Mi., 13.09.2017

Wirtschaftswege in Westerkappelns sollen ländlich bleiben Bürger wollen keine Rennstrecken im Außenbereich

Präsentierten das neue Wegekonzept  für Westerkappeln (von links): Jens Göwert und Stefan Wiermann vom Ingenieurbüro Hans Tovar & Partner, Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Mansour Rahmian vom Bauamt und Wegenetz-Sachbearbeiter Heinz Böwing von der Bezirksregierung in Münster.Die Anregung den bereits bisher geschotterten Riedeweg in der Priorität herabzustufen und zukünftig als Fuß- und Radweg zu erhalten, fand allgemeines Wohlwollen.

Präsentierten das neue Wegekonzept  für Westerkappeln (von links): Jens Göwert und Stefan Wiermann vom Ingenieurbüro Hans Tovar & Partner, Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Mansour Rahmian vom Bauamt und Wegenetz-Sachbearbeiter Heinz Böwing von der Bezirksregierung in Münster.Die Anregung den bereits bisher geschotterten Riedeweg in der Priorität herabzustufen und zukünftig als Fuß- und Radweg zu erhalten, fand allgemeines Wohlwollen. Foto: Astrid Springer

Westerkappeln - 

Die Gemeinde Westerkappeln lässt gerade ein Konzept für das ländliche Wegenetz erstellen. Dazu gab es am Montag und Dienstag zwei Workshops mit interessierten Bürgern. Das Interesse war bescheiden. Eines wurde aber deutlich: Rennstrecken im Außenbereich will niemand.

Von Astrid Springer

Rund 300 Kilometer Straßen und Wege wurden seit Anfang März in Westerkappeln erfasst, deren Zustand und Nutzung festgestellt. Das Ziel: Ein ländliches Wegekonzept, das den Handlungsbedarf dokumentiert. Jägerschaft, Politik und Vertreter aus der Landwirtschaft waren bereits an den Planungen beteiligt, Montag und Dienstag bekamen jetzt die Westerkappelner Bürger Gelegenheit, Anregungen oder Kritik anzubringen.

Die Präsentation des örtlichen Wegenetzkonzeptes übernahm Stefan Wiermann vom Planungsbüro Hans Tovar & Partner, unterstützt durch seinen Kollegen Jens Göwert. Ergänzt wurde die Runde im Rathaussaal durch Heinz Böwing von der Bezirksregierung Münster, Mansour Rahmian als Vertreter des Bauamtes und Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer.

Offenbar war das Thema in der Bevölkerung bislang nicht vordergründig, lediglich einige wenige Bürger nahmen Workshop und Informationsabend wahr, um Bedarfe aufzuzeigen und ihre Ideen einzubringen. Und das auch nur am Dienstag, als es um das südliche Gemeindegebiet ging. A (Kirmes-)Montag verirrte sich nicht ein einziger Bürger ins Rathaus.

Die Besucher der Veranstaltung am Dienstag hatten denn aber ganz konkrete Eingaben im Gepäck, so wiesen Anwohner des Handarper Esch darauf hin, dass hier landwirtschaftlicher Schwerverkehr die Situation präge. Dafür sei der Handarper Esch und insbesondere die Zuwegung von der Kreuzung vor dem ehemaligen Gasthaus Sewester nicht ausgelegt.

Mit diesem Hinweis griffen sie einen Umstand auf, der bundesweit Thema ist: „Ausmaß und Gewicht des heute üblichen landwirtschaftlichen Fuhrparks passen nicht mehr zur gewachsenen Straßenbreite“, erläuterte Heinz Böwing. Dafür seien bereits Förderrichtlinien angepasst worden.

Einen Ausbau des Handarper Eschs befürwortete aber letztlich niemand, „das würde den Bereich vermutlich zur Rennstrecke machen“, gab nicht nur Rahmian zu bedenken. Stattdessen wurde eine andere Idee konkret: ein Teil des Verkehrs in Richtung Laggenbeck könnte zukünftig über den kleinen Schotterweg, die Querverbindung zur Permer Straße hinter dem Kreuzungsbereich, abfließen. Die Ingenieure notierten eine Aufwertung, die Verbindung könnte zukünftig eine Asphaltdecke bekommen.

Befürchtungen, dass bei dem Projekt landwirtschaftliche Schotterwege womöglich in großem Stil ausgebaut werden und dabei ein Teerdecke erhalten, bestätigte sich in Westerkappeln nicht, im Gegenteil: Viele Verbindungen wurden bei der Begutachtung als weniger wichtig eingestuft, sollen teils nur als Fuß-, Wander- oder Radwege erhalten bleiben.

Lediglich für bereits vorhandene Teerdecken wird an vielen Stellen Sanierungsbedarf bescheinigt, beispielsweise der Schwegfeldstraße oder der Düter Straße.

Eine Herabstufung der Priorität kommt im Norden wie Süden gleichermaßen vor, betroffen sind beispielsweise kleine Zuwege am Meyer-Düte-Weg, eine Querverbindung vom Hülskrappenweg zur Mettener Straße, ein Stück Weg parallel der Tegelstraße und weitere untergeordnete Verbindungen, beispielsweise in Sennlich und Lada.

Ganz konkret hatte Ellen Stalljohann den Riedeweg im Blick, „Das ist ein idyllischer Talweg und eine ideale Fahrradstrecke.“ Allerdings müsse man den geschotterten Fahrweg teils nivellieren, damit er wieder fahrradtauglich ist. Autoverkehr wollte sie aus dem Riedewegtal möglichst ganz verbannt wissen.

Das Konzept soll in Kürze fertig geschrieben werden, denn das Zeitfenster für die Förderfähigkeit endet Ende Oktober. Bürger und Anwohner haben aber noch bis kommenden Montag (18. September) Gelegenheit, sich online einzubringen, Projektleiter Wiermann hatte die Frist für Anregungen und Eingaben eigens verlängert. Die Karten zu den aktuellen Planungen sind auf der Internetseite der Gemeinde einsehbar.

Abschlussveranstaltung

Die Gemeinde Westerkappeln weist darauf hin, dass die Ergebnisse des ländlichen Wegenetzkonzeptes am 9. Oktober (Montag) im Rahmen einer Abschlussveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Präsentation findet um 18 Uhr im Ratssaal der Gemeindeverwaltung statt.

Das Wegekonzept dient zukünftig als Leitfaden für Verwaltung und Politik, es enthält Empfehlungen, welche Wege aufgegeben werden, ob oder wie dringend eine Sanierung ist. Über die Umsetzung soll dann jeweils im Einzelfall entschieden werden.

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