Mi., 27.01.2016

Prozess wegen Raubes Zeuge mit wachsenden Erinnerungslücken

 

  Foto: Jürgen Peperhowe

Lotte/Westerkappeln/Ibbenbüren - 

Zwei Westerkappelner und ein Osnabrücker sollen im April 2012 einen heute 26-jährigen Mann aus Lotte in seiner Wohnung niedergeschlagen und beraubt haben. Jetzt will das Schöffengericht Ibbenbüren Licht in das Dunkel bringen. Da die Angeklagten schweigen, ist das Gericht auf die Aussagen von Zeugen angewiesen.

Von Dietlind Ellerich

Die drei 26- bis 30-Jährigen werden beschuldigt, ihr Opfer im April 2012 geschlagen, getreten und beraubt zu haben. Das Trio wollte sich Aufputschmittel besorgen, beschrieb das Opfer die Tat. Schließlich hätten ihn die drei Männer in seiner Wohnung mit Fäusten und Tritten malträtiert und ihn mit einer Schädelprellung und einer Ohrverletzung zurückgelassen. 270 Euro und einen Laptop nahmen sie nach Überzeugung der Anklage mit.

War ein weiterer Mann an der Tat beteiligt ? Die Frage stand an diesem Verhandlungstag im Raum. Ein 25-Jähriger schilderte dabei seine Sicht des Geschehens: Er sei mit dem Trio nach Lotte gefahren, habe für sich Marihuana gekauft, die Wohnung wieder verlassen und dann im Auto auf die Angeklagten gewartet. Ob die drei auf der Rückfahrt nach Westerkappeln über die Vorfälle in der Wohnung geredet hätten, könne er nicht sagen: Sie hätten Russisch miteinander gesprochen.

An einen Laptop, der dem Geschädigten seit dem Besuch des Trios fehle, könne er sich nicht erinnern. „Sorry, dass ich so vergesslich bin“, konterte der Zeuge, als ihn der Vorsitzende Richter mit einigen Widersprüchen in seinen Aussagen konfrontierte. Je gründlicher der Richter nachfragte, desto weniger schien der Mann sich zu erinnern. Das Gericht verzichtete auf eine Vereidigung des Zeugen.

Die Verteidiger nahmen die Zeugenaussage zum Anlass, an die beeidete Aussage des Opfers zu erinnern, die auch nicht frei von Widersprüchen war. Der Vorsitzende Richter betonte dagegen, dass für ihn auch eine Verurteilung wegen Raubs in einem besonders schweren Fall in Betracht komme, falls das Gericht zu dem Ergebnis komme, dass das Opfer die Wahrheit gesagt habe. Damit drohe den Angeklagten eine Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren. Aber auch in einem minderschweren Fall drohe eine Strafe von ein bis zehn Jahren.

Am morgigen Freitag wird die Hauptverhandlung fortgesetzt. Dann soll unter anderem der Geschädigte erneut als Zeuge gehört werden.

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