Di., 26.01.2016

Polizei rät zur Vorsicht Dubiose Spendensammler unterwegs

Wenn Fremde an der Haustür klingeln, sollte man sie niemals in die Wohnung lassen, rät die Polizei.

Wenn Fremde an der Haustür klingeln, sollte man sie niemals in die Wohnung lassen, rät die Polizei. Foto: Marion Gröning

Westerkappeln - 

In Westerkappeln waren offenbar Trickdiebe unterwegs. Darauf lassen zumindest die Schilderungen einer Rentnerin schließen, die in der neuen Seniorenwohnanlage an der Großen Straße lebt.

Von Frank Klausmeyer

Die Frau ist zwar 91 Jahre alt, aber geistig noch hellwach. Trotz ihres hohen Alters hat sie einen Account bei Facebook, wo sie die unliebsame Begegnung mit den mutmaßlichen Gaunern gepostet hat, um sich die aufwühlende Erinnerung von der Seele zu schreiben, wie ihre Tochter sagt.

Es war am vergangenen Donnerstag: Die Westerkappelnerin saß in der Küche ihrer Wohnung, als es plötzlich am Fenster klopfte. Dort habe sich ein junger Mann zu erkennen gegeben. „Ich öffnete die Wohnungstüre ohne zu überlegen“, berichtet die 91-Jährige. Der unbekannte Mann habe ihre eine Sammelliste und ein Schreiben gezeigt, worin um Spenden für Unicef gebeten wurde. Die Echtheit der Dokumente zweifelte die Seniorin aber geistesgegenwärtig an.

So viel steht fest: Schüler der Realschule, die seit Jahren Projekte für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen unterstützt, waren nicht im Ort unterwegs, wie die Schule auf Nachfrage versichert. Ausschließen, dass tatsächlich Unicef-Helfer in Westerkappeln gesammelt haben, will die Polizei auch nicht. Allerdings sprächen die Schilderungen der Rentnerin für den Versuch eines Trickbetruges. „Das war die typische Vorgehensweise“, sagt Jochen Laschke, ein Sprecher der Kreispolizeibehörde Steinfurt.

Als die 91-Jährige ihre Skepsis äußerte, habe ihr der junge Mann einen Ausweis gezeigt, allerdings so schnell, „dass ich nichts darauf entziffern konnte.“ Als sie zum Ausdruck gebracht hätte, nicht spenden zu wollen, habe der Unbekannte einen Fuß in die Tür gestellt und gefragt ob er mal auf die Toilette gehen dürfe. „Ich verneinte und knallte die Wohnungstüre zu“, erzählt die Rentnerin weiter. „Mir fielen die zahlreichen Zeitungsberichte ein, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, wo alte Leute auf diese Weise bestohlen wurden.“

„Alles richtig gemacht“, kommentiert Laschke das Verhalten der 91-Jährigen. Wer es mit solchen unbekannten Leuten zu tun habe, solle die Tür am besten gar nicht öffnen. Die 91-Jährige hat allerdings nicht die Polizei informiert. Die Ordnungshüter bitten in solchen Fällen aber um umgehende Meldung, denn nur dann könne reagiert werden. Auch Anzeigen anderer Personen liegen der Polizei in diesem Zusammenhang laut Laschke nicht vor.

Die 91-Jährige schreibt, dass sie am gleichen Tag von einer Hausbewohnerin erfahren habe, dass der junge Mann auch bei ihr um eine Spende gebeten hatte – ebenfalls ohne Erfolg. Die Nachbarin habe dann beobachtet, wie der Mann mit seinem Handy telefonierte und sich anschließend mit einer jungen Frau traf und die Wohnanlage an der Großen Straße verließ.

Die Polizei rät – insbesondere alte Menschen – grundsätzlich zur Vorsicht, wenn Fremde an der Haustür klingeln. „Ziel von Dieben und Betrügern ist es, in die Wohnräume zu gelangen.“ Fremde sollten niemals hineingelassen werden. „Lassen sie sich nicht ablenken oder überrumpeln“, lautet eine Verhaltensmaßregel der Polizei.

Zunächst sollten Besucher durch den Türspion oder das Fenster in Augenschein genommen werden. Türen sollten nur bei vorgelegtem Sperrriegel geöffnet werden. Von angeblichen Amtspersonen könne grundsätzlich das Vorzeigen des Dienstausweises verlangt werden, der genau geprüft werden solle. „Und lassen sie nur Handwerker ins Haus, die sie selbst bestellt haben“, empfiehlt die Polizei weiter. Unbekannte sollten aufgefordert werden, zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen. Dazu sollten sich Bewohner eine Vertrauensperson hinzuholen.

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