Mo., 04.01.2016

Serie: Sportstätten in Westerkappeln Der vergessene Süden

Sturmschaden: Am Platz an der „Duddenbecke“ ist der Ballfangzaun seit Monaten defekt. Die Gemeinde kümmere sich nicht darum, klagt der SC VelpeSüd.

Sturmschaden: Am Platz an der „Duddenbecke“ ist der Ballfangzaun seit Monaten defekt. Die Gemeinde kümmere sich nicht darum, klagt der SC VelpeSüd. Foto: Christoph Pieper

Westerkappeln - 

„Wir haben in Westerkappeln wohl die schlechtesten Sportanlagen im Kreis Tecklenburg“, kritisiert Markus Nottebaum. Der Vorsitzende des SV VelpeSüd und schließt dabei ausdrücklich die Sportplätze im Gemeindezentrum und das Hanfriedenstadion mit ein. Der Verein fühlt sich von der Gemeinde im Stich gelassen.

Von Christoph Pieper

Der SC VelpeSüd spielt aktuell zweigleisig. Die Trainingseinheiten der Fußballer finden alle am Velper Bahnhof statt, gespielt wird am Wochenende auf dem Platz an der „Duddenbecke“ im Ortfeld. Das klingt soweit recht komfortabel, aber zufrieden ist Markus Nottebaum, Vorsitzender des Vereins, mit dem Status Quo nicht. „Wir haben in Westerkappeln wohl die schlechtesten Sportanlagen im Kreis Tecklenburg“, kritisiert er und schließt dabei ausdrücklich die Sportplätze im Gemeindezentrum und das Hanfriedenstadion mit ein.

„Andere Gemeinden hier im Umkreis sind in dem Punkt attraktiver.“ Der schlechte Zustand der Sportplätze führe immer häufiger zu Vereinswechseln.

Der SC VelpeSüd entstand 2001 durch die Fusion der beiden Vo

Der Trainerunterstand auf dem gleichen Platz macht auch einen vergessenen Eindruck.

Der Trainerunterstand auf dem gleichen Platz macht auch einen vergessenen Eindruck. Foto: Christoph Pieper

rgängervereine SC Concordia Velpe und TuS Westerkappeln Süd und hat laut Nottebaum momentan mit einem Rückgang der Mitgliederzahlen zu kämpfen. Vor allem bei den Jugendfußballern sehe die Tendenz nicht gerade rosig aus.

In der laufenden Saison musste der Verein seine zweite A-Jugendmannschaft vom Spielbetrieb abmelden. Eine B-Jugend gibt es nicht und in der C-Jugend konnte nur eine Achtermannschaft gemeldet werden. „Zur nächsten Saison wird es auch im C-Jugendbereich schwierig eine Mannschaft zu stellen“, verrät Nottebaum. In der A-Jugend, dem direkten Unterbau der drei Seniorenteams, soll es zeitnah Gespräche mit dem TSV Westfalia 06 über eine eventuelle Jugendspielgemeinschaft in dieser Altersklasse geben.

All das hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Bedürfnisse des Vereins im Hinblick auf die Nutzung vorhandener sowie die Gestaltung zukünftiger Sportstätten. „Uns reichen drei Sportplätze“, sagt Nottebaum. Diese sollten dann aber auch in einem gepflegten Zustand sein. Momentan bleibe jedoch vieles an den Vereinsmitgliedern selbst hängen. „Die Gemeinde betreibt nur rudimentäre Platzpflege, wie das Rasenmähen. Löcher ausbessern, ein Spielfeld abkreiden, Holzschnitt und ähnliche Dinge bleiben letztlich an uns hängen und wir müssen viel ehrenamtliche Arbeit investieren, um an den Wochenenden überhaupt spielen zu können.“

Die Unterhaltskostenzuschüsse, die der Verein von der Gemeinde bekommt, reichen laut Nottebaum gerade aus, um Stromkosten zu decken und die Pacht eines vereinseigenen Platzes zu zahlen. „Wir würden die Platzpflege gerne gänzlich selbst übernehmen“, schlägt Nottebaum vor. Wenn dem Verein die finanziellen Mittel zur Verfügung stünden, die von der Gemeinde ohnehin für die Instandhaltung ausgegeben würden, „könnten wir uns selbstständig, bedürfnisorientiert und flexibel um die Platzpflege kümmern.“ In angrenzenden Gemeinden wie Lotte oder Mettingen funktioniere dieses Modell schon viele Jahre sehr erfolgreich.

Gemeinsam mit dem TSV Westfalia hat der SC VelpeSüd im März 2015 ein gemeinsames Eckpunktepapier für ein Sportstättenkonzept an die Gemeinde übergeben. Beide Vereine sprechen sich darin für eine eigenverantwortliche Platzpflege aus. Der SC wünscht sich darüber hinaus neue Trainerbänke am Platz an der „Duddenbecke“. Die jetzigen Häuschen machen einen äußerst verwilderten Eindruck und sind nicht mehr wirklich nutzbar.

Am gleichen Platz ist der Fangzaun zur Straßenseite noch immer demoliert. Im April 2015 hat ein Sturm den Zaun arg beschädigt. „Es ist bis heute, trotz vielfachen Bittens bei der Gemeinde, noch keine Reparatur in Angriff genommen worden. Wir bekommen auf unsere Mails nicht einmal Antworten“, ärgert sich Nottebaum enttäuscht.

Seit 2009 ist er Vorsitzender des SC VelpeSüd. 2012 hat der Verein einen eigenen „Masterplan 2020“ entwickelt, der auch heute noch auf der Homepage des Clubs einsehbar ist. Mit einem Experten vom Landessportbund klopfte der Club seine Möglichkeiten ab. Sanierungsarbeiten, wie zuletzt an den Umkleidekabinen übernehmen die Mitglieder regelmäßig selbst. Im März folgte das Eckpunktepapier. „Wir als Verein haben unsere Hausaufgaben gemacht“, verdeutlicht Nottebaum. „Es würde mich und viele andere im Verein motivieren, wenn es endlich voran gehen würde.“

Für die Sportanlage am Velper Bahnhof wünscht sich der SC eine kleine Nebenspielfläche für den Trainingsbetrieb. Außerdem spricht sich der Club in Abstimmung mit Westfalia für einen zentrums- und schulnahen Kunstrasenplatz aus, der von allen Vereinen und den Schulen genutzt werden kann. Dabei wolle sich der Verein aktiv beteiligen. „Wir sind uns unseres Eigenanteils bewusst“, sagt Nottebaum. „Die Entscheidung muss jetzt aber von der Politik kommen.“

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