Mo., 25.01.2016

Servicestelle vermittelt ab heute zeitnahe Termine bei Fachärzten Das lange Warten soll ein Ende haben

Zeitnahe Termin beim Facharzt will eine neue Servicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung vermitteln.

Zeitnahe Termin beim Facharzt will eine neue Servicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung vermitteln. Foto: dpa

Westerkappeln - 

Akute Gelenkschmerzen, Herzbeschwerden oder plötzliche Sehstörungen: Zur Abklärung ernsthafter Symptome mussten Patienten bisher oft Monate auf einen Termin beim Facharzt warten. Ist eine dringende Untersuchung vonnöten, erhalten gesetzlich Krankenversicherte ab heute über einen Service der Kassenärztlichen Vereinigungen einen zeitnahen Termin bei einem Facharzt.

Akute Gelenkschmerzen, Herzbeschwerden oder plötzliche Sehstörungen: Zur Abklärung ernsthafter Symptome mussten Patienten bisher oft Monate auf einen Termin beim Facharzt warten. Ist eine dringende Untersuchung vonnöten, erhalten gesetzlich Krankenversicherte ab heute (25. Januar) über einen Service der Kassenärztlichen Vereinigungen einen zeitnahen Termin bei einem Orthopäden, Kardiologen oder Neurologen.

„Die Vermittlungshilfe für einen schnellen Termin beim Facharzt gibt‘s jedoch nur bei besorgniserregenden Beschwerden“, erklärt Margret Ester-Gardeweg, Leiterin der Verbraucherzentrale in Rheine, die auch für Bürger aus Westerkappeln Anlaufstelle ist. Ester-Gardeweg liefert weitere Hinweise, wie die Unterstützung bei der Terminvergabe künftig funktioniert:

► Vermittlungspflicht: Wenn’s mit eigener Anstrengung nicht klappt, sind neu eingerichtete Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen dafür zuständig, Patienten innerhalb einer Woche einen Sprechstundentermin bei einem Facharzt zu vermitteln. Die Servicestelle hat darauf zu achten, dass vom Anruf des Patienten bis zur persönlichen Vorstellung beim niedergelassenen Facharzt nicht mehr als vier Wochen vergehen. Ist kein niedergelassener Facharzt verfügbar, bekommen Versicherte ersatzweise einen Behandlungstermin im Krankenhaus angeboten. In diesem Fall kann sich die Wartezeit um eine Woche verlängern.

► Überweisung: Wer aufgrund langer Wartezeiten die Hilfe einer Terminservicestelle für einen Facharztbesuch in Anspruch nehmen will, benötigt eine Überweisung vom Hausarzt oder einem anderen Facharzt. Dies gilt nicht für Untersuchungen beim Augen- oder Frauenarzt. Auch um die Vermittlung von zahnärztlichen und kieferorthopädischen Behandlungen kümmern sich die Terminservicestellen nicht. Erstgespräche und Therapiesitzungen bei Psychotherapeuten werden voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte ins Angebot aufgenommen.

► Dringlichkeit: Der Haus- oder Facharzt muss die Dringlichkeit einer weiteren Untersuchung auf der Überweisung angeben, damit die Vier-Wochen-Frist für eine Terminvergabe gilt. Verschiebbare Routineuntersuchungen oder Bagatellerkrankungen berechtigen Patienten nicht zur Wahrnehmung eines schnellen Termins.

► Facharztwahl und -ort: Hilft die Servicestelle bei der Terminvermittlung, können sich Krankenversicherte den Facharzt nicht aussuchen. Den angebotenen Termin müssen sie aber nicht wahrnehmen. Sie können auf einen Alternativtermin ausweichen. Passt auch dieser nicht, kann weiterhin ein Wunscharzt auf Eigeninitiative gesucht werden.

Die von der Servicestelle zugewiesene Facharztpraxis muss in zumutbarer Entfernung erreichbar sein. Als zumutbar gilt die Strecke vom Wohnort des Patienten zum nächstmöglichen Facharzt plus 30 Minuten Fahrtzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu einer entfernteren Arztpraxis. Konkret: Praktiziert der nächstgelegene Orthopäde 15 Minuten von zu Hause entfernt, muss der vorgeschlagene Facharzt innerhalb von 45 Minuten mit Bus und Bahn erreichbar sein. Bei besonderen Fachärzten – etwa Radiologen, Spezialinternisten, Kinder- und Jugendpsychiatern – ist eine Strecke von mehr als 60 Minuten zumutbar.

► Termin-Servicestellen: Ab heute ist die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe für die Facharztvermittlung zuständig. Zu erreichen ist diese unter der ✆  0 231 /94 32 94 44 (montags, dienstags, donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 14 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis12 Uhr). In Westfalen-Lippe wird die Facharztüberweisung in dringenden Fällen mit einem Code-Aufkleber versehen.

Fragen zu den Aufgaben der neuen Termin-Servicestellen beantwortet auch die Verbraucherzentrale NRW (E-Mail kontakt@vz-nrw.de ). Auskünfte zu den Patientenrechten erteilt auch die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Rheine ( ✆ 0 59 71/86 97 001, www.vz-nrw.de/gesundheitsberatung ).

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