Mi., 30.09.2009

Ahlen Festakt: Gymnasium als Keimzelle der Kultur

Von Dierk Hartleb

Ahlen - Das Städtische Gymnasium kann sich auf die Stadt Ahlen verlassen. Das war der Kern der Botschaft, die Bürgermeister Benedikt Ruhmöller zur Eröffnung der Festwoche „650 Jahre höhere Schulbildung in Trägerschaft der Stadt Ahlen“ am Montagabend in die Aula des Gymnasiums mitgebracht hatte. Ruhmöller versicherte: „Dieses Städtische Gymnasium wird auf Beschluss des Rates im nächsten Jahr in den Ganztagsbetrieb überführt.“ Derzeit würden das Gebäude und seine Außenanlagen für die Nutzung ertüchtigt.

Für das ungewöhnliche Jubiläum - selbst die altehrwüdige Universität Leipzig bringt es gerade auf 600 Jahre, wie der Vorsitzende der Ehemaligenvereinigung der Schule, Peter Fink , herausgefunden hat - hatte Schulleiter Siegfried Knepper seinen alten Geschichtslehrer und späteren Kollegen am Laurentianum in Warendorf, Prof. Dr. Paul Leidinger , als Festredner gewonnen, der die Schule und ihre Bedeutung für die Stadtentwicklung in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellte. Dabei führte Leidinger den Nachweis, dass sich in der Schule auch die jeweilige Stadtentwicklung ablesen lasse. Anzunehmen sei, dass es schon vor der Gründung der Lateinschule in zunächst kirchlicher Trägerschaft eine Schule bestanden hat.

Am 24. September 1359 übernahm die Stadt mit der Stiftung zweier Vikarien die Lateinschule in eigene Regie, zu deren erstem Leiter Hermann von Schöppingen berufen wurde.

Leidinger beschrieb, wie in Folge des 30-jährigen Kriegs oder wirtschaftlichen Niedergangs die Schule, die über Jahrhunderte dem Klerus, dem Adel und später den Söhnen wohlhabender Kaufleute vorbehalten war, die Schule immer wieder ausblutete. Erst mit der Gründung einer mittleren Bürgerschule im Jahr 1845, die später in eine Rektoratsschule und erst 1911 ein Realprogymnasium umgewandelt wurde, kann von einem gymnasialen Bildungsauftrag gesprochen werden.

In diesem Zusammenhang erinnerte Mechtild Frisch, Schulleiterin des Bischöflichen Gymnasiums, in ihrem Grußwort daran, dass erst mit der Gründung der höheren Töchterschule St. Michael durch die Schwestern des Ordens „Unserer lieben Frau“ Anfang des 20. Jahrhunderts auch die höhere Mädchenbildung in der Stadt Einzug hielt.

Dr. Ulrich Hillebrand, leitender Regierungsschuldirektor, bescheinigte der Schule, eine gute Bildungsarbeit zu leisten. Nicht zuletzt bei der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, die heute bereits 40 Prozent eines Jahrgangs in der Stufe fünf ausmachten. Peter Fink schließlich, Vorsitzender der Abiturienten-Vereinigung (AVA), sagte, er sei stolz, Absolvent dieser Schule zu sein, die nach 1945 auch Keimzelle für das kulturelle Leben der Stadt gewesen zu sein.

Viel Beifall erhielten die Mitglieder der Medien AG, die in einem Film die 650 Jahre Schulgeschichte in Ahlen sehr pointiert Revue passieren ließen. Im Mittelpunkt steht der fiktive Schüler Wiethold, ein einfacher Bauernjunge und Schweinehirte, dem der Weg zu höherer Schulbildung verwehrt bleibt.

Für einen schwungvollen musikalischen Rahmen sorgte das Schulorchester unter der Leitung von Peter Dermannn.

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