Freckenhorster Forum „Wirtschaft trifft Politik“
„Deutschen fehlt Selbstbewusstsein“

Kreis Warendorf -

„Soziale Sicherheit und Globalisierung schließen sich aus“, das sagte der ehemalige ZDF-Auslandskorrespondenten Klaus Prömpers beim Freckenhorster Forum „Wirtschaft trifft Politik“.

Samstag, 14.07.2018, 08:10 Uhr

Fachkundiges Podium, das mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, LVHS Dr. Michael Gennert als Moderator, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Frank Tischner und dem ehemaligen ZDF-Auslandskorrespondenten Klaus Prömpers besetzt war (v.r.).
Fachkundiges Podium, das mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, LVHS Dr. Michael Gennert als Moderator, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Frank Tischner und dem ehemaligen ZDF-Auslandskorrespondenten Klaus Prömpers besetzt war (v.r.). Foto: Dierk Hartleb

Das Ahlener Programm von 1947 hatte sich Dr. Klaus Prömpers zurechtgelegt, um beim 4. Freckenhorster Forum am Donnerstagabend in der Landvolkshochschule Freckenhorst zum Thema „Globalisierung – Fluch oder Segen“ weit auszuholen. Der Diplom-Volkswirt, der nach Stationen in Brüssel und Wien 2011 die Leitung des New Yorker ZDF-Studios bis zu seinem Ruhestand 2014 übernahm, legte den Zuhörern angesichts der neuerlichen Drohungen von US-Präsident beim Nato-Gipfel in Brüssel wärmstens ans Herz: „Die Deutschen müssen etwas selbstbewusster werden.“ Wobei es politisch noch ungemütlicher werde, wenn Trump mit seiner Drohung mit den Strafzöllen auf Autos Ernst mache. „Soziale Sicherheit und Globalisierung schließen sich aus“, stellte Prömpers fest und warnte davor, bei den Themen Flucht und Migration bedingungslos dem Kurs der Populisten zu folgen. „Wir werden die Flucht übers Mittelmeer nie ganz stoppen können“, sagte der Journalist voraus.

Der Mittelstand war derjenige, der die Wirtschaft- und Finanzkrise 2008 am schnellsten über wunden hat.

Frank Tischner

Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Steinfurt-Warendorf, stellte selbstbewusst fest, dass das Handwerk in Deutschland mit 100 000 Betrieben, knapp 5,5 Millionen Beschäftigten und einem Umsatz von 581 Milliarden Euro keinen Grund habe zu kuschen. „Der Mittelstand war derjenige, der die Wirtschaft- und Finanzkrise 2008 am schnellsten überwunden hat“, erklärte Tischner selbstbewusst. Mit Nachdruck appellierte er an die Politik, an der dualen Ausbildung festzuhalten. „Die Schulen nur mit i-Pads auszustatten, wird nicht reichen“, erklärte der Handwerksvertreter, wenn die schulische Infrastruktur marode sei. Wenn sich das Handwerk in Südafrika engagiere, geschehe dies nicht, um die Globalisierung voranzutreiben, sondern um einen Beitrag zur Entwicklung des Landes zu leisten. Vehement wandte sich Tischner gegen das Preisdumping bei Lebensmitteln, das Gift sei für faire Handelsbedingungen.

Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz.

Dr. Stefan Zekorn

Mit dieser Forderung hatte der Handwerksmeister Weihbischof Dr. Stefan Zekorn umgehend auf seiner Seite, der bedauerte, wenn immer noch Hähnchenschenkel aus der EU nach Afrika exportiert würden und dort die heimischen Märkte mit Billigfleisch überschwemmen würden.

Zekorn berief sich auf Papst Franziskus, der vor einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ gewarnt hat und sich stattdessen für eine „kooperative Globalisierung“ stark macht. „Das Mittelmeer wird zu einer Todeszone“, kritisierte Zekorn und Europa schaue zu. Im Hinblick auf die Migrationsbewegung, meinte Zekorn „Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz.“

Die anschließende Diskussion moderierte LVHS-Leiter Dr. Michael Gennert gewohnt souverän, wie er auch sachkundig in das Thema eingeführt hatte.

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