Gesamtkunstwerk“, wie eine Besucherin beim Abschied begeistert bemerkte.

Klaus Kirmis gelang es – nun schon zum dritten Mal – im Galerie-Café auf dem Kulturhof zu begeistern: Seine geschickt – auf umfassende Recherchen beruhenden – in den Vortrag eingebauten Fakten, seine Bezüge zu Zeitgenossen Paul Gauguins (wie van Gogh und Césannes), zu dessen Familie und Frauen und zu dem historischen Zeitgeschehen seines von Seereisen und beruflichen Wechselfällen geprägten Lebens stellten die Bilder in einen begreifbaren und nachvollziehbaren Zusammenhang.

Die musikalische „Ausmalung“ dieser Bilder mit Meeresrauschen, Muschelrascheln und Südseeklängen durch Silke Büscherhoff öffneten die Sinne der Betrachter zu einem tiefgreifenden Mit-Erleben. Einerseits die lebenslange Sehnsucht Gauguins nach einem Paradies, andererseits die Botschaft der Malerin Tines: „Das Paradies ist für uns Menschen doch schon da, nehmt es an und macht es nicht kaputt!“, wie Beckmann es formulierte. „Sonja Tines lässt ihre Porträts in der gemalten Umwelt aufgehen, aber als schöne Frau stellt sie sich gleichzeitig zur Schau: Seht mich an!“, sagte Beckmann. Sie setze sich werbewirksam in Pose. Paul Gauguin dagegen scheine die Frauen bei ihrem intimen Tun aber eher zu überraschen. „Seine Bilder sind Blicke über den Zaun und – ertappt – beim Eindringen in die Intimsphäre kaum um Entschuldigung verlegen: ein Voyeur von Gottes Gnaden – ein Künstler eben!“

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