So., 18.06.2017

Schnelles Internet Deutsche Glasfaser in der Kritik

Schlampige Arbeiten? Die Verlegung der Glasfaserkabel ist nach Auffassung der SPD an vielen Stellen beanstandungswürdig. In der Verwaltung ist man der Auffassung, dass die Mängel noch im Rahmen sind.

Schlampige Arbeiten? Die Verlegung der Glasfaserkabel ist nach Auffassung der SPD an vielen Stellen beanstandungswürdig. In der Verwaltung ist man der Auffassung, dass die Mängel noch im Rahmen sind. Foto: Klaus Meyer

Westerkappeln - 

Die Verlegung der Glasfaserkabel, die ein schnelles Internet nach Westerkappeln bringen sollen, sorgt für Ärger.

Von Katja Niemeyer

Die Verlegung der Glasfaserkabel, die ein schnelles Internet nach Westerkappeln bringen sollen, sorgt für Ärger. Laut einem Bericht von SPD-Fraktionschef Frank Sundermann haben sich bereits zahlreiche Bürger über zum Teil schlampig ausgeführte Tiefbauarbeiten beschwert. Die Gemeindeverwaltung hält dagegen: „Die Arbeiten werden wöchentlich kon­trolliert“, erklärt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer auf Anfrage. Sie räumt ein, dass es „vereinzelte“ Beschwerden gegeben habe, „aber im Rathaus läuft nicht das Telefon heiß“.

Nach Einschätzung von Sundermann gibt es indes sehr wohl Anlass zur Kritik. Die Mängelliste, die seine Fraktion zusammengestellt hat, enthält allein 14 Fotos, die die mangelhaften Arbeiten an verschiedenen Stellen belegen sollen. Auf ihnen sind unverfugte Pflasterungen, Stolperfallen und wellenförmige Verlegungen zu sehen. Zum Teil wurden nicht mehr benötigte Materialien offenbar achtlos zurückgelassen.

Die SPD-Fraktion fordert deshalb die Verwaltung in einem Schreiben vom 12. Juni auf, einen Bevollmächtigten oder Bauleiter der Deutschen Glasfaser zu der nächsten Sitzung des Bau- und Tiefbauausschusses am 6. Juli einzuladen. Außerdem möge die Bürgermeisterin dem Rat erläutern, wie die Verwaltung die Verlegungsarbeiten kontrolliert und wie sie „gegebenenfalls darauf beharrt, dass die Deutsche Glasfaser gemäß der getroffenen Vereinbarungen in die Pflicht genommen wird“.

Zuständig in der Verwaltung für die Kontrolle der Tiefbauarbeiten ist Bauhofleiter Karsten Grabow. Ihm zufolge werden regelmäßig Abnahmeprotokolle erstellt. Auch sei der Zustand des Asphalts oder der Pflasterung vor Beginn der Bauarbeiten an den jeweiligen Stellen dokumentiert worden. „Der Vertrag zwischen der Gemeinde und der Deutschen Glasfaser sieht zudem zwei Nachbesserungsmöglichkeiten für das Unternehmen vor“, erläutert Grabow. Wenn die Mängel anschließend noch immer nicht behoben seien, könne die Gemeinde eine Firma mit der Reparatur beauftragen und die Arbeiten der Deutschen Glasfaser in Rechnung stellen. Seit Mitte April, als die Ausbauarbeiten in Westerkappeln begannen, habe es zwar einige Beanstandungen gegeben, räumt der Bauhofleiter ein. Das sei aber noch im Rahmen. Voraussichtlich im August sollen die Arbeiten beendet sein.

Kritik an der Arbeit der Deutschen Glasfaser ist derweil nicht nur in Westerkappeln laut geworden. In Ostbevern zum Beispiel bemäkelte der dortige Bürgermeister Wolfgang Annen kürzlich „nicht fachgerechte Tiefbauarbeiten und Baustellenabsicherungen, nicht eingehaltene Zeitpläne, nicht geräumte und gesäuberte Flächen sowie nicht eingehaltene Zusagen“. Auch der Asphalteinbau wurde von der Ostbeverner Verwaltung reklamiert. Dieser sei größtenteils nicht ordnungsgemäß nach einer DIN-Norm erfolgt, erklärte Annen. Das hätten Laborproben eindeutig belegt.

Anders als in Westerkappeln beziehen sich die Beschwerden in Ostbevern aber nicht nur auf die Bauarbeiten selbst, sondern auch auf den Service der Deutschen Glasfaser. „Teilweise gibt es keine Ankündigung der Bauarbeiten bei den Anwohnern, keine verbindlichen Informationen über Anschlusstermine, oder vereinbarte Aktivierungstermine werden ohne Absage nicht wahrgenommen“, so der Bürgermeister.

Angesichts der aus Sicht der SPD mangelhaft ausgeführten Arbeiten rät Sundermann dringend davon ab, beim noch ausstehenden Ausbau in den Außenbereichen von Westerkappeln erneut mit der Deutschen Glasfaser zusammenzuarbeiten. „Da müssen wir eine andere Lösung finden.“

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