Sa., 10.08.2013

Piraten machen gegen „schlüsselfertigen Überwachungsstaat“ mobil Konspirativer Treff im Nato-Lager

Im früheren Munitionsdepot der Nato machen die Piraten gegen Abhören und Ausspähen mobil, v. l.: Sebastian Wiesendahl (Bundestagskandidat), Spitzenkandidatin Melanie Kalkowski und Landtagsabgeordneter Kai Schmalenbach.

Im früheren Munitionsdepot der Nato machen die Piraten gegen Abhören und Ausspähen mobil, v. l.: Sebastian Wiesendahl (Bundestagskandidat), Spitzenkandidatin Melanie Kalkowski und Landtagsabgeordneter Kai Schmalenbach. Foto: Kopmann

Kreis Warendorf - 

Es geht an einen „geheimen Ort“. Treffpunkt ist ein Parkplatz an der B 51. Von dort „entführen“ die Piraten . . . allerdings auf eine äußerst höfliche Art.

Von Beate Kopmann

Es geht an einen „geheimen Ort“. Treffpunkt ist ein Parkplatz an der B 51. Von dort „entführen“ die Piraten . . . allerdings auf eine äußerst höfliche Art. „Macht es Ihnen was aus, eine Augenbinde aufzusetzen?“, fragt Sebastian Wiesendahl , Direktkandidat der Piraten im Kreis, die Redakteurin.

Auch gut – etwas Spaß muss sein, also: Autowechsel und Augenbinde auf: Gefühlte fünf Minuten später sind wir am früheren Nato-Munitionsdepot in Ostbevern . Kein idyllischer Ort. Dabei ist in den alten Bunkern ein Bauernhof untergebracht. Hühner, Ziegen, Pferde . . . Aber der Ort wurde nicht gewählt, um zu beweisen, dass man keine Angst vor großen Tieren hat, sondern, weil er abhörsicher ist. Das hat auch Nachteile: Sebastian Wiesendahl will einige Daten checken und greift nach dem Smartphone. „Du dürftest hier kein Netz haben. Aus diesem Grund sind wir hier“, kommentiert Melanie Kalkowski , Spitzenkandidatin der Piraten, schmunzelnd.

Und sie spinnt den Faden weiter: „Vielleicht müssen wir uns künftig an solchen Orten treffen, wenn wir uns noch frei unterhalten wollen.“ Die drei Piraten sind gut gerüstet, um auf die Gefahren des „schlüsselfertigen Überwachungsstaates“ aufmerksam zu machen. Denn auch wer im Netz vorsichtig unterwegs sei, gebe viel von sich preis: etwa wenn er nach Krankheiten googelt. „Das hört sich vielleicht nach Science Fiction an, aber es ist einfach, Profile von Menschen zu erstellen, deren normales Verhalten plötzlich den Stempel ‚auffällig‘ bekommt.“ Kalkowski zieht den Vergleich zur atomaren Strahlung, die man zunächst auch nicht bemerke. Und Kai Schmalenberg (MdL) geht noch weiter: „Das ist ein krasser Verstoß gegen das Postgeheimnis. Genauso gut kann man jeden Brief öffnen und scannen.“

Vor diesem Hintergrund fordern die Piraten eine digitale Abrüstungskontrolle. Und NSA-Enthüller Edward Snowden steht bei ihnen selbstverständlich hoch im Kurs. „Dem würde ich den Bundesverdienstorden verleihen“, betont Kalkowski. Und lässt sich auch nicht beirren durch Hinweise, dass durch Abhören und Ausspähen auch Terrorangriffe verhindert werden könnten. „Keine Regierung der Welt sollte über derartige Instrumente verfügen.“

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