Do., 28.01.2016

Sigrid Kuhlenbeck und der Monatsgruß Schluss mit Kleben

Sigrid Kuhlenbeck gestaltet den Gemeindebrief und hat viele Veränderungen auf den Weg gebracht.

Sigrid Kuhlenbeck gestaltet den Gemeindebrief und hat viele Veränderungen auf den Weg gebracht. Foto: Babette Rüscher-Ufermann

Westerkappeln - 

Seit 18 Jahren gestaltet Sigrid Kuhlenbeck den Monatsgruß, das Informationsblatt der evangelischen Kirchengemeinde Westerkappeln. Das gibt es schon viel länger. Als Sigrid Kuhlenbeck anfing, stand eines fest: „Ich mache das, aber ich klebe nicht mehr.“

Von Babette Rüscher-Ufermann

Manchmal ist erst ein Motivationsschub nötig, bevor man mit der Arbeit startet. Auch wenn es sich dabei um ein Ehrenamt handelt. Für Sigrid Kuhlenbeck ist das nicht so. Seit 18 Jahren gestaltet sie den Monatsgruß, das Informationsblatt der evangelischen Kirchengemeinde Westerkappeln.

Und ihr Ehrenamt bereitet ihr immer noch Freude. „Ich mache einfach den Rechner an und wenn ich das nächste Mal auf die Uhr schaue, bin ich manchmal erschrocken, wie spät es ist.“

Horst-Dieter Beck, damals Pfarrer im Südbezirk der Gemeinde, fragte sie, ob sie sich vorstellen könne, den Gemeindebrief zu gestalten. Sigrid Kuhlenbeck sagte, sie wolle es probieren. Das kleine DIN-A-5-Heft ist ihr schon von Kindesbeinen an vertraut. Ihre Mutter und Großmutter haben den Monatsgruß an die Haushalte in Velpe verteilt. Als Konfirmandin hat sie es selber getan wie auch ihre Geschwister.

Das vergilbte, gefaltete Papier mit dem Datum „Oktober 1963“ ist der älteste und erste Monatsgruß, der erschien. Damals war er noch ausschließlich für den Südbezirk der evangelischen Kirchengemeinde. Ab April 1972 erschien der Monatsgruß für die gesamte Kirchengemeinde. „Das macht schon Spaß, darin zu stöbern“, meint Sigrid Kuhlenbeck. Das aktive Leben der Gemeinde wird darin beschrieben: Menschen und Veranstaltungen.

„Ich glaube, das war mein erster“, sagt 61-Jährige und zieht das Heft von Juni 1997 hervor. „Ich habe gesagt, ich mache das, aber ich klebe nicht mehr.“ Und das hat sie auch energisch umgesetzt. Sie kaufte sich ihren ersten eigenen Computer und fragte ihren Sohn, ob er ihr in der Anfangsphase helfen könne. Das tat er. Aber vor allem war es Sigrid Kuhlenbecks beharrlicher Wille, der sie voran brachte. „Ich habe mich da reingefuchst“, sagt sie rückblickend.

Außerdem kaufte die Westerkappelnerin gleich zum Start einen Handscanner für den Abdruck der Fotos im Monatsgruß. „Den Scanner musste ich mit ruhiger Hand über die Bilder ziehen“, erzählt sie lächelnd. Heute werden ihr alle Fotos bereits als digitale Datei geliefert. Die Technik und damit ihre Arbeitsabläufe haben sich in den 18 Jahren enorm verändert.

Im November 2010 erschien das letzte Gemeindeblatt in schwarz-weiß. Inzwischen sind Umschlag und Fotos farbig. Seit Oktober 2014 haben die 3000 Exemplare des Gemeindebriefes ein neues Erscheinungsbild mit dem Logo der Kirchengemeinde.

Der Aufbau des Monatsgrußes ist jedoch immer gleich geblieben. Hinten stehen die Gottesdienste sowie Meldungen, wer Geburtstag hat, verstorben ist, getauft oder getraut wurde. „Wir haben Nachbarn, die mit Kirche nicht viel am Hut haben“, erzählt die Westerkapplnerin. „Aber die Nachrichten im hinteren Teil des Heftes interessieren sie auch.“

Mitte des Monats sollten alle Texte und Fotos bei Sigrid Kuhlenbeck eingetroffen sein. „Sollten“ wohl gemerkt. Inzwischen macht es die 61-Jährige nicht mehr nervös, wenn die Texte noch nicht da sind. Die langjährige Erfahrung in der Gestaltung lässt sie ruhig bleiben. „Ich bereite immer schon vor“, erzählt sie. Aber: „Nachtschicht mache ich schon manchmal.“ Auch wenn sie routiniert ist, es sind etliche Stunden, die jeder Monatsgruß braucht, bis er fertig ist. „Da geht schon mal ein Wochenende bei drauf.“

Die kleinen Lückenfüller – Bilder, Gebete, Sketche – sucht sie selber zusammen. Sie kann auf Material, das die Landeskirche für Gemeindebrief bereitstellt, zugreifen. Manchmal entdeckt oder sucht sie im Internet Material, dass ihr gefällt. Und wenn sie jetzt auf Reisen ist, dann hat sie einen anderen Blick für Motive. „Ich schaue nach Bildern, mache Fotos oder gucke in Kirchen nach anderen Gemeindeheften.“ Anregungen findet sie überall.

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