Do., 16.03.2017

Elisabeth-Tombrock-Haus Alltagsbegleiter bringen Entspannung

Das Konzept zum Einsatz der Alltagbegleiter hat sich bewährt: Hazmi Varis

Das Konzept zum Einsatz der Alltagbegleiter hat sich bewährt: Hazmi Varis Foto: Sabine Tegeler

Ahlen - 

Sie sorgen für Entspannung – bei den Senioren und im Mitarbeiterteam. Die Arbeit der Alltagsbegleiter im Elisabeth-Tombrock-Haus hat sich bewährt.

Von Sabine Tegeler

Es gibt eine Zeit am Tag, da kommt alles auf einmal im Seniorenheim Elisabeth-Tombrock-Haus: die Stunde nach dem Mittagessen. Die Übergabe steht an, Dokumentationsaufgaben müssen erledigt werden. Und dann sind da ja auch einige Bewohner, die immer nach dem Mittagessen ruhe- und rastlos sind. Besonders jene, die unter Demenz leiden.

Besonders für sie stehen dann die sogenannten Alltagsbegleiter bereit. Sie betreuen und beschäftigen die Menschen, singen oder spielen mit ihnen, nehmen ihnen die Ruhelosigkeit. „So viel ich weiß, sind wir mit diesem Übermittagsangebot einmalig im Kreis“, stellt Sozialdienstleiterin Anita Wösthoff das Angebot am Donnerstag nicht ohne Stolz vor.

Alltagsbegleiter gibt es in Seniorenheimen seit zwei Jahren. Mittlerweile sind sie fester Bestandteil des Teams und entlasten die anderen Mitarbeiter dadurch, dass sie einfach Zeit für die Bewohner haben können und nicht in der Pflege tätig sind. Das Elisabeth-Tombrock-Haus habe sein Konzept für den Einsatz der insgesamt 13 Alltagsbegleiter abgeschlossen, sagt Anita Wösthoff und die Betreuung habe sich eta­bliert: „Die Alltagsbegleiter sind nicht nur über Mittag da, sondern auch an den Wochenenden. Sie begleiten die Bewohner zum Beispiel auch sonntags zu den Gottesdiensten.“

Zu den Alltagsbegleitern gehören Anja Rubbert und Hazmi Varis. Sie haben die Ausbildung, die rund 160 Unterrichtsstunden umfasst, abgeschlossen, sind geschult im Umgang mit alten und demenziell erkrankten Menschen. Besonders jene, die den Drang zum rastlosen, unentspannten Umherwandern haben, werden durch die Alltagsbegleiter aufgefangen: „Wir schauen erst, wie die Stimmung ist und entscheiden, was wir mit den Bewohnern unternehmen“, sagt Anja Rubbert. Das können entspannende Handmassagen ebenso sein, wie eine Gesangsrunde mit Gitarre. „Ja, mit Singen erreichen wir die Bewohner immer“, stimmt ihre Kollegin Hazmi Varis zu. Die beiden schätzen es, dass ihre Arbeit von den Bewohnern und auch den Angehörigen dankbar aufgenommen wird – und schnell Wirkung zeigt.

Welch eine große Entlastung die Alltagsbegleiter für das pflegende Personal sind, betonen auch die beiden Wohnbereichsleiterinnen Nina Jakel und Katharina Wirz. „Vorher war es sehr anstrengend, wenn wir mittags die Übergabe machen mussten und dann aber auch manche Bewohner besonders Betreuung brauchten“, blickt Katharina Wirz zurück. Das sei heute ganz anders.

Nina Jakel kann da nur beipflichten: „Die Bewohner sind es jetzt schon gewohnt, dass die Alltagsbegleiter für sie da sind. Das war eine sehr gute Entscheidung.“

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