Was die Gemeinde Westerkappeln so alles bezahlen muss
Größter Batzen geht an den Kreis

Westerkappeln -

Die Gemeinde Westerkappeln rechnet in diesem Jahr im Ergebnisplan, der die laufenden Einnahmen und Ausgaben widerspiegelt, mit Erträgen von 22,6 Millionen Euro. Ein gewaltiger Betrag, der allerdings nicht reicht, um die Aufwendungen zu decken. der größte Batzen geht an den Kreis.

Dienstag, 16.01.2018, 17:01 Uhr

 
  Foto: Grafik: Jürgen Christ

Die Erträge im Ergebnisplan belaufen sich laut Haushaltsentwurf, der noch in der Beratung ist, auf knapp 24 Millionen Euro. Fast die Hälfte des Geldes, das die Gemeinde aus Steuern und anderen Quellen kassiert, muss sie wieder an Dritte überweisen. Diese sogenannten Transferaufwendungen summieren sich laut Plan auf über 10,6 Millionen Euro.

Der größte Teil davon geht mit rund 6,7 Millionen Euro an den Kreis Steinfurt, wobei 2,9 Millionen Euro als Jugendamtsumlage gezahlt werden müssen. Diese wird fällig für Kommunen ohne eigenes Jugendamt. Der Kreis beteiligt sich im Gegenzug unter anderem an der Finanzierung der Kindergärten oder kümmert sich um die Inobhutnahme von Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen.

Per Umlage ans Land und den Bund muss sich die Gemeinde auch von einem Teil ihrer geplanten Gewerbesteuereinnahmen trennen: Von den für dieses Jahr kalkulierten Erträgen in Höhe von gut vier Millionen sind etwa 15 Prozent wieder futsch.

Auch der Schulzweckverband Lotte-Westerkappeln bekommt Geld von der Gemeinde: 920 000 Euro sind veranschlagt. Mit 1,1 Millionen Euro bezuschusst die Kommune Kindergärten, Sportvereine, den Bürgerbus und andere Einrichtungen.

Ein gewichtiger Posten im Haushalt sind natürlich die Personalausgaben für die tariflich Beschäftigten und die Beamten: 4,15 Millionen Euro schlagen zu Buche. Dazu kommen noch knapp 330 000 für Versorgungsaufwendungen wie die Beihilfen zur Krankenversicherung der Beamten. Deren Bezüge sind zum 1. Januar übrigens um 2,35 Prozent gestiegen. Die Löhne der Arbeiter und Angestellten sollen ab März im gleichen Umfang erhöht werden.

Knapp fünf Millionen Euro wird die Gemeinde in diesem Jahr für Sach- und Dienstleistungen ausgeben. Darunter fallen die Bewirtschaftung der Immobilien oder Maßnahmen für die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes.

Rund 2,5 Millionen Euro betragen in diesem Jahr die bilanziellen Abschreibungen für Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

In dieser ganzen Ausgabenliste tauchen die Investitionen der Gemeinde nicht auf. Die stehen im Finanzplan der Haushaltssatzung und sollen sich unter dem Strich auf ein Gesamtvolumen von über 15 Millionen Euro belaufen. Weil dem gegenüber nur sogenannte Einzahlungen aus Investitionstätigkeit von gut zehn Millionen Euro zu erwarten sind, muss die Kommune – wie berichtet – Kredite in Millionenhöhe aufnehmen.

Der Haushalt soll vom Rat Mitte Februar beschlossen werden. Der Kreis muss das Zahlenwerk letztlich genehmigen. Dabei geht Steinfurt die grobe Richtung trotz der Finanzlücken offenbar mit, wie Landrat Dr. Klaus Effing am Rande des Grünkohlessens der CDU andeutete. Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer habe das Investitionspaket mit dem Kreis besprochen, sagte Effing.

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