Do., 04.02.2016

Prozess wegen Tankstellenüberfall DNA-Spuren führen zu einem Mann aus Westerkappeln

Mit einem Messer bewaffnet hatte der maskierte Täter die Tankstelle in Alt-Lotte überfallen.

Mit einem Messer bewaffnet hatte der maskierte Täter die Tankstelle in Alt-Lotte überfallen. Foto: Colourbox

Westerkappeln/Lotte/Münster - 

Maskiert und mit einem Messer bewaffnet soll ein 29-Jähriger Westerkappelner im Sommer 2014 die Tankstelle in Alt-Lotte überfallen haben. Er bestreitet den Raub. Doch DNA-Spuren führten die Polizei auf seine Fährte. Jetzt muss das Landgericht feststellen, ob er der Täter war.

Von Hans-Erwin Ewald

 Die Bilder des 29. Juni 2014 hat sie immer noch im Kopf. „Vom Bauchgefühl her hatte ich Angst, aber keine Todesangst,“ sagt die 61-jährige. Sie war damals Kundin der Tankstelle in Alt-Lotte und Zeugin eines bewaffneten Raubüberfalls. Als mutmaßlicher Täter muss sich seit Donnerstag ein 29-jähriger Mann aus Westerkappeln vor der 9. Großen Strafkammer des Landgerichtes Münster verantworten.

Die 61-Jährige hatte sich während des Überfalls mit einer Angestellten im Shop der Tankstelle aufgehalten. Was beide nicht wussten: Der Räuber hatte die Tankstelle wohl schon länger ins Visier genommen. Am Tatabend war es gegen 22 Uhr, als er die Tür des Verkaufsraums aufriss und unmissverständlich brüllte: „Überfall, Überfall und Geld her !“

Der Mann war maskiert und mit einem großen Messer bewaffnet. Zunächst mussten sich beide Zeuginnen auf den Boden legen. Dann bedrohte der Räuber die Angestellte mit dem Messer und zwang sie, die Kasse zu öffnen. 1600 Euro fielen ihm in die Hände. Es tue ihm leid, er müsse das jetzt tun, soll der hochdeutsch sprechende Mann noch gesagt haben, bevor er das Weite suchte.

Ob der 29-Jährige Westerkappelner wirklich der Verbrecher ist, wollen die Richter der Strafkammer jetzt feststellen. Die beiden Frauen aus der Tankstelle sowie Zeugen, die den Überfall von außen beobachtet haben, konnten den Mann wegen seiner Maske nicht identifizieren.

Der Westerkappelner, der in Untersuchungshaft sitzt, bestreitet die Tat. „An dem Vorwurf ist nichts dran“, antwortet er auf Fragen des Vorsitzenden Richters.

Es gibt aber Indizien, die deutlich für seine Täterschaft sprechen. In Nähe der Tankstelle wurde nämlich eine Maske gefunden. Die darin gesicherten DNA-Spuren sind nach Auswertung durch Experten eindeutig dem Angeklagten zuzuordnen.

Der Westerkappelner hat dafür eine Erklärung: Er habe seinerzeit vom hinteren Fenster der besagten Tankstelle in den Büroraum spähen wollen, um den Code des dortigen Tresors auszukundschaften. Um nicht erkannt zu werden, habe er eine Maske getragen. Weil er beim Ausbaldowern gestört worden sei, habe er sein Vorhaben aber aufgegeben und sich im Gestrüpp seiner Maskierung entledigt.

Diese Geschichte hat der Angeklagte bei der polizeilichen Vernehmung allerdings nicht erzählt. Weil er unter einer laufenden Bewährung stand, begründet er sein damaliges Schweigen.

Vor der Verhandlung des Tatgeschehens beschäftigt sich die Strafkammer mit dem Leben des Westerkappelners. Dessen Biografie lässt erkennen, dass es in seinem bisherigen Leben nicht immer gerade lief. Mit 13 Jahren will er schon zu leichten Betäubungsmitteln gegriffen haben, was sich später zu harten Drogen steigerte. Ambulante und stationäre Therapien seien aber erfolgreich gewesen, berichtete er.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen besonders schweren Raubes erhoben. Dafür droht dem Westerkappelner im Falle eines Schuldspruches eine mehrjährige Haftstrafe. Ein Urteil wird für den 15. Februar erwartet.

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