Do., 20.04.2017

Soldaten und Zivilisten auf Düppel-Schlachtfeld Anstoß aus Ahlen hat nachhaltige Wirkung

Für den Freundeskreis Ahlener Soldaten legte der Vorsitzende Hans-Dieter Samson gemeinsam mit Wilfried Hejnal einen Kranz auf dem alten Schlachtfeld von Düppel nieder.

Für den Freundeskreis Ahlener Soldaten legte der Vorsitzende Hans-Dieter Samson gemeinsam mit Wilfried Hejnal einen Kranz auf dem alten Schlachtfeld von Düppel nieder. Foto: Christian Wolff

Ahlen / Sonderburg - 

Hans-Dieter Samson und Wilfried Hejnal haben im Namen des Freundeskreises Ahlener Soldaten einen Kranz auf dem einstigen Schlaftfeld von Düppel (Dänemark) niedergelegt. Zur Feierstunde reisten Mitglieder und Förderer des Vereins sowie eine Abordnung des Aufklärungsbataillons 7.

Von Christian Wolff

Als die Sonderburger Heeresunteroffiziersschule vor einigen Jahren geschlossen wurde, stand ein großes Fragezeichen hinter dem Fortbestand des Gedenkens auf den Düppeler Schanzen, das Jahr für Jahr am 18. April die Schrecken der Entscheidungsschlacht des Deutsch-Dänischen Kriegs von 1864 in Erinnerung ruft. Alle Beteiligten, an der Spitze die dänische Heimwehr, sorgten dafür, dass die Versöhnung über den Kriegsgräbern eine Zukunft hat.

„Beim dritten Mal darf man von einer Tradition sprechen“, meinte Oberstleutnant Jens Peter Rasmussen am Dienstag beim Empfang für die Ehrenabordnungen, zu dem die Ahlener seit 2015 eingeladen sind. In zwangloser Runde servierte die Heimwehr nach dem offiziellen Akt eine stärkende Gulaschsuppe.

Erneut hatten sich Mitglieder und Förderer des Freundeskreises Ahlener Soldaten gemeinsam mit Aktiven des Aufklärungsbataillons 7 auf den Weg nach Dänemark gemacht, um an dem Ereignis teilzunehmen. „Auf den Düppeler Schanzen stehen heute so viele Gäste und Fahnenabordnungen wie zuletzt beim Besuch der dänischen Königin Margrethe 2014“, freute sich Rasmussen. Er gehört zu denjenigen, die das gemeinsame Erinnern vor 17 Jahren mit Rolf Kersting ( Ahlen) und Arne Peder Hansen (Sonderburg) trotz vieler Widerstände auf den Weg gebracht haben. Zuvor hatte es getrennte Gedenkfeiern, wenig Verbindendes gegeben. „Heute begegnen wir uns auf Augenhöhe“, sagte er.

Fotostrecke: Abordnung aus Ahlen bei Düppel-Gedenkfeier

„Die Streitigkeiten unserer Vorväter haben uns eine gemeinsame Geschichte, ein gemeinsames Schicksal beschert. Das hat uns zu Brüdern gemacht“, formulierte Generalmajor Finn Winkler, Kommandeur der dänischen Heimwehr, in seiner Gedenkrede. Das Engagement von Kersting, heute Ehrenvorsitzender des Freundeskreises Ahlener Soldaten, bezeichnete Winkler als „vorausschauend und richtig“. Gefühle und Gedanken seien auf beiden Seiten der Grenze gleich. Freundeskreis-Chef Hans-Dieter Samson legte im Anschluss mit Wilfried Hejnal einen Kranz nieder.

Die Fahrt der Ahlener war eingebettet in ein Bildungs- und Kulturprogramm, das unter anderem nach Flensburg und Glücksburg führte. Quartier bezog die Truppe in der Schule für strategische Aufklärung bei der Marineschule Mürwik, einem nicht minder geschichtsträchtigen Ort: So organisierte man zum Ende des Zweiten Weltkriegs von Mürwik aus die Flucht von ungefähr zwei Millionen Flüchtlingen und Verwundeten mittels Schiffen aus den besetzten oder eingekesselten östlichen Gebieten. In der Kommandeursvilla und der Sportschule verbrachte die nach dem Tod Hitlers unter Karl Dönitz berufene Reichsregierung ihre letzten Tage. Der Reichssender Flensburg verkündete mit einer Ansprache von Lutz von Schwerin-Krosigk am 7. Mai 1945 um 12.45 Uhr zum ersten Mal von deutscher Seite her das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa.

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