Di., 02.02.2016

Namensforscher Winfried Breidbach über seine Recherchen „Arbeit ist mitunter durchaus herausfordernd“

Am Schreibtisch  fühlt sich Namensforscher Breidbach besonders wohl. Mehrere Quellen werden bei der Recherche eines Namens herangezogen. Die Arbeit ist für den Wissenschaftler spannend.

Am Schreibtisch  fühlt sich Namensforscher Breidbach besonders wohl. Mehrere Quellen werden bei der Recherche eines Namens herangezogen. Die Arbeit ist für den Wissenschaftler spannend. Foto: Karin C. Punghorst

Westerkappeln - 

„Die Namen des Tecklenburger Landes sind für den Sprachwissenschaftler mitunter durchaus herausfordernd.“ Wenn das schon Dr. Winfried Breidbach sagt, dann kommt das nicht von ungefähr. Der studierte Sprachwissenschaftler recherchiert für unsere Zeitungsleser auf Anfrage die Bedeutung ihrer Familiennamen.

Von Karin C. Punghorst

„Die Namen des Tecklenburger Landes sind für den Sprachwissenschaftler mitunter durchaus herausfordernd.“ Wenn das schon Dr. Winfried Breidbach sagt, dann kommt das nicht von ungefähr. Der studierte Sprachwissenschaftler recherchiert für unsere Zeitungsleser auf Anfrage die Bedeutung ihrer Familiennamen. Es entstehen interessante Artikel, die in der Serie „Unter der Lupe – Namen im Tecklenburger Land“ veröffentlicht werden.

Warum sind die hiesigen Namen nun mitunter knifflig ? „Die Namen sind ihrem Ursprung nach westfälisch, das ergibt sich schon alleine aus den geografischen Bezügen. Aber: Die Grenze zu Niedersachsen ist nicht unbedingt auch die Grenze der westfälischen Namen.“

Osnabrück gehöre sprachlich gesehen zum Münsterland, weist Breidbach auf eine geografische Besonderheit hin. Es ist spannend, ihm zu zuhören, wenn er von der Reformation und ihre Auswirkungen auf die hiesige Region spricht. Folgen, die etwa in den bestehenden Bistumsgrenzen bis heute ihre Bedeutung haben, und auf die der Sprachwissenschaftler bei seinen Forschungen zwangsläufig stößt.

Breidbach sitzt in seinem Arbeitszimmer am Schreibtisch. Das ist sein Refugium. Er ist umgeben von etlichen Büchern, Lexika und weiteren Nachschlagewerken. Früher hat er Bücher regelrecht gesammelt. Beruflich war er als Sprachwissenschaftler an den Universitäten Köln und Saarbrücken tätig und bei der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden. Mit dem Umzug nach Westerkappeln vor einigen Jahren hat Breidbach seinen Bücherbestand um einiges verkleinert.

Nach Westerkappeln brachte den mittlerweile pensionierten Sprachwissenschaftler seine Familienbande: Ehefrau Brigitte Mutert-Breidbach ist gebürtige Westerkappelnerin. „Hier ist es schön. Das Ländliche hat seinen Reiz. Ich genieße die Ruhe“, sagt Breidbach. „Und Parkplatzprobleme gibt es hier auch nicht.“

Bei seinen Recherchen steckt Breidbach seine Nase ganz klassisch in Bücher. Ein nicht unerheblicher Teil seiner wissenschaftlichen Arbeit findet aber auch am Computer vor dem Bildschirm statt.

Vor allem die geografische Verbreitung eines Namens lasse sich am Rechner gut ermitteln. Breidbach greift oft auf die genealogische Datenbank der Mormonen zu. „Die Mormonen sind eine gute Quelle, da sie glauben, dass die Vorfahren auch nachträglich zum Mormonentum übertragen werden können.“ Entsprechend groß sei der Eifer mit dem die Mormonen ihre Datenbank ( www.familysearch.org ) füllen.

Breidbach pflegt und ergänzt natürlich auch seine eigene Datenbank. Die gibt es jetzt seit über 20 Jahren und hat mittlerweile um die 345 000 Einträge. Die Recherche ist breit gefächert. Breidbach nutzt etwa auch ein Wörterbuch der Pflanzennamen.

Auf eines seiner neuesten Bücher ist der Wahl-Westerkappelner besonders stolz: „Das habe ich neulich im Antiquariat gefunden“. Das Buch beschäftigt sich mit der Hof- und Familiengeschichte der Kommune Lienen. Autor ist der hiesige Heimatforscher Christof Spannhoff, dessen Beiträge gelegentlich ebenfalls in den WN veröffentlicht werden. So kreuzen sich die Wege und es entstehen Synergien, um es neudeutsch zu formulieren – oder wie Breidbach sagt: „Es ist für mich immer wieder spannend, den Ursprung eines Namens nachzuspüren.“

Trotz aller Wissenschaft, Zahlen und Belege, ist für ihn aber wichtig: „Man arbeitet als Namensforscher viel mit Wahrscheinlichkeiten, weniger mit Sicherheiten.“ 

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