Sammeln für guten Zweck
16,5 Millionen für die gute Sache

Wadersloh -

Weltrekord, die zweite: Mit Kronkorken für die gute Sache kommt ein 35-jähriger Koch aus Wadersloh jetzt wieder ins Guinness-Buch der Rekorde. Und unterstützt den Hilfsfonds Darmkrebs. Ein toller Einsatz!

Freitag, 06.01.2017, 05:01 Uhr

Sven und Ingo Petermeier leeren zwei Big Bags voll mit Kronkorken.
Sven und Ingo Petermeier leeren zwei Big Bags voll mit Kronkorken. Foto: Dierk Hartleb

Zum zweiten Mal nacheinander Weltrekord . Ingo Petermeier hat es allen gezeigt, „Viele haben mich ausgelacht und gesagt, dass schaffst du nie.“ Aber der 35-jährige Wadersloher hat das Ergebnis seiner Kronkorken-Sammelaktion von 2015 noch einmal übertroffen: Nach knapp zweieinhalb Containerladungen im vergangenen Jahr, die 24,6 Tonnen auf die Waage der Firma Karec brachte, waren es jetzt drei Ladungen mit 32,8 Tonnen. Das entspricht 16,5 Millionen dieser kleinen runden Verschlüsse. Der aufgerundete Erlös von 2880 Euro kommt in voller Höhe dem „Hilfsfonds Darmkrebs“ der „Felix-Burda Stiftung“ zugute, die beim Wiegen durch den Marketingleiter der Stiftung, Carsten F. Buchert vertreten war.

Voller Spannung hatten sich am Mittwoch auf dem Recyclinghof des Ehepaares Claudia und Ulrich Lawniczak , die die Aktion unterstützen, rund 30 Akteure und Gäste eingefunden, darunter Waderslohs Bürgermeister Christian Thegelkamp und Sabine Pfeffer, stellvertretende Bürgermeisterin der Nachbarstadt Lippstadt. Schließlich galt es einen neuen Weltrekord zu beurkunden. Darin ist Thegelkamp allerdings schon geübt, denn auch das Rekordsammelergebnis 2015 hatte er beglaubigt. Und die Lippstädter Repräsentantin meinte lakonisch, der Kronkorken-Sammelkönig müsse sich vorkommen wie „Dagobert Duck“ beim Geldzählen.

Zum Zählen stieg der Korken stieg Ingo Petermeier allerdings nicht in den dritten Container, sondern um gemeinsam mit seinem Bruder Sven noch zwei Big Bags im Container auszuschütten.

Schon am frühen Mittwochmorgen waren auf dem Hof Petermeier an die zwei Dutzend Helfer zusammengekommen, um bis nachmittags drei Containermulden mit einem Fassungsvermögen von 40 Kubikmetern mit Flaschenverschlüssen zu verladen. In den zwölf zurückliegenden Monaten kamen 84 dieser Big Bags mit Kronkorken in allen Farben zusammen, die in Tüten, Kartons, Briefumschlägen, Eimern, Säcken oder Kisten angeliefert wurden. „Nach der Arbeit erlebe ich oft mal eine Überraschung vor der Haustür“, freut sich Ingo Petermeier.

Was als Nachbarschaftsinitiative begann, hat längst die Grenzen des Kreises verlassen. Gesammelt wird in Niedersachsen, Hessen und im Süden der Republik. Selbst aus den Niederlanden kommen die zwei Gramm schweren Flaschenverschlüsse, die allerdings nicht eins zu eins in die Verschrottung gehen können, wie Ulrich Lawniczak erklärt. Denn um das Metall einzuschmelzen, muss zunächst der Plastikeinsatz abgetrennt werden. Recycelt werden kann nur das reine Metall.

Früher wurde noch echter Kork verwendet. Unter den eingelieferten Korken befanden sich auch solche, die bei Sammeln ein kleines Vermögen wert sind. Mutter Elisabeth kennt die Herkunft dieser wertvollen Kronkorken. „Es handelt sich um Kronkorken aus den Jahren von 1931 bis 1940 vom Getränkehersteller Staatlich Fachingen.“ Doch bei allem Verständnis für Kronkorken-Sammler – einer kommt regelmäßig zu Ingo Petermeier, um in seinem Sortiment zu stöbern und zahlt dafür einen Obolus – geht es dem Wadersloher allein um die gute Sache.

Wie lange hält der neue Weltrekord? Bei dieser Frage wird der Initiator seltsam still. „Wir sammeln weiter“, verspricht er.

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