Di., 14.11.2017

Trachtenausstellung Von schwarzen, goldenen und silbernen Hauben

Präsentierten die Ausstellung in der Velper Wassermühle: Elisabeth Benne und Heinrich Görtemöller.

Präsentierten die Ausstellung in der Velper Wassermühle: Elisabeth Benne und Heinrich Görtemöller. Foto: Jannik Zeiser

Westerkappeln-Velpe - 

Eine Vielzahl von bäuerlichen Trachten aus dem 19. Jahrhundert hat Elisabeth Benne am Sonntag in der Velper Wassermühle ausgestellt. Interessierten Besuchern erklärte sie das bäuerliche Brauchtum – gerne auch auf Plattdeutsch.

Von Jannik Zeiser

Elisabeth Bennes Sammlung an originalen Kleidungsstücken und Gebrauchsgegenständen ist beachtlich: Ihre Exponate füllten eine ganze Tischreihe in der Wassermühle. Besonders stachen dabei kunstvoll verzierte Hauben hervor; Kopfbedeckungen, die zu jeweils klar definierten Anlässen getragen wurden, wie Benne erklärte.

So gab es die Volltrauerhaube in Schwarz für Traueranlässe. Verstarb der Mann vor seiner Ehefrau, so galt eine festgesetzte Trauerzeit von einem Jahr und sechs Wochen, bevor sie sich einen neuen Partner suchen konnte.

Die Goldhaube dagegen trug die Frau zum ersten Kirchgang nach der Hochzeit. „Daher kommt der Ausdruck ‚unter die Haube kommen‘“, erklärte Benne. Die sogenannte Silberhaube kam dagegen zu bestimmten Feiertagen zum Einsatz. Vor allem die Silber- und Goldhauben zeichneten sich durch kunstvolle Verzierungen aus, gefertigt unter anderem aus Batist- und Moiré-Stoff.

„Ich habe eine große Achtung vor unseren Vorfahren. Damals gab es noch kein elektrisches Licht, aber die Handwerkskunst ist großartig“, betonte Benne. Für sie ist es seit Jahrzehnten eine Herzenssache, regionales Brauchtum sowie die plattdeutsche Sprache zu vermitteln: „Heimat, das ist für mich ein ganz großes Wort. Heimatgefühle sollten mit Leben gefüllt werden.“ Die Wassermühle biete ihrer Sammlung ein passendes Ambiente, freute sie sich.

Heinrich Görtemöller, Besitzer der Mühle, empfand die Ausstellung als gelungen. Etwa 20 Besucher seien über den Tag dort gewesen, schätzte er. Nicht überwältigend viel, aber die Mühle biete ja auch keinen Platz für einen großen Zustrom.

Neben einer kleinen Führung durch Elisabeth Benne genossen die Besucher die gemütliche Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen neben dem Ofenfeuer.

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