Anspruch auf Einzelzimmer

Do., 09.02.2012

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Seniorenheime werden teurer

Anspruch auf Einzelzimmer : Seniorenheime werden teurer

Bis 2018 müssen in den Seniorenheimen neue Standards geschaffen werden. Sowohl die Heimbewohner als auch die Gesellschaft als Ganzes müssen dafür tiefer in die Tasche greifen. Foto: Gerharz

Kreis Warendorf - 

Für die Heimbewohner kann es teuer werden – jedenfalls wenn sie Selbstzahler sind. Denn viele der 30 Seniorenheime im Kreis Warendorf werden umgebaut und die Investitionskosten dann umgelegt.

Von Beate Kopmann

Für die Heimbewohner kann es teuer werden – jedenfalls wenn sie Selbstzahler sind. Denn viele der 30 Seniorenheime im Kreis Warendorf werden umgebaut und die Investitionskosten dann umgelegt. Zum Teil müssen die Senioren jetzt einen Investitionskostenanteil von 26 Euro pro Tag verkraften. Im günstigsten Fall beträgt dieser Anteil dagegen nur 7,36 Euro. Die meisten Heime liegen derzeit zwischen zehn und 15 Euro (weil sie noch nicht modernisiert haben).

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Der Umbau etlicher Einrichtungen ist vom Land Nordrhein-Westfalen aber gewollt. Bereits 2003 wurde festgelegt, dass bis 2018 neue Standards gelten. Andernfalls erhalten die Heime kein Pflegewohngeld mehr.

Der Gesetzgeber hat vorgeschrieben, dass die Heime nur noch 80 Plätze haben dürfen – eine Herausforderung beispielsweise für das Elisabeth-Tombrock-Haus in Ahlen, das 148 Plätze anbietet. Ferner müssen die Häuser mindestens 80 Prozent der Zimmer als Einzelzimmer anbieten, wobei jedem Bewohner 50 Quadratmeter Nettowohnfläche zur Verfügung stehen.

„Heute will eigentlich jeder ein Einzelzimmer habern“, erläutert Monika Abeling (Heimleitung von zwei Einrichtungen in Freckenhorst). Wohl auch deswegen hat die Landesregierung gerade erst bestätigt, dass sie trotz Schuldenkrise an den vereinbarten Standards festhalten will.

Nach Einschätzung von Fachkräften soll die Spannbreite der Selbstzahler im Kreis Warendorf zwischen 50 bis 70 Prozent liegen – je nach Heim verschieden. Selbstzahler sind Senioren, die über mehr als 10 000 Euro Privatvermögen verfügen.

Die neue Vorgabe könnte aber durchaus dazu führen, dass künftig mehr Heimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen sind. Der Kreis Warendorf springt ein, wenn das Einkommen der Heimbewohner oder ihrer Angehörigen nicht ausreicht. In diesem Jahr zahlt der Kreis 5,7 Millionen Euro Pflegewohngeld und 6,2 Millionen Euro Sozialhilfe.

Laut Sozialamtsleiterin Brigitte Klausmeier entstehen aber immer mehr neue Wohnformen. Sie sind allerdings nicht unbedingt günstiger. „Pflegewohngemeinschaften sind für die Senioren oft sogar noch teurer als die Heime.“


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