Fr., 05.02.2016

Anmeldefrist für Gesamtschule endet heute „Die richtige Mischung ist uns wichtig“

Das Abenteuer beginnt: Emil und seine Mutter Anne warten auf das Gespräch mit Stefan Verlemann. Das Anmeldeformular für die Gesamtschule haben die beiden schon ausgefüllt.

Das Abenteuer beginnt: Emil und seine Mutter Anne warten auf das Gespräch mit Stefan Verlemann. Das Anmeldeformular für die Gesamtschule haben die beiden schon ausgefüllt. Foto: Ulrike Havermeyer

Westerkappeln/Lotte - 

Emil möchte hin. Damian möchte hin. Und Shane geht hin, weil seine Mutter das so will. Etwa 145 Kinder werden in diesem Jahr in die Jahrgangsstufe 5 der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln aufgenommen. Am heutigen Freitag endet das Anmeldeverfahren.

Von Ulrike Havermeyer

Emil möchte hin. Damian möchte hin. Und Shane geht hin, weil seine Mutter das so will. Ein bisschen aufgeregt wirken die drei Viertklässler schon, wie sie da im nüchtern gestalteten Verwaltungstrakt der Gesamtschule am Standort Wersen sitzen und auf ihr Vorstellungsgespräch bei Stefan Verlemann warten.

Etwa 145 Kinder werden in diesem Jahr in die Jahrgangsstufe 5 der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln aufgenommen. Am heutigen Freitag endet das Anmeldeverfahren.

Shane (9 Jahre) geht gern zur Schule. Jeden Morgen stiefelt er voller Tatendrang in seinen Klassenraum in der Grundschule Alt-Lotte. Sein Lieblingsfach ist Sport. „Aber lesen tue ich auch ziemlich viel“, sagt Shane. Etwas skeptisch begutachtet er das unbekannte Terrain seiner potenziellen neuen Schule und rutscht auf der blau gestrichenen Holzbank mit den gelben Punkten hin und her.

Sachliche Architektur. Kühles Licht. An den Wänden: Vitrinen mit Schülerarbeiten. „Ich wäre lieber nach Westerkappeln zur Gesamtschule gegangen“, gibt er zu, „da, wo meine große Schwester auch hingeht.“

Mutter Birgit seufzt und lächelt etwas gequält. Gar nicht so leicht, dem Nachwuchs zu vermitteln, dass es sich hier um ein und dieselbe Schule handelt, bloß, dass deren Schüler an zwei unterschiedlichen Standorten unterrichtet werden. Und dass auch Shane voraussichtlich ab der neunten Klasse nach Westerkappeln wechseln wird.

Stefan Verlemann, stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule, sieht auf die Uhr. Viertel vor zwei – Zeit genug, um den kleinen Besprechungsraum für das erste Gespräch noch einmal gut durchzulüften und die gelbe Servierschale mit bunten Fruchtbonbons zu füllen. Ganz entspannt legt der Pädagoge die Kladde für seine Notizen vor sich auf den Tisch. Sieht noch mal auf die Uhr. Sieht aus dem Fenster. Und lächelt. Die Ruhe vor dem Sturm ?

In den ersten beiden Jahren wollten mehr Mädchen und Jungen die Gesamtschule, die 2014 ihren Betrieb aufgenommen hat, besuchen, als Plätze in den Klassen vorhanden waren. Das Losverfahren entschied darüber, wer dabei sein durfte.

Kurz vor 2 Uhr. Stefan Verlemann erhebt sich. Damit ein Wettlauf auf die vorhandenen Plätze gar nicht erst aufkommt, bietet die Schule ihre Termine für ein Anmeldungsgespräch via Online-Reservierung an. „Ein sehr ruhiges Verfahren“, bestätigt Verlemann. Das Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, gilt übrigens auch nicht. Stattdessen werden die Bewerber nach ihrem Notendurchschnitt in unterschiedliche Leistungskategorien aufgeteilt.

„Die richtige Mischung ist uns wichtig“, erklärt der stellvertretende Schulleiter. „Nicht nur was die Leistungsheterogenität angeht, sondern auch was das Mengenverhältnis von Jungen und Mädchen betrifft.“ Ist – im Falle eines Überhangs – eine Kategorie übermäßig vertreten, werden Kandidaten aus dieser Gruppe heraus gelost.

Emil (10 Jahre) will unbedingt zur Gesamtschule. Beim „Tag der offenen Tür“ hat er die Vorführungen der Robotic-AG bestaunt: genau das Richtige für den Technikfreund aus Westerkappeln. „Außerdem wollen fast alle meine Freunde hierher“, erzählt Emil. Auch das ist ein starkes Argument für ihn.

Falls es mit einem Platz an der Gesamtschule nicht klappen sollte, gibt es einen Plan B ? „Ich war beim Elternabend des KvG-Gymnasiums in Mettingen“, sagt Mutter Anne, „aber für meinen Sohn ist klar, dass er zur Gesamtschule will.“

Genauso wie für seinen möglichen Mitschüler Damian (10 Jahre): „Wir wohnen hier in Wersen“, erklärt er, „und da kann ich zu Fuß gehen.“ Für seine Mutter Daniela zählt noch etwas anderes: „Wir sind ganz einfach vom Konzept dieser Schule überzeugt.“

Punkt 2 Uhr – gespannt auf seinen ersten Besucher, öffnet Stefan Verlemann die Tür. „Emil, du und deine Mutter, ihr seid die Ersten“, ruft er den Noch-Viertklässler herein. Das Abenteuer beginnt !

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