Mi., 19.04.2017

SPD-AG „60plus“ Herbert Wehner: „Zuchtmeister der SPD“

Gruppenbild mit Zeitzeugen: Franz Kresimann von der SPD-AG „60plus“, Altbürgermeister Horst Jaunich, Referent Christian Denstorff und der Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup.

Gruppenbild mit Zeitzeugen: Franz Kresimann von der SPD-AG „60plus“, Altbürgermeister Horst Jaunich, Referent Christian Denstorff und der Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup. Foto: Ralf Steinhorst

Ahlen - 

Einen Einblick in das Leben Herbert Wehners gab Referent Christian Denstorff auf Einladung der SPD-AG „60plus“. Auch ein Zeitzeuge verfolgte den Vortrag in der Stadthalle.

Von Ralf Steinhorst

Nur wenige Politiker der „alten“ Bundesrepu­blik waren so schillernd wie der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Wehner. „Herbert Wehner – weder Heiliger noch Dämon“ überschrieb deshalb Christian Denstorff seinen Vortrag am Dienstagnachmittag bei der SPD-Arbeitsgemeinschaft „60plus“.

„Herbert Wehner war ein Jahrhundertpolitiker“, begrüßte Franz Kresimann, Vorsitzender der AG, den Referenten Christian Denstorff zum zweiten Mal in der Stadthalle, nachdem dieser bereits im Mai 2015 über Willy Brandt referiert hatte. Der Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup erinnerte daran, dass Herbert Wehner einer der Teilnehmer des SPD-Parteitags 1985 in der Stadthalle Ahlen war: „Deshalb wird der Vortrag hier an einem geeigneten Ort gehalten.“

„Ich habe eine schwere Aufgabe, weil ein Zeitzeuge zu Gast ist“, begrüßte Christian Denstorff den Altbürgermeister Horst Jaunich, der von 1972 bis 1983 ein Weggenosse Wehners in der SPD-Bundestagsfraktion war.

Mit vielen TV-Mitschnitten ließ der pensionierte Regierungsschuldirektor aus Mettmann Herbert Wehner wieder präsent werden. Der Politiker wurde 1906 in Dresden geboren und starb 1990 in Bonn.

Wehner war zwar zunächst Mitglied der Sozialistischen Ar­beiterjugend, wechselte aber später in die KPD und gehörte der Fraktion im sächsischen Landtag von 1930 bis 1931 an. Er kämpfte gegen die NS-Diktatur und lebte von 1937 bis 1941 im Exil in Moskau, wo er die stalinistischen Säuberungen überlebte. Von Schweden aus sollte er ab 1941 den Wiederaufbau der kommunistischen Partei in Deutschland organisieren, wurde dort aber verhaftet und wenig später aus der KPD ausgeschlossen.

Nach dem Weltkrieg in Deutschland zurück, schloss sich Wehner der SPD an und saß als Hamburger Abgeordneter bereits im ersten Bundestag 1949. 1958 wurde er auch stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD.

Christian Denstorff hob heraus, dass die innerdeutsche Politik eine Herzensangelegenheit von Wehner gewesen sei. Dass er von 1966 bis 1969 Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen war, war daher passend. Während seiner gesamten politischen Laufbahn bemühte er sich hinter den Kulissen über den DDR-Rechtsanwalt Wolfgang Vogel um die Familienzusammenführung.

Unvergessen ist Herbert Wehner als SPD-Fraktionsvorsitzender von 1969 bis 1983. Er wurde als „Zuchtmeister der SPD“ bezeichnet und seine scharfzüngigen Reden erlangten Berühmtheit. Die Wiedervereinigung, die immer Ziel seines politischen Lebens war, erlebte er nicht mehr. Unter Demenz leidend starb er am 19. Januar 1990.

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