Brandanschlag auf Volksbank
So., 05.02.2012
Die „Männer des Jahres“
Die Volksbank-Vorstandsmitglieder Martin Weber (l.) und Paul-Ludwig Rosche (r.) bedankten sich bei Andreas Kramer und Alexander Wolf (v.l.) für ihren couragierten Einsatz.
Ahlen -
Den 29. Dezember 2011 werden Alexander Wolf und Andreas Kramer so schnell nicht vergessen. Sie waren beide gerade als Kunden in der Hauptstelle der Volksbank an der Weststraße, als ein vermutlich geistig verwirrter Mann mit mehreren Brandsätzen das Geldinstitut angriff (die „AZ“ berichtete).
|
|
Den 29. Dezember 2011 werden Alexander Wolf und Andreas Kramer so schnell nicht vergessen. Sie waren beide gerade als Kunden in der Hauptstelle der Volksbank an der Weststraße, als ein vermutlich geistig verwirrter Mann mit mehreren Brandsätzen das Geldinstitut angriff (die „AZ“ berichtete).
Am Donnerstagabend bedankten sich die Vorstände Martin Weber und Paul-Ludwig Rosche bei den zwei Männern, die den Brandstifter unmittelbar nach der Tat stellten und bis zum Eintreffen der Polizei festhielten. „Wir haben den ganzen Vorgang ja nur auf den Bildern der Überwachungskamera gesehen, erzählen Sie doch mal“, bat Paul-Ludwig Rosche um eine Schilderung der Ereignisse.
„Meine Freundin wollte Geld ziehen und war am Automaten, ich stand im Raum vor den Schließfächern“, erinnerte sich Alexander Wolf. Der Sendenhorster hörte einen Knall und sah eine Flasche fliegen, dann hörte er den Ruf „Alle raus“. Näher dran war Andreas Kramer. „Ich zahlte in der Halle Kleingeld in den Automaten ein, da hörte ich eine Mitarbeiterin rufen ‚Was machen Sie da‘?, dann knallte es schon“, berichtete der 42-jährige Ahlener.
Schwarzer Rauch erfüllte blitzschnell die Schalterhalle, Kramer verließ schnellstens das Gebäude. Kaum draußen, sah er im dichten Rauch ein paar Beine – daneben ein Werkzeug. „Das war der Täter, neben sich zog er eine bestimmt einen Meter lange Schraubzwinge her“, schilderte der Ahlener Prozesstechniker den ersten Anblick des Brandstifters. „Dann kam er direkt auf mich zu und schrie ‚Mach Platz‘, als ich in Höhe des Promedia-Eingangs stand“, griff der Sendenhorster den Faden auf. Es ging blitzschnell. Der 24-jährige Verfahrenstechniker hörte eine Stimme rufen „Das ist er“ und packte zu. Für den stämmigen 1,82-Meter-Mann war es kein großes Problem, den Brandstifter zu Boden zu bringen. Zusammen mit Alexander Kramer fixierte er den Attentäter. „Da war noch einer, der zog dem Brandstifter ein Messer aus der Hosentasche“, ergänzte der Ahlener.
Die Bankvorstände lauschten gebannt dem Bericht. „Wenn man sich überlegt, was in diesen wenigen Sekunden, nach unserer Messung lag die Dauer unter 30, alles passierte, können wir uns nur von Herzen bei Ihnen bedanken“, machte Martin Weber seinen Gefühlen Luft. Auch Paul-Ludwig Rosche drückte seine Bewunderung für die schnelle Reaktion aus. „Durch Ihr selbstloses und beherztes Eingreifen haben Sie Schlimmeres verhindert“, so der Vorstand.
Besonders betonte er die Bedeutung, die von der Festnahme des Täters für die Mitarbeiter und Kunden ausging. Das Institut hatte gleich für die Beteiligten psychologische Hilfe organisiert, die auch von einigen in Anspruch genommen wurde. „Gerade dabei ist es wichtig zu wissen, dass der Täter so etwas nie wiederholen kann. Durch Ihre Zivilcourage sind Sie die Männer des Jahres 2011 für uns“, so Rosche.
