Bürgerzentrum Schuhfabrik
Querschnitt aus dem „Lindenwerk“

Ahlen -

Eine Tribute-Band muss oft erst einmal Kritiker überzeugen. „Lindstärke 10“ gelang das am Samstag in der Schuhfabrik im zweiten Konzertteil.

Sonntag, 05.02.2017, 18:02 Uhr

Rockige drei Stunden Lindenberg-Tribute mit Sänger Claus Beike überzeugten am Ende auch die kritischen „Lindianer“.
Rockige drei Stunden Lindenberg-Tribute mit Sänger Claus Beike überzeugten am Ende auch die kritischen „Lindianer“. Foto: Christian Feischen

„Ich geh‘ meinen Weg, ob gerade oder schräg, das ist egal“: Der Mann am Mikro sah aus wie Udo Lindenberg , sang wie der originale „Panikrocker“ und zauberte genauso manch lockeren Spruch unter dem Hut hervor. Claus Beike ist Frontmann des Quintetts „Lindstärke 10“, das am Samstagabend Udo Lindenbergs Deutschrock als Tribute-Band auf die Bühne des Bürgerzentrums Schuhfabrik brachte. „Geilomat, wie ihr mitmacht, Ahlen !“, lobte Beike die über 150 Besucher schon nach den ersten Songs. Sogleich spendierte die Band – ganz in Lindenberg-Manier – erst mal Eierlikör für das Publikum.

Seit 2008 haben sich die fünf Musiker aus Emsdetten der Musik Udo Lindenbergs, dem Wegbereiter von Rockmusik mit deutschen Texten, verschrieben und touren quer durch die Republik. Bei ihrem Ahlener Konzert, dem ersten Deutschrock-Tribute in der Hommage-Reihe des Büz, boten „Lindstärke 10“ mit sichtlich Spaß auf der Bühne einen fast dreistündigen musikalischen Querschnitt aus dem „Lindenwerk“. Der reichte von den rockigen 70er-Jahre-Klassikern wie „Boogie Woogie Mädchen“ oder „Alles klar auf der Andrea Doria“ bis zur nachdenklichen Ballade „Nimm dir das Leben und lass es nicht mehr los“ aus jüngster Zeit.

Sänger Claus Beike, Gerrit Eilert an der Gitarre, Keyboarder Martin Weide, Bassist Reinhard Wolters und Schlagzeuger Christian Schulze-Severing boten – sehr kraftvoll und laut gespielt – vor allem die Rocksongs dar, die Lindenbergs Karriere vor knapp 50 Jahren begründeten: „Die Mutter guckt alleine Krimi oder Quiz, die Tochter ist da, wo die Action ist“, vibrierte es als letzte Zugabe durch den Büz-Saal. Am Samstag waren es allerdings augenscheinlich eher die Mütter, die zur „Action“ auf der Bühne mittanzten. Auch Lindenberg-Fans kommen eben in die Jahre. Und „Panik-Udo“ selbst ist schließlich auch schon 70 Jahre alt geworden.

„Ruhm-Weiterverwertung“ nennen kritische Stimmen darum mitunter Tribute-Bands, weil sie eigentlich nicht viel mehr leisten würden, als die vergangenen Erfolge großer Vorbilder nachzuspielen. Mit Claus „Udo“ Beikes Imitationen von Lindenberg-Posen wirkte das im ersten Teil des Konzerts tatsächlich so – zumindest auf einige eingefleischte Panikrock-Fans, die auch aus der Umgebung zum Konzert nach Ahlen gekommen waren und die „Lindstärke 10“-Darbietung zunächst noch ziemlich „gekünstelt“ fanden.

Als später mit dem Anti-Neonazi-Song „Sie brauchen keinen Führer“ oder dem „Mädchen aus Ost-Berlin“, dem die Einheit des geteilten Deutschlands herbeisehnenden Liebeslied von 1973, endlich auch die politische Seite des Textdichters Udo Lindenberg zur Geltung kam, applaudierte das mitsingende Publikum umso begeisterter. Auch bei „Hinterm Horizont geht‘s weiter“ sang das gesamte Publikum inbrünstig beim Konzert mit, das schließlich zur langen, rockigen Udo-Lindenberg-Party geriet.

„Lindstärke 10“ erwies sich als Tribute-Band, die letztendlich jenseits von „Ruhm-Recycling“ geradezu bejubelte eigene musikalische Akzente zu setzen wusste und dabei den Nerv der versammelten „Lindianer“ traf: „Ich mach mein Ding, egal was die anderen sagen.“

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