Orchester Rêverie Musicale begeistert auf dem Kulturhof
Ohrenschmaus und Augenweide

Westerkappeln -

„Herbstlich“ herzlich empfing Kulturhofleiter Raimund Beckmann am Sonntagabend seine Gäste im auch zum 13. Konzert der Saison 2016 wiederum gefüllten Galerie-Café. Die sieben Ausnahme-Musiker von Rêverie Musicale boten Ohrenschmaus und Augenweide zugleich.

Dienstag, 13.09.2016, 16:09 Uhr

Mit fein geschliffenen Intonationen und großer Leidenschaft für jede Form von Dynamik verzauberten die „glorreichen Sieben“ des Orchesters Rêverie Musicale – hier stellvertretend Mirja Rapp (2. Violine) – ihr Publikum.
Mit fein geschliffenen Intonationen und großer Leidenschaft für jede Form von Dynamik verzauberten die „glorreichen Sieben“ des Orchesters Rêverie Musicale – hier stellvertretend Mirja Rapp (2. Violine) – ihr Publikum. Foto: Hannelore Heimpold

„Herbstlich“ herzlich empfing Kulturhofleiter Raimund Beckmann am Sonntagabend seine Gäste im auch zum 13. Konzert der Saison 2016 wiederum gefüllten Galerie-Café. Seine launige Vorstellung der sieben Ausnahme-Musiker von Rêverie Musicale geriet zur Steilvorlage für das farbige Programm der festlich gekleideten Musiker, die als „ Augenweide “ ins herbstlich geschmückte Bühnenbild passten.

Die Reise in den Herbst begann mit Antonin Dvořáks „Humoreske“: Weich und warm intonieren die Sieben „auf einen Streich“ die nur allzu bekannten Melodien, die sich zu einer melancholischen und äußerst sanften Interpretation runden.

Mit ihrer kenntnisreichen Anmoderation hat Marion Matthes (Cello) dem Publikum locker viel Wissenswertes in knapper und anregender Weise aufgetischt: da hüpft ein fröhlicher Wiener Stil (Emile Waldteufel) in die Ohren, ein Gefühl von jugendlichem Herzklopfen lässt den – vielleicht - zweiten Frühling dieser nach Musik süchtigen Zeit wieder auferstehen, unmittelbar springt der Funke über- die Querflöte voller Emotion (Pavel Tseliapniou) perfekt harmonierend mit der ebenso verblüffend präzisen Klarinette (Matthias Beltz) und dem Wiener Charme des authentische Bass-Rhythmen zaubernden Kontrabass (Jürgen Michel).

Mancher sieht die im Kreise wirbelnden Paare im Geiste… doch schon geht es schwungvoll weiter mit deutschem Tango – die Herren trugen dazu kecke schwarze Hüte.

Aus Japan wird ein „Laternentanz“ präsentiert, dessen Urheber ein Deutscher – Karl Zimmer – war, der aber erst als Yoshitomo als beliebter Komponist seiner Zeit bekannt wurde. Erste Geige und Cello spielen hier weich intonierte Duopassagen - das Publikum versinkt genüsslich – immer getragen von der präzise und dezent agierenden Pianistin (Deborah Rawlings).

Die Aufführung gerät in vielen Momenten zur Hommage an tiefe Gefühle aus ferner Zeit. Die Musiker lassen in die vergangenen 200 Jahre hinein lauschen – wie Seismographen loten sie die feinsten Vibrationen der Klangwelten aus, die von den zeitgenössischen Komponisten und Interpreten geschaffen wurden.

Mit einem Riesen-Blumenstrauß vom Kulturhof-Chef und Herbstlaubgirlanden für die Bläser wird die längst fällige Zugabe erwirkt: Der Ohrwurm „Glückliche Reise“ von Eduard Künneke wird von diesen ausgefuchsten Sieben mit Tarantella-Rhythmen so unbekümmert wie beschwingt natürlich und entfesselt dargeboten, dass es für das Publikum eine Freude ist.

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