Westerkappeln

Mo., 06.09.2010

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Tolles Konzert mit ergreifendem Abgang

Das Orchester mit Sängerin Melanie Spaude, die ihre Titel mit viel Charme und schöner Stimme präsentierte.Foto: (Gabriele Böhm)
Von Gabriele Böhm

Westerkappeln - Vielfalt war Trumpf. Am Sonntagnachmittag gastierte das Holger Till Jazz Orchester bereits zum dritten Mal auf dem Kulturhof Westerbeck. Die Musiker unterschiedlicher Generationen spielten bekannte und beliebte Jazz- und Swingtitel. Das Galerie-Café war restlos besetzt, viele weitere Zuhörer lauschten im Außenbereich.

„Es ist ein Experiment, eine Big Band im Café auftreten zu lassen,“ sagte Professor Raimund A. Beckmann zur Begrüßung. „Für mich ist es ein sehr reizvoller Ort mit einer besonderen Atmosphäre und einer sehr guten Akustik“, sagte Orchesterchef Holger Till. Schon 1990 hatte er die Idee, eine Band zu gründen, vor drei Jahren entstand dann das Orchester in der heutigen Zusammensetzung. Die Mitglieder kommen in der Mehrzahl aus Recke und Umgebung, jedoch auch aus London, Kuba und Caracas. Nur wenige der Musiker im Alter von 16 bis 60 Jahren sind Profis, die meisten spielen aus reinem Spaß an der Sache.

Till selbst hat Musik studiert, spielt mehrere Instrumente und ist mit verschiedenen Kleinkunst-Projekten in ganz Deutschland unterwegs. Einige der Musiker sind seine Schüler an der Musikschule Recke. Meist tritt das Orchester bei privaten Festen im Raum Recke, Ibbenbüren, Mettingen auf. Zusammen geprobt wird eher selten. Dass am Sonntag dennoch ein absolut mitreißendes, professionelles Konzert zu hören war, lag sicherlich an der hohen Qualität der einzelnen Musiker, aber auch am deutlich sichtbaren Spaß, zusammen Musik zu machen.

Nach der Begrüßung stellten sich einige der Musiker solistisch vor, unter ihnen Silke Nagel an der Trompete. Das Swing-Medley aus Titeln von Count Basie hatte quasi schon begonnen, als Till sie bat, „doch mal spontan“ das Solo zu übernehmen. Klar, dass es hervorragend klappte. Bei „The Sambaman“ hatte die Rhythmusgruppe einen ihrer Soloparts, auch Heiner Wehking an der Posaune glänzte als Solist und bei „The easy swing“ von Bob Mintzer stellten sich die Musiker selbst mit ihren Instrumenten vor. Immer wieder spendierte das Publikum Zwischenapplaus, schon nach den ersten Titeln gab es Bravo-Rufe. „Wir haben uns vor allem der Musik der 40er bis 60er Jahre verschrieben“, so Till. Titel von Carlos Santana erklangen, von Charly Parker, Tito Puente, Herbie Hancock, Cole Porter, Glenn Miller und Charlie Parker.

Auch eine großartige Sängerin hatte das Orchester zu bieten: Melanie Spaude, hauptberuflich Organistin der katholischen Kirchengemeinde Recke mit klassischer Gesangsausbildung, sang das „Girl of Ipanema“, „Blue Moon“ oder das durch den Film „Findet Nemo“ bekannt gewordene „La Mer“ von Charles Trenet und fühlte sich offensichtlich auch in dieser Sparte vollkommen zu Hause.

Begeistert zeigte sich das Publikum vom Abgang der Künstler - und nicht nur das Publikum: „Die Künstler sind aufgestanden und raus in den Sonnenuntergang geschritten. Das war wirklich ergreifend“, freute sich Beckmann über die Kreativität seiner Gäste.


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