Wettringen
So., 22.01.2012
Dorfpolizist Günter Oynhausen geht in den Ruhestand
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Wettringen. In den Weihnachtskarten ist die Rede von einem „netten, kollegialen Menschen, der nun leider geht“ oder einem „erprobten Aktivisten, der die Atmosphäre prägte“. Günter Oynhausen lächelt und ist ein bisschen gerührt über die Komplimente aus dem Rathaus. „Schade, dass du nicht mehr bei uns arbeitest“, steht dort auch. Der Dorfsheriff packt mit 62 Jahren die Sachen und geht Ende des Monats in den Ruhestand.
Nach Wettringen kam Günter Oynhausen am 1. September 2000. „Mein Vorgänger Heinz Hillebrand hatte mir ein bestelltes Feld hinterlassen“, erinnert sich Oynhausen. Im Rathaus wurde er damals gut aufgenommen, gehörte dazu. In den Schnittstellen Sozial- und Ordnungsamt erledigte man vieles auf dem kurzen Dienstweg, pflegte ein gutes Miteinander. So sind Freundschaften entstanden, die bis heute halten. Auch bei Feuerwehr, Sportvereinen, Schulen und den Schützen spricht er von „guter Zusammenarbeit. Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt. Ja, Wettringen war meine schönste Station. So wie hier habe ich mir den Polizeidienst vorgestellt.“ Ohne dramatische oder Aufsehen erregende Fälle.
Den größten Teil seines Berufslebens verbrachte Günter Oynhausen in Ochtrup. Streifendienst. „Die ständige Umstellung von Früh-, Spät- und Nachtdiensten war mir ein Greuel“, gesteht er. Die Stelle im Bezirksdienst in Wettringen war dann später das Richtige. Oynhausen und das Hiärtken, das passte: Die überschaubare Gemeinde und die ruhige, besonnene Art des erfahrenen Polizisten harmonierten. Er war ein Sheriff, mit dem man reden konnte, immer gesprächsbereit. Gerne auch auf der Straße. „Da hat man viel gehört und erfahren“, schmunzelte Oynhausen.
Oynhausen war kein brachialer Durchsetzer von Gesetzen und Vorschriften. „Mit der Peitsche herumlaufen und Knöllchen verteilen war nicht mein Ding“, beschreibt er sich. Nur wenn es nicht anders ging, nutzte er seine Möglichkeiten. Aber zuerst setzte Oynhausen auf die Vernunft. „Ich habe geholfen, wo ich konnte. Aber mir war auch immer klar: Du kannst die Welt nicht verändern.“