Di., 02.02.2016

Zahl der Erwerbslosen im Januar gestiegen Weiter gute Perspektiven für Arbeitsuchende

Tecklenburger Land - 

Erwartungsgemäß sind die Arbeitslosenzahlen zum Jahresbeginn gestiegen. Das gilt auch fürs Tecklenburger Land. Dennoch fällt die Bewertung der Arbeitsagentur insgesamt positiv aus.

Von Frank Klausmeyer

Erwartungsgemäß sind die Arbeitslosenzahlen zum Jahresbeginn gestiegen. Das gilt auch fürs Tecklenburger Land. In und um Ibbenbüren waren im Januar 193 Frauen und Männer mehr erwerbslos gemeldet als noch im Dezember. Das entspricht einer Zunahme um 9,5 Prozent. Dennoch fällt die Bewertung der Arbeitsagentur insgesamt positiv aus.

Dank der robusten Wirtschaftslage sei der Anstieg der Arbeitslosigkeit geringer ausgefallen als in den Vorjahren. Im Januar waren bei der Arbeitsagentur in Ibbenbüren 2222 Erwerbslose registriert, 204 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vormonat um 0,3 auf jetzt 3,7 Prozent gestiegen. Kreisweit beträgt dieser Wert 4,9 Prozent.

Auffällig im Jahresvergleich ist, dass Ausländer nicht von der allgemein guten Entwicklung profitieren konnten. Vor allem trifft dies in und um Ibbenbüren für die langzeitarbeitslosen Migranten zu, deren Anteil an allen Erwerbslosen in der Grundsicherung mit 394 Betroffenen auf fast 28 Prozent gestiegen ist.

Ob sich bei dieser Entwicklung bereits der Zustrom von Flüchtlingen widerspiegelt, vermochte die Arbeitsagentur auf Anfrage nicht zu sagen, weil das Jobcenter des Kreises Steinfurt für die Langzeitarbeitslosen zuständig ist. Im Jobcenter war am Mittwoch keine Stellungnahme mehr dazu zu bekommen.

Zwei Faktoren sieht Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Rheine, als entscheidend für die ansonsten gute Lage auf dem Arbeitsmarkt: „Die milde Witterung und die stabile Wirtschaftslage sorgen dafür, dass die Arbeitgeber nicht so viele Mitarbeiter entlassen wie in den Vorjahren.“

Dass die Perspektiven für Erwerbslose mit grünen Berufen im Winter eher düster sind, zeigt eine Aufschlüsselung nach Branchen. So kommen auf eine freie Stelle in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau derzeit neun potenzielle Bewerber. In der Produktions- und Fertigungsbranche beträgt das Verhältnis lediglich 1:1,7.

Zwilling rechnet für Februar noch mit einem leichten Zuwachs an Arbeitslosen. Wenn im Frühjahr die Außengastronomie und die Bauberufe wieder voll durchstarten, werde auch hier die Beschäftigung wieder zunehmen. „Die Zeichen stehen gut, dass wir auch in diesem Jahr eine Beschäftigung auf hohem Niveau haben werden und dieses vielleicht noch leicht ausbauen können“, ist Zwilling optimistisch.

Dafür scheint auch die Lage auf dem Stellenmarkt zu sprechen. 575 offene Jobs waren im Januar bei der Arbeitsagentur Ibbenbüren in der Datenbank, 33 mehr als im Dezember und sogar 194 Stellen oder über 50 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Kreis Steinfurt ist weiter eine Wachstumsregion, wie auch die Entwicklung bei den Arbeitsplätzen zeigt. Taufrische Zahlen liegen zwar nicht vor, gesicherte Daten kann die Arbeitsagentur aber immerhin bis Ende Juni 2015 nennen. Zu dem Stichtag gab es im Kreis 146 281 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das waren über 3600 mehr (+2,5 Prozent) als ein Jahr davor. Die meisten neuen Stellen wurden in der Logistikbranche (931) und im verarbeitenden Gewerbe (+ 643) geschaffen. Nennenswert rückläufig war die Zahl der Arbeitsplätze nur bei Zeitarbeitsfirmen (-72) sowie bei der Rohstoffgewinnung und im Bergbau (-239). Letztgenannte Entwicklung dürfte vor allem der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH zuzuordnen sein, die ihren Personalstamm bis zum Ende des Steinkohleabbaus im Jahr 2018 kontinuierlich zurückfährt.

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