Heringsessen des Kultur- und Heimatvereins
Sauer und lustig

Westerkappeln -

Knapp 130 Heringsliebhaber hatten sich am Montag auf Einladung des Kultur- und Heimatvereins Westerkappeln im Saal von „Cord‘s Catering“ eingefunden, um sich den sauren Fisch samt Speckstippe schmecken zu lassen. Dabei wurde der Abend richtig lustig.

Mittwoch, 14.03.2018, 14:03 Uhr

Die Plattdeutsch-Abteilung „Dütt un Dat“ hatte einen Schwank aus dem Trauzimmer vorbereitet.Knapp 130 Heringsliebhaber hatten sich im Saal von „Cord‘s Catering“ eingefunden, um sich den sauren Fisch samt Speckstippe schmecken zu lassen – so viele wie nie.Inge Loske und Dieter Birkenkämper erläuterten den Brauch des Hochzeitsfahrrads.
Die Plattdeutsch-Abteilung „Dütt un Dat“ hatte einen Schwank aus dem Trauzimmer vorbereitet.Knapp 130 Heringsliebhaber hatten sich im Saal von „Cord‘s Catering“ eingefunden, um sich den sauren Fisch samt Speckstippe schmecken zu lassen – so viele wie nie.Inge Loske und Dieter Birkenkämper erläuterten den Brauch des Hochzeitsfahrrads. Foto: Astrid Springer

Das Heringsessen des Kultur- und Heimatvereins Westerkappeln erfreut sich zunehmender Beliebtheit. „So viele Gäste hatten wir noch nie“, stellte Vorstandsmitglied Horst Dormann zufrieden fest. Da war es zu verschmerzen, dass die Bürgermeister aus Westerkappeln und Lotte am Montagabend verhindert waren, kurzerhand wurde die Plattdeutschgruppe „Dütt un Datt“ zu Ehrengästen erklärt.

Knapp 130 Heringsliebhaber hatten sich im Saal von „Cord‘s Catering“ eingefunden, um sich den sauren Fisch samt Speckstippe schmecken zu lassen. Dass es sich dabei einst um ein klassisches Arme-Leute-Essen handelte, tat der Begeisterung keinen Abbruch.

Was ein echter Heringsfan ist, der hatte auch sein eigenes „Schrappmest“ dabei. „Für die Pellkartoffeln, die müssen nämlich selbst geschält werden“, erläuterte Dormann. „Am liebsten ein Windmühlenmesser, und bitte nicht so ein rostfreies!“, ergänzte Ellen Kutschwalski lachend. Und tatsächlich holten erstaunlich viele ihr eigenes Werkzeug aus dem Handtäschchen.

Viele der Gäste waren Wiederholungstäter. Neben Lottern und Westerkappelnern zählte unter anderem eine Delegation aus Schledehausen zu den Stammgästen. Aber auch Neulinge waren in den Reihen vertreten, um Ess- und Sprachkultur aus alter Zeit zu zelebrieren.

Knapp 130 Heringsliebhaber hatten sich im Saal von „Cord‘s Catering“ eingefunden, um sich den sauren Fisch samt Speckstippe schmecken zu lassen – so viele wie nie.

Knapp 130 Heringsliebhaber hatten sich im Saal von „Cord‘s Catering“ eingefunden, um sich den sauren Fisch samt Speckstippe schmecken zu lassen – so viele wie nie. Foto: Astrid Springer

Das Motto des Abends lautete „Hochtied fröüher un vandage“. Inge Loske von der Plattdeutschgruppe erzählte, wie vor Einführung von Telefon und E-Mail per Fahrrad zur Hochzeit eingeladen wurde: Mit dem Hochtiedbieke fuhr man über Land und lud mündlich ein.

Beim Thema Heirat durften selbstverständlich auch Tipps zur Partnerwahl nicht fehlen – auf Platt, versteht sich. „De Knieperigge rechnet im Oller nur noch doller“, wusste die Brautmutter weisen Rat. Zärtlichkeiten hingegen könne man über sich ergehen lassen, die ließen mit der Zeit schnell nach.

Inge Loske und Dieter Birkenkämper erläuterten den Brauch des Hochzeitsfahrrads.

Inge Loske und Dieter Birkenkämper erläuterten den Brauch des Hochzeitsfahrrads. Foto: Astrid Springer

Die Plattdeutsch-Abteilung „Dütt un Dat“ hatte einen Schwank aus dem Trauzimmer vorbereitet. Sehr zur Freude des Publikums stellte sich die resolute Brautmutter als erste bei der Standesbeamtin vor: „Ik ben de Moeder van dat Wicht.“

Von der Wahl ihrer Tochter war die Brautmutter ganz offensichtlich wenig begeistert und nahm kein Blatt vor den Mund. Schließlich wurde es der Standesbeamtin zu bunt: sie setzte die Trauung aus. Stattdessen beantragte der Brautvater seine eigene Scheidung, was dem Publikum endgültig die Tränen in die Augen trieb.

Im Verlauf des Abends hatte die plattdeutsche Truppe noch manche Anekdote zu bieten, es wurde noch viel von der „Guten alten Zeit“ erzählt und noch mehr gelacht.

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