Mi., 30.09.2009

Ahlen Ein „wahrer Pädagoge“: Dietmar Hecht trägt Bundesverdienstkreuz

Von Dierk Hartleb

Ahlen / Düsseldorf - „Eine neue Kultur des Miteinanders“ liegt Dr. Jürgen Rüttgers besonders am Herzen. Bei der Auszeichnung von 13 Bürgern des Landes mit dem Bundesverdienstkreuz - darunter Dietmar Hecht aus Ahlen - forderte der Ministerpräsident am Mittwoch die Eliten auf, wieder ein Vorbild für die Gesellschaft zu sein. Im Hinblick auf die von Banken ausgelöste Finanzkrise sagte Rüttgers, Maßstäbe setzte man nicht durch Ämter, Einkommen oder Herkunft, sondern durch Handeln. Dazu gehöre auch, dem Nächsten, der in Not geraten sei, die Hand zu reichen.

Dietmar Hecht, der in Ahlen am Bischöflichen Gymnasium St. Michael Geschichte, Philosophie und katholische Religion unterrichtet, steht für diese Kultur des Miteinanders und des Hinschauens. Sabine Peper, Moderatorin bei TV-NRW, bezeichnete in der von ihr verlesen Laudatio den 64-Jährigen als „wahren Pädagogen“, der die Kinder und Jugendliche anleite und dabei eine Vorbildfunktion übernehme.

Ausgehend vom Eintreten für die christlich-jüdische Aussöhnung hat Hecht in den 80er Jahren den Kontakt nach Israel gesucht und in KiryatGat eine Partnerschule gefunden. Dabei hatte er Wert darauf gelegt, die palästinensische Seite einzubeziehen. Aus dieser Zeit resultiert auch Hechts Mitarbeit im Arbeitskreis „Woche der Brüderlichkeit“. Verdienste erwarb er sich auch bei der Aufarbeitung der Rettung der jüdischen Familie Spiegel nach dem von Imo Moszkowicz geschriebenen Drehbuch für den Film „Unter Bauern“.

Nach dem Fall der Mauer konnte Hecht sein schon früher vorhandene Interesse für Osteuropa offiziell vertiefen und erste Kontakte mit einem Lyzeum in Siebenbürgen knüpfen. Die Robert-Bosch-Stiftung fand das von ihm initiierte Fotoprojekt für die Austauschschüler so vorbildlich, dass sie es auszeichnete.

Vor zehn Jahren nahm Hecht dann mit Serbien ein Land in den Blick, das nach dem Krieg im Kosovo international isoliert war. Eine gemeinsam von serbischen und deutschen Schülern gestaltete Gedenkfeier zum Ende des Zweiten Weltkriegs markiert einen der Höhepunkt dieser Schulpartnerschaft.

Als erste Ahlener gratulierten stellvertretende Bürgermeisterin Elisabeth Werner und CDU-Landtagsabgeordneter Berni Recker dem Geehrten, der sich sichtlich freute.

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