Do., 07.01.2016

Wie es um die „Natur des Jahres 2016“ rund um Westerkappeln bestellt ist Mal gesellig, mal mit Gräten

Der Stieglitz ernährt sich vor allem von Sämereien. Wer im Herbst einige Stauden stehen lässt, kann den hübschen Vogel auch im eigenen Garten bewundern.

Der Stieglitz ernährt sich vor allem von Sämereien. Wer im Herbst einige Stauden stehen lässt, kann den hübschen Vogel auch im eigenen Garten bewundern. Foto: NABU/Andreas Hartl

Westerkappeln - 

In der Vergangenheit soll er gelegentlich in dem feuchten Wald zwischen Westerkappeln und Wersen gesichtet worden sein. Zu Hause ist er aber eher in den Mittelgebirgen, wo es kühle und klare Bäche gibt, in denen seine Larven leben. Der Aberglaube sagt dem Tier mit dem auffallenden schwarz-gelben Rückenmuster nach, dass es Feuer überlebe und sein giftiges Hautsekret die Glut löschen würde – was vielen Salamandern den qualvollen Feuertod bescherte

Von Thomas Starkmann

Eine Giftspritze, die in Westerkappelner Wäldern ihr Unwesen treibt? Keine Sorge, ein Waldspaziergang bleibt auch im kommenden Jahr eine vergleichsweise ungefährliche Angelegenheit. Denn ob der Feuersalamander überhaupt in Westerkappeln vorkommt, ist zumindest fraglich. In der Vergangenheit soll er gelegentlich gesichtet worden sein.

Zu Hause ist er aber eher in den Mittelgebirgen, wo es kühle und klare Bäche gibt, in denen seine Larven leben. Der Aberglaube sagt dem Tier mit dem auffallenden schwarz-gelben Rückenmuster nach, dass es Feuer überlebe und sein giftiges Hautsekret die Glut löschen würde – was vielen Salamandern den qualvollen Feuertod bescherte

Der Feuersalamander ist als Lurch des Jahres 2016 eines jener Lebewesen, die alljährlich von naturwissenschaftlichen Vereinigungen auf den Thron gehoben werden. Der Klassiker, mit dem alles anfing, ist der Vogel des Jahres. Diesen Titel trägt 2016 der Stieglitz. Er gehört mit seiner auffallenden Kopfzeichnungen zu den schillerndsten Vertretern der heimischen Vogelwelt.

„Der Stieglitz ist bei uns weder ein häufiger noch ein seltener Vogel“, sagt Robert Tüllinghoff, Ornithologe bei der Biologischen Station Kreis Steinfurt. Gerade im Winter streift der gesellige Vogel in größeren Trupps durch die Landschaft und sucht nach Sämereien. „Wenn die Gärten nicht allzu aufgeräumt sind, kommt er sogar in die Stadt“, sagt Tüllinghoff.

Wer dem Stieglitz etwas Gutes tun möchte, schneidet die Gartenstauden im Herbst nicht alle ab, sondern lässt sie Samen bilden, die er gerne frisst. Es müssen nicht unbedingt Disteln sein, auch wenn sein anderer Name „Distelfink“ dies suggeriert. Futterhäuschen dagegen meidet er.

Ebenfalls keine Seltenheit in Westerkappeln ist die Gemeine Binsenjungfer. Sie gehört zu den „Wasserhuren“, wie Libellen ob ihres grazilen Körpers früher auch genannt wurden. Zu schaffen macht der Libelle des Jahres, dass die Gewässer, in denen ihre Larven sich entwickeln, aufgrund zunehmend trockener Frühjahre schnell austrocknen.

Der Fisch des Jahres ist der Hecht. Und auch der findet sich in Westerkappelner Gewässern, beispielsweise im Sundermann- und Niedrighaussee. Hecht auf dem Teller ist allerdings kein ungetrübtes Vergnügen: „Der ist zwar sehr lecker, aber kaum grätenfrei zu filetieren“, sagt Dr. Olaf Niepagenkemper vom Landesfischereiverband.

Den Baum des Jahres 2016, die Winterlinde. sucht man in den Wäldern vergeblich. Als natürlicher Waldbaum wächst sie vor allem in Mittelgebirgen. Als Straßenbaum ist die Winterlinde dagegen auch im Münsterland verbreitet. Ebenso wie die etwas früher blühende und höherwüchsige Sommerlinde begleitet sie als Dorflinde, Gerichtslinde, Kirchlinde, Tanzlinde oder Hoflinden seit Jahrhunderten den Menschen.

Am häufigsten von allen Jahreswesen kommt in Westerkappeln vermutlich der Dunkelbraune Kugelspringer vor. Das Insekt des Jahres lebt zu Tausenden im Erdreich und ist ein Indikator für gesunde und humusreiche Böden.

Andere Jahreswesen machen einen mehr oder weniger großen Bogen um Westerkappeln. Die Blume des Jahres, die Echte Schlüsselblume braucht kalkigen Boden und ist erst im Teutoburger Wald etwas häufiger. Und weil das Wildtier des Jahres nicht der in vielen Kinderzimmern heimische Goldhamster ist, sondern der in freier Wildbahn fast ausgestorbene Feldhamster, kommt Westerkappeln auch hier nicht zum Zug.

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