Di., 27.09.2016

Rückführung nach Bulgarien verhindern Kirchenasyl für jungen Syrer

In der Heilig-Geist-Kirche in Beelen hat ein junger Syrer Kirchenasyl erhalten, der nach Bulgarien zurückgeschickt werden sollte. Die Kirche wird von der Gemeinde nicht mehr genutzt, ihr gehören aber Grund und Boden.

In der Heilig-Geist-Kirche in Beelen hat ein junger Syrer Kirchenasyl erhalten, der nach Bulgarien zurückgeschickt werden sollte. Die Kirche wird von der Gemeinde nicht mehr genutzt, ihr gehören aber Grund und Boden. Foto: Ulrike von Brevern

Beelen/Telgte - 

Ein syrischer Flüchtling lebt seit Montagabend im Kirchenasyl in Beelen – in der evangelischen Heilig-Geist-Kirche, die 2015 von der Gemeinde aufgeben wurde.

Von Beate Kopmann

Ezzeddin Khoshko, der 1992 in Syrien geboren wurde, war vorher in Telgte. Der junge Asylbewerber sollte gemäß Dublin-Abkommen nach Bulgarien zurückgeschickt werden. Dort war er nach Europa eingereist und registriert worden. Schon damals wurde Khoshko von den Bulgaren inhaftiert, geschlagen und verbal bedroht. Deswegen und weil Menschenrechtsbewegungen darauf hinweisen, dass Bulgarien kein sicheres Land für Flüchtlinge ist und dort massive Menschenrechtsverletzungen passieren sollen, haben Flüchtlingshelfer nach einem Ausweg für den Syrer gesucht. Die evangelische Kirchengemeinde Warendorf, die auch für Beelen zuständig ist, erklärte sich schnell bereit, Kirchenasyl zu gewähren.

Hans-Jürgen Klein, Mitglied des Presbyteriums in Beelen, sagte auf Anfrage unserer Zeitung: „Was den Syrer in Bulgarien erwartet, wissen wir alle. Deswegen gewähren wir aus humanen Gründen Kirchenasyl.“

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Was den Syrer in Bulgarien erwartet, wissen wir alle. Deswegen gewähren wir aus humanen Gründen Kirchenasyl.

Hans-Jürgen Klein

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Der Kreis Warendorf weist darauf hin, dass die Entscheidung, den Asylsuchenden nach Bulgarien zurückzuführen, nicht vom Kreis getroffen wurde, sondern vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). „Wir als Ausländerbehörde sind nur für die Umsetzung dieser Rückführung zuständig.“ Man werde aber zeitnah Kontakt zur Kirchengemeinde aufnehmen und den Fall ansprechen, kündigt der Kreis an.

Die Kirchengemeinde hatte der Kreisverwaltung mitgeteilt, dass beim BAMF ein Härtefallantrag für den syrischen Flüchtling gestellt werden soll. Der Kreis Warendorf will diese Entscheidung zunächst abwarten.

Bereits im Jahr 2015 hatte es in Beelen Kirchenasyl gegeben, als die katholische Kirche drei syrischen Flüchtlingen ihre Türen öffnete: mit Erfolg. Damals lenkte die Kreisverwaltung schnell ein. Die drei Asylbewerber sind inzwischen anerkannt. Auch jetzt unterstützen viele Katholiken das Kirchenasyl der evangelischen Gemeinde.

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