Do., 07.12.2017

Sportstättenkonzept Westerkappeln: Auch Kunstrasen in Handarpe ? Brisanter Brief vom SC VelpeSüd

 Der Trainingsplatz nahe der Grundschule Handarpe ist in den Wintermonaten quasi nicht bespielbar. Der SC VelpeSüd regt deshalb die Umwandlung in einen Kunstrasenplatz an.

 Der Trainingsplatz nahe der Grundschule Handarpe ist in den Wintermonaten quasi nicht bespielbar. Der SC VelpeSüd regt deshalb die Umwandlung in einen Kunstrasenplatz an. Foto: Colourbox

Westerkappeln-Velpe - 

Brisante Post hat Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer vom SC VelpeSüd bekommen. Markus Nottebaum, Vorsitzender des Vereins, fordert die Umwandlung des kleinen Trainingsfeldes in Handarpe nahe der Grundschule in einen Kunstrasenplatz. Das dürfte für Diskussionsstoff in den Ratsgremien sorgen.

Von Katja Niemeyer

Den Brief hatte Nottebaum bereits Anfang November an die Bürgermeisterin geschrieben, wie jetzt bekannt geworden ist. Der Rat hatte das Sportstättenkonzept für Westerkappeln soeben verabschiedet. Zu den Anlagen in Velpe steht da nichts drin.

Dieser Umstand hat Nottebaum wohl bewogen, die Wünsche seines Vereins zu Papier zu bringen. Das Sportstättenkonzept, schreibt Nottebaum, müsse „zwingend“ ergänzt werden um die Einrichtung einer „zeitgemäßen“ Sportanlage. Nur so ließe sich das Ziel, den Spielbetrieb im Süden dauerhaft zu sichern, erreichen.

Während der Wintermonate, ergänzt Nottebaum im Gespräch mit den WN, sei der Platz quasi nicht bespielbar.

Große-Heitmeyer gibt sich unverbindlich. Ein Gespräch mit dem Vereinsvorstand habe bereits stattgefunden, ein weiteres solle Anfang kommenden Jahres folgen, sagt sie auf Anfrage. Ob sich das Sportstättenkonzept noch um einen weiteren Kunstrasenplatz erweitern lasse, könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Womöglich gebe es aber außerhalb des Vorhabens Möglichkeiten zur Finanzierung.

Wie berichtet, sieht das Sportstättenkonzept im Wesentlichen die Sanierung des Hanfriedenstadions, die Heimstatt des TSV Westfalia 06, und die Umwandlung des Tennenplatzes in ein Kunstrasenfeld vor. 1,4 Millionen Euro sollen hierfür in den Haushalt 2018 eingestellt werden. Mehr Geld darf die Gemeinde nicht ausgeben für die Arbeiten. Denn der Rat hat auch beschlossen, die Kosten für die Umsetzung des Konzeptes auf diese Summe zu begrenzen. Ob sich die Gemeinde einen zweiten Kunstrasenplatz leisten kann, ist also fraglich.

Der Trainingsplatz nahe der Grundschule Handarpe ist in den Wintermonaten quasi nicht bespielbar. Der SC VelpeSüd regt deshalb die Umwandlung in einen Kunstrasenplatz an.

Der Trainingsplatz nahe der Grundschule Handarpe ist in den Wintermonaten quasi nicht bespielbar. Der SC VelpeSüd regt deshalb die Umwandlung in einen Kunstrasenplatz an. Foto: privat

Insbesondere aus den Reihen der SPD dürfte Nottebaum aber auf Unterstützung hoffen. Sowohl im Sportausschuss als auch im Rat wurde zuletzt an die Sportanlagen im Süden der Gemeinde erinnert. So mahnte Peter Wortmann (SPD) in der Sitzung des Sportausschusses an, dass die Anlagen des SC Velpe Süd nicht vergessen werden dürften. Sechs Tage später betonte SPD-Fraktionschef Frank Sundermann im Rat, „dass die Sanierung des Hanfriedenstadions nur ein Teil des Sportstättenkonzeptes ist.“ Auch in die Sportanlagen und Schulen im Süden der Gemeinde müsse investiert werden. Beim SC VelpeSüd haben sockhe Aussagen vermutlich auch eine Erwartungshaltung geweckt.

Für den Fall, dass das Geld nur für einen Kunstrasenplatz reichen sollte, hat Nottebaum bereits eine Lösung parat: Sollte der erste Kunstrasenplatz der Gemeinde in Handarpe entstehen, würde dieser „selbstverständlich auch Westfalia 06 Westerkappeln zur Verfügung stehen“, heißt es etwas provokant in dem an die Bürgermeisterin adressierten Schreiben.

Neben neben dem eigenen Bedarf an modernen Sportanlagen bringt Nottebaum auch die Grundschule Han­darpe als mögliche Nutznießerin ins Spiel: Diese, klärt er die Verwaltungschefin auf, könne den Platz dann das ganze Jahr über für den Sportunterricht nutzen.

Kommentar: Ein frommer Wunsch

In zwei Wochen ist Weihnachten. Da darf man sich was wünschen. Auch der SC VelpeSüd. Die Hoffnung auf einen Kunstrasenplatz wird aber wohl ein frommer Wunsch bleiben. Denn ersten ist dafür gar kein Geld da und zweitens darf der Bedarf getrost in Frage gestellt werden.

Kunstrasenplätze können das ganze Jahr genutzt werden. Deshalb gehört so ein Feld dahin, wo der Spiel- und Trainingsbetrieb am größten ist. Und das ist in Westerkappeln eindeutig beim TSV Westfalia 06 der Fall. Der SC VelpeSüd hat schon jetzt große Nachwuchsprobleme. Im Jugendbereich kann der Verein ab D-Jugend aufwärts nur noch in Spielgemeinschaften mit Leeden und Tecklenburg Mannschaften auf die Beine stellen. Das sind schlechte Argumente für einen eigenen Kunstrasenplatz.

Das weiß mit Sicherheit auch der Vorsitzende Markus Nottebaum. Seine Forderung ist wohl als Spitze zu verstehen, um die Bedürfnisse der Sportler im Süden der Gemeinde in Erinnerung zu rufen. Die Sportanlagen dort sind nicht in bestem Zustand. Auch dort muss die Gemeinde für angemessene Bedingungen sorgen. Es muss aber auch alles bezahlbar sein. Frank Klausmeyer

 

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