Mo., 17.04.2017

Osterräderlauf in Dolberg Petrus bremste Feuerräder aus

Die Feuerwehr gab alles, um die Räder in Brand zu setzen. Doch auf gegen die Nässe und den aufgeweichten Boden kam sie nur schwer an.

Die Feuerwehr gab alles, um die Räder in Brand zu setzen. Doch auf gegen die Nässe und den aufgeweichten Boden kam sie nur schwer an. Foto: Martin Feldhaus

Ahlen - 

Die 13 Osterräder liefen in diesem Jahr nicht so rund wie sonst. Schuld war der aufgeweichte Boden.

Von Martin Feldhaus

Brennende Vehikel kurz vor den eigenen Augen? Oder gar 13 Osterräder, die in einem Affenzahn den Halberg runterrollen und einen imposanten Feuerschweif hinter sich herziehen? Nein, solche Bilder gab es am Ostersonntag beim traditionellen Osterräderlauf des Heimatvereins an der Twieluchtstraße leider nicht zu sehen. Zwar gab die Feuerwehr erneut ihr Bestes, doch so richtig weit wollten die Räder nicht rollen. Sie blieben allesamt schon kurz nach dem Ende des Hangs liegen, so dass den Zuschauern die ganz spektakulären Szenen leider verwehrt wurden.

Warum? Mit einem zweifachen Starkregen hatte Petrus den Feuerteufel schlicht ausgebremst. Der Boden war viel zu tief und weich, als dass die Räder richtig gut hätten rollen können. „Wir müssen auch mal ein solches Jahr wie dieses hinnehmen“, zog Theo Kerkmann, Vorsitzender des Heimatvereins, angesichts der eher schwierigen Witterungsbedingungen ein durchwachsenes Resümee. Doch dabei betonte er, dass man letztlich noch Glück im Unglück gehabt habe: „Wenn der Hagel um 17 Uhr geblieben wäre, hätten wir es heute vergessen können“, betonte Kerkmann.

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Wir müssen auch mal ein solches Jahr wie dieses hinnehmen.

Theo Kerkmann

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In der Tat sorgte das sich bessernde Wetter dafür, dass es ab 18 Uhr doch noch viele Dolberger und Gäste aus der ganzen Region zum Halberg zog, wo um 19 Uhr das große Osterfeuer entzündet wurde und bei kalten Temperaturen wärmte. Bange Blicke gen Himmel warfen die Besucher dann um 20 Uhr. Heftiger Regen und Hagel sorgten dafür, dass sich alle in die knappen Zelte flüchteten und sogar das Osterfeuer fast kapitulieren musste.

„Können die Räder gleich überhaupt rollen?“, lautete angesichts dieser Szenen die bange Frage eines kleinen Jungen an seine Mutter. Die Antwort des Wettergottes: Ja, die Räder durften rollen. Denn der Regen zog ab und gegen 21.30 Uhr konnten die brennenden Räder dann doch ins Tal laufen, wenn auch nicht ganz so schnell und geschmeidig wie sonst. Durchnässt vom Regen brannten sie nicht ganz wie gewohnt, was den Unmut einiger Besucher nach sich zog. Trotz der geringeren Gefahr war die Feuerwehr mit 16 Hauptamtlichen und drei Mitgliedern der Jugendfeuerwehr vor Ort. „Wir stellen uns am Straßenrand auf und sorgen für Absicherung, falls ein Rad einen Irrweg nimmt“, beschrieb Unterbrandmeister Dominik Prinz die Aufgabe der Feuerwehr. Ein Unterfangen, dass sich wegen der geringeren Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr ein wenig einfacher darstellte.

Fotostrecke: Osterräderlauf in Dolberg

Die Besucher hatten vor allem an dem beeindruckenden Höhenfeuerwerk erneut ihren Spaß. Und hat es sich gelohnt? „Klar“, lächelt Björn Uelfer aus Hamm, der zum ersten Mal beim Osterräderlauf war. Den Tipp, die Veranstaltung zu besuchen, habe er von einem Bekannten bekommen und dann konnte ihn auch das Wetter nicht abhalten. „Wir haben einfach den Schauer abgewartet und sind dann erst etwas später losgegangen“, erklärte Uelfer. So machten es viele Besucher, die plötzlich gegen 20.30 Uhr doch noch die Kasse an der Twieluchtstraße fluteten. Der ganz große Andrang blieb aber trotzdem aus. „Zu dieser Zeit kamen die Leute sonst immer in Scharen an“, erinnerte sich Kassiererin Regina Friedrich an die Vorjahre.

Die Besucher die kamen, hatten aber dennoch ihren Spaß. „Hier trifft man immer viele Bekannte und es ist mit Sicherheit eines der attraktivsten Osterfeuer in der Region“, erklärte beispielsweise Manfred Kaltz, was ihn seit Jahren nach Dolberg zieht. „Es ist einfach wichtig, dass die Tradition erhalten bleibt“, lobte auch Sandra Gilleßen die seit 1989 vom Heimatverein organisierte Veranstaltung. Der ist also dazu aufgerufen, das aufwendige Spektakel auch im nächsten Jahr wieder auf die Beine zu stellen. Dann vielleicht auch wieder mit mehr Unterstützung von Petrus.

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