Sa., 27.02.2016

Sozialer Wohnungsbau Grundtenor: Die Mischung macht‘s

Ahlen - 

Private und öffentliche Bauträger sowie potenzielle Investoren kamen am Freitag im Rathaus am „Runden Tisch“ zusammen, um gemeinsam mit Bürgermeister Alexander Berger Perspektiven des Sozialen Wohnungsbaus zu beraten.

Zu einem „Runden Tisch“ hatte Bürgermeister Dr. Alexander Berger private und öffentliche Bauträger sowie potenzielle Investoren am Freitagmittag ins Rathaus eingeladen, um Perspektiven des Sozialen Wohnungsbaus zu beraten. Dem Ruf folgten etwa zehn Architekten, Bauunternehmen und Gesellschaften, die sich aus erster Hand von Vertretern des Kreises und der landeseigenen NRW-Bank über Förderrichtlinien informieren ließen.

„Der Bedarf an öffentlich gefördertem Wohnraum ist unabweislich da“, beschrieb Berger die Ausgangslage. Die Nachfrage sei nicht erst mit dem massiven Zustrom von Flüchtlingen eingetreten, die von den Kommunen unterzubringen sind. Laut Ursula Woltering, Fachbereichsleiterin für Jugend und Soziales, bestehe „ein hoher Bedarf an barrierefreien Wohnungen bei älteren Menschen mit kleinem Portemonnaie“. Dass es nicht nur die sozialschwachen Menschen und kinderreichen Familien mit geringem Einkommen sind, die vom Sozialen Wohnungsbau profitierten, machte Jürgen Jankowski von der NRW-Bank deutlich: „Die Hälfte der Haushalte und 80 Prozent der Rentner werden von den Einkommensgrenzen für einen Wohnberechtigungsschein erfasst.“ Die Wohnungen erfüllten heute modernste Standards, seien barrierefrei: „Sie sehen aus wie Eigentumswohnungen.“

Fünf potenzielle Standorte, die im Eigentum der Stadt Ahlen stehen bzw. deren Eigentümer zur Veräußerung bereit sind, stellte Baufachbereichsleiter Markus Gantefort den Teilnehmern vor. Die Stadt sei bereit, „mit Priorität Planungsrecht zu schaffen“, machte Stadtbaurat Andreas Mentz den Investoren Mut. Die Standortvorschläge seien nicht abschließend. „Gerne können Sie auf uns mit Ihren Ideen zukommen, wir werden uns das anschauen.“ Monostrukturen, so Mentz, die zur Ghettoisierung führten, müssten vermieden werden. „Stattdessen wollen wir pfiffige Konzepte, weswegen viele am Tisch sitzen, die alle Größen können.“ Wohnblöcke für nur eine Bevölkerungsgruppe werde es nicht geben. Der öffentliche Wohnungsbau sei zwar „aus der Mode gekommen“, dank verbesserter Förderkonditionen aber wieder interessant.

Förderbeispiele von bis zu 30 Prozent Tilgungsnachlass konnten die NRW-Bank-Vertreter Jürgen Jankowski und Ralph Ishorst vorstellen. Im mehrjährigen Wohnraumförderprogramm stelle die Bank 800 Millionen Euro zur Verfügung. Für Ahlen sehe die Bank die „klassische Neubauwohnung“ als gewünscht an.

Berger hielt fest: „Bei allen Beteiligten bestand Konsens, nicht die Fehler des ungesteuerten Sozialwohnungsbaus der 60er- und 70er Jahre zu machen.“ Kleinteilig und durchmischt müssten die Konzepte heute ausfallen. Sei dies gesichert, so Andreas Mentz, „werden gute Projekte ihr Geld finden.“

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3833284?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F