Sa., 18.03.2017

„One Billion Rising“ Tanz gegen Gewalt an Frauen

Mit dem Tanz setzten sie am Samstagmittag auf dem Marienplatz ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Die Choreographie hatten sie vorher einstudiert. Das widrige Wetter drückte allerdings auf die Besucherzahl.

Mit dem Tanz setzten sie am Samstagmittag auf dem Marienplatz ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Die Choreographie hatten sie vorher einstudiert. Das widrige Wetter drückte allerdings auf die Besucherzahl. Foto: Peter Schniederjürgen

Ahlen - 

Das Wetter drückte die Besucherzahlen, das Thema die Stimmung: „One Billion Rising“ – eine Demonstration gegen Gewalt an Frauen – setzte ein Zeichen auf dem Marienplatz.

Von Peter Schniederjürgen

Frauen stehen auf für sexuelle Selbstbestimmung, für Gleichheit im Job und gegen Genitalverstümmlung. Die Liste von Gewalttaten, die Frauen und Mädchen im Laufe des Lebens drohen, ist erschreckend lang. Dagegen setzten zahlreiche Frauen – und auch einige Männer – am Samstagmittag auf dem Marienplatz bei der Aktion „One Billion Rising“ auf dem Marienplatz ein deutliches Zeichen mit Musik und Tanz. Organisiert von Sabine Giesecke-Helweg und Innosozial als Veranstalter trotzten die Akteure Wind und Regen.

„Rund ein Drittel aller Frauen und Mädchen werden im Laufe des Lebens das Opfer von Gewalt“, mahnte Rita Pöpinghaus-Voss. Sie ist nicht nur stellvertretende Bürgermeisterin, sie ist auch Krankenschwester im Operationssaal und sieht die Folgen dieser Gewalt unmittelbar. „Hinter jeder Frau und jedem Mädchen, die physische oder psychische Gewalt ertragen, steht ein persönliches, schlimmes Schicksal“, betonte Pöppinghaus-Voss.

Noch deutlicher wurde Christa Kortenbrede. Sie leitet die Fachstelle für Gewalt gegen Frauen und Mädchen. „Was sind harmlose Spielereien? Wo beginnt die Grenzüberschreitung zur Gewalt?“ fragte sie. Christa Kortenbrede zählte die Unzahl von Taten gegen die Würde und Selbstbestimmung auf. „Vieles bleibt uns verborgen, weil es sich im privaten Raum, zwischen den eigenen vier Wänden abspielt“, so die Fachstellenleiterin. Damit stellte Kortenbrede das vermeintlich sichere häusliche Umfeld als die Gefahrenquelle Nummer eins für Frauen heraus. „Zwangsverheiratungen und gar die pharaonische Beschneidung sind nicht auf exotische Länder beschränkt, passieren auch hier“, zeigte sie weiter auf.

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Zwangsprostitution und Mädchenhandel machen unser Land zum Bordell Europas. Dagegen müssen wir angehen.

Burghard Lensing

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Burghard Lensing von Innosozial unterstrich in seinem Grußwort als Vertreter des Veranstalters: „Zwangsprostitution und Mädchenhandel machen unser Land zum Bordell Europas. Dagegen müssen wir angehen“, forderte Lensing. Er lobte die Gesetzesänderung, nach der auch schon die sexuelle Belästigung eine Straftat ist. Dem applaudierten die Besucher auf dem Marienplatz kräftig zu.

Nach den Grußworten und mahnenden Stellungnahmen wurde es musikalisch. Das Duo „Negro y Blanco“ mit Rocio Angel de Siekaup und Peter Scheurer übernahm. Der Marienplatz klatschte – wohl auch dankbar für die Bewegung – mit. Unter Sabine Giesecke-Helwegs Ruf „Break the Chains“ (Brecht die Ketten) begann die einstudierte Choreographie mit zahlreichen engagierten Tänzerinnen und Tänzern.

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