Knödeln ist nicht ihr Ding

Do., 09.02.2012

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Beste Unterhaltung: „Zwölf Tenöre“ und „Zehn Sopranistinnen“ in der Stadthalle

Knödeln ist nicht ihr Ding : Beste Unterhaltung: „Zwölf Tenöre“ und „Zehn Sopranistinnen“ in der Stadthalle

Die zehn Sopranistinnen unterstützten als Überraschungsgäste die Tenöre optisch wie stimmlich bestens. Foto: Markus Möhl

Ahlen - 

Die Anzahl variiert, die Stimmlage bleibt – und der Erfolg ist programmiert. Tenöre haben derzeit Hochkonjunktur – ob drei, fünf oder zehn.


In der Stadthalle gab am Dienstagabend sogar ein Dutzend Meister der hohen Töne sein musikalisches Stelldichein –„The 12 Tenors“ machten auf ihrer Europatournee in Ahlen Station und zeigten sich erstaunlich „un-tenorig“. Wo andere knödeln was das Zeug hält und den Crossover zwischen Rock und Pop nur mit viel Schmalz und gestelzter Silbendehnung auf die Bühne bringen, da ist die international besetzte Truppe der zwölf Tenöre erstaunlich frisch, frech und locker drauf. „Ich bin übrigens der Johannes – Hi!“ wurde das Publikum gleich zu Anfang begrüßt – und spätestens da war klar: Das wird kein gepflegter Opernabend, den sicher viele der älteren unter den 400 Zuschauern erwartet hatten. Stattdessen gab es „Queen“, Michael Jackson, die „Beatles“ und „Bee Gees“ auf die Ohren – und für die weiblichen Fans zwölf mehrheitlich gutaussehende Herren als Augenschmaus dazu. Auch die übrige Musikauswahl speiste sich eher aus dem Rock- und Pop-Fach als aus der klassischen Musik. Damit heben sich die Herren wohltuend von ihren Pendants, die derzeit den Markt beherrschen, ab. Auf hohem Niveau und mit einer angenehmen Portion Selbstironie („Je mehr Sie in der Pause trinken, desto schöner hören wir uns danach an“) führen sie vor, wie Musical-, Rock- und Popsongs anspruchsvoll mehrstimmig und sehr unterhaltsam präsentiert werden können. So werden die Tenöre, von denen nur wenige im Opernfach, dafür aber umso mehr im Musicalbereich zu Hause sind, wechselweise zum Hintergrundchor und ersetzen bei gut arrangierten Stücken wie „Bohemian Rapsody“ von „Queen“ oder „Music“ von John Miles die Instrumente. Und das ist manchmal auch nötig, denn die beiden Keyboards und der Schlagzeuger geraten in der Begleitung gelegentlich an ihre Grenzen. Vor allem bei dem Operettenschlager „Dein ist mein ganzes Herz“ oder dem „Libiamo“ aus der Oper „La Traviata“ vermisst man dann doch den Klang eines großen Orchesters. Dem positiven Gesamteindruck der temporeichen Show tat das allerdings keinen Abbruch – zumal die Tenöre von den Damen der „10 Sopranos“ als Überraschungsgäste optisch wie stimmlich bestens unterstützt wurden. Da reichte die Bühne der Stadthalle manchmal kaum aus, um die ganze geballte Stimmkraft ins Licht zu rücken. Dem Publikum war’s nur Recht – und es fühlte sich mit dem unvermeidlichen Rausschmeißer „Time To Say Goodbye“, gesungen aus 22 „Goldkehlen“, bestens in den Restabend verabschiedet.         Markus Möhl Mehr Bilder zum Thema in den Fotogalerien auf www.ahlener-zeitung.de

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