Mi., 19.04.2017

Kälteeinbruch trifft Frühstarter Mais und Raps fröstelt‘s

Die Fangschale zeigt bislang keine Auffälligkeiten von erhöhtem Insektenaufkommen im Raps. Ortslandwirt Ralf Storkamp holt sie deshalb am Dienstag wieder rein.

Die Fangschale zeigt bislang keine Auffälligkeiten von erhöhtem Insektenaufkommen im Raps. Ortslandwirt Ralf Storkamp holt sie deshalb am Dienstag wieder rein. Foto: Ulrich Gösmann

Ahlen - 

Der Kälteeinbruch bremst Mais und Raps auf Ahlens Feldern in ihrem Wachstum ab. Eigentlich waren sie ihrer Zeit schon zwei Wochen voraus. Ende offen. . .

Von Ulrich Gösmann

Tiefschwarze Wolken über gelb schimmerndem Raps. Dazwischen weiße Farbtupfer aus Graupel, die auch die Kälte dieser Stunden sichtbar machen. „Das Extreme wird immer extremer“, beobachtet Ralf Storkamp. Für den Mais könne es jetzt gefährlich werden, der Raps Ertrag einbüßen, denn: Als das Wetter Anfang April umschlug, war die Natur ihrer Zeit zwei Wochen voraus. Ahlens Ortslandwirt denkt trotz aktueller Kältekapriolen positiv: „Noch ist alles offen. Ich glaube, dass es am Ende gut geht.“

Mais ist eine Tropenpflanze

Der Winter – ein „sehr ruhiger“ mit etwas Frost und Sonne, wenig Niederschlag und kaum Schnee. Dem Wintergetreide habe der Wettermix gefallen. „Es braucht den Temperaturschock, um die Ähren später auszubilden“, erklärt der Landwirtesprecher. Einziges Defizit: die Trockenheit der Böden, die aber auch ihr Gutes gehabt habe. Sie seien befahrbar gewesen. „Es war verlockend.“ Für den frühen Mais, der auf Ahlens Feldern teilweise schon – „sehr untypisch“ – Anfang April ausgesät worden sei. Storkamp: „Die Gefahr ist nun: Der Mais ist eine Tropenpflanze und verträgt keinen Frost.“ Spannend sei die Frage, inwieweit er schon den Boden durchbrochen hätte. „Schlimmstenfalls geht er kaputt und alles muss noch mal gemacht werden.“ Zur Stunde rechnet der Ortslandwirt mit einem Dämpfer. Die Triebkraft sei raus.

Eine „sehr gute Frühjahrsentwicklung“ attestiert der Fachmann dem Raps. „Ende März hatten wir über 20 Grad. Da dachten schon alle, dass er ab dem 10. April in Vollblüte steht.“ Die Trockenperiode habe Erinnerungen an das Jahr 2007 geweckt, als die Temperaturen im April in Richtung 30 Grad gegangen seien. Diesmal sei es ähnlich, aber nicht ganz so extrem gewesen.

Trockenphasen häufen sich

Jetzt tritt der Kälteeinbruch dem Wachstum kräftig auf die Bremse. Was auf den Feldern gelb schimmert, seien lediglich die Vorblüher – mit Farbe in den Spitzen, veranschaulicht der Landwirt am Rande der B 58. „Die Verästelungen wie beim Weihnachtsbaum kommen erst noch.“ Die Natur habe es jetzt in der Hand, ob die Pflanzen senkrecht nach oben wüchsen oder sich seitlich winden würden. Prognose: „Ertragseinbußen können sein, müssen aber nicht.“

Etwas Kühle sei grundsätzlich nicht verkehrt. Wohl aber der Frost. Hätte die März-Wärme noch einen Monat angehalten, die Pflanzen wären labil geworden. Sie hätte auch das Schädlingsaufkommen beschleunigt. Fangschalen in grellem Gelb, die im frühen Wachstumsstadium auf den Feldern platziert werden, zeigen aktuell keine Auffälligkeiten. Sie ziehen, wie später auch die Rapsblüten, Insekten magisch an. Die Schalen geben vorab Hinweise auf Schadschwellenwerte und die Notwendigkeit von Insektiziden-Einsatz.

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Die Trockenheit, die tief in Ahlens Böden steckt, wertet Ralf Storkamp als Zeichen des Klimawandels. Trockenphasen habe es zwar immer gegeben. „Sie häufen sich aber.“ Und: „Das Extreme wird immer extremer.“ Darüber wird auch am 27. April gesprochen, wenn sich die Mitglieder des Ortsverbandes zum Feldbegang ab 19 Uhr auf dem Hof Stübbe-Holtkötter in der Bauerschaft Halene Kampen treffen.

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