Di., 04.10.2016

Thema Kopftuch mal anders Comics lockern die Debatte auf

Soufeina Hamed zeichnet Comics zum Thema Kopftuch. Die Ausstellung wurde in der Ditib-Moschee eröffnet.

Soufeina Hamed zeichnet Comics zum Thema Kopftuch. Die Ausstellung wurde in der Ditib-Moschee eröffnet. Foto: Steinhorst

Ahlen - 

Ausstellungseröffnung in der Ditib-Moschee: Die Berliner Künstlerin Soufeina Hamed zeigt ihre Comics zum Thema Kopftuch. Und bringt damit nicht nur einen lockeren Ton in die Debatte, sondern trägt auch zur Versachlichung bei.

Von Ralf Steinhorst

Der bundesweite „Tag der offenen Moschee“ war am Montagmittag der Rahmen für eine besondere Ausstellungseröffnung in der Ditib-Moschee. Die Schau „EbenSo“ der Künstlerin Soufeina Hamed aus Berlin greift das Thema Kopftuch auf und läuft im Rahmen des Projekts „Vorurteile abbauen“ von Innosozial.

Comic-Zeichnungen zum Thema Kopftuch? Bei dieser Idee stellte sich Recep Hazar , Vorsitzender der Ditib-Gemeinde, zunächst auch die Frage, ob die Moschee dazu geeignet ist. „Gut, dass wir es gemacht haben“, sei er sich dann aber sicher gewesen und hoffe nun, dass die Vorurteile abnehmen, weil die Ausstellung zu mehr Sachlichkeit führen könne.

Auch der stellvertretende Bürgermeister Karl-Heinz Meiwes ging auf diesen Aspekt ein: „Die Kopftuchdebatte soll gelassener geführt werden“, sagte er. Gerade Arbeitgeber mahnte er, mehr einen Blick auf die Qualifikation von Bewerbern zu werfen als auf das Aussehen. Denn es gebe viele Frauen, die Kopftuch tragen und hochqualifiziert sind.

Dass Arbeitgebern dabei geholfen werden müsse, stellte Dietmar Zöller von Innosozial heraus, gleichzeitig müssten aber auch muslimische Frauen ermutigt werden, ihre Möglichkeiten zu nutzen.

Ihre Chancen genutzt hat die Künstlerin Soufeina Hamed, die aus Berlin angereist war. Beruflich ist die überzeugte Kopftuchträgerin als Projektmanagerin in einem Zentrum für Führungskräfte tätig. „Das Zeichnen ist ein Medium, mit dem man viel erreichen kann“, habe sie schnell entdeckt, als sie ihren ersten Bilder ins Internet setzte. Die seien auf große Resonanz gestoßen und hätten einen Dialog ausgelöst. Das Erlebnis war dann auch der Startschuss für weitere Comics, in denen Soufeina Hamed ihre Befindlichkeiten verarbeitete, aber gleichzeitig auch Verständnisschwierigkeiten aufzeigt. Und schließlich verdeutlicht sie, dass ihr Fragen nach dem Kopftuch unangenehm sind, weil das Tragen für sie eine Frage der Selbstbestimmung ist. Trotzdem wolle sie die Kopftuchdebatte auflockern.

So versucht die Künstlerin in ihren Comics auch Gemeinsamkeiten zu finden – wenn zum Beispiel eine Frau mit Kopftuch Regen genauso schlimm empfindet wie eine ohne Kopftuch. Oder beide beim Essen von Keksen auf die Kalorien schauen.

Nach der Eröffnung in der Moschee ist die Ausstellung in das Lesecafé der Stadtbücherei umgezogen, wo sie bis zum 21. Oktober zu sehen ist. Am 20. Oktober um 17 Uhr findet zudem dort eine Diskussion zum Thema statt.

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