So., 19.03.2017

Heiner Geisbe in der Stadtgalerie Ausflug in den „botanischen Wahnsinn“

Mit Heiner Geisbe (Mitte) freuten sich Bürgermeister Alexander Berger, Renate Franke als Vorsitzende der Kulturgesellschaft, Laudator Ralf Hartweg und Dierk Hartleb, Leiter der Sparte Bildende Kunst der Kulturgesellschaft.

Mit Heiner Geisbe (Mitte) freuten sich Bürgermeister Alexander Berger, Renate Franke als Vorsitzende der Kulturgesellschaft, Laudator Ralf Hartweg und Dierk Hartleb, Leiter der Sparte Bildende Kunst der Kulturgesellschaft. Foto: Martin Feldhaus

Ahlen - 

Die Ausstellung Heiner Geisbes in der Stadtgalerie Ahlen – ein Ausflug in den „botanischen Wahnsinn“.

Von Martin Feldhaus

Eine bloße Illu­stration der Botanik? Auf diese Idee könnte der unbefangene Beobachter kommen, wenn er nur einen sehr oberflächlichen Blick auf die 40 Werke Heiner Geisbes wirft, die von nun an im Rahmen der jährlichen Ausstellung der Kulturgesellschaft in der Stadt-Galerie zu sehen sind.

Egal ob im „Orto Botanico“ in Palermo, den berühmten riesigen Gewächshäusern von „Kew Gardens“ nahe London oder Treibhäuser im eher rustikal anmutenden Ruhrgebiet: Alle Motive des Künstlers belegen, dass er seine „Vorliebe für den botanischen Wahnsinn“ entdeckt hat, wie Geisbe selbst es formuliert. Und dieser besteht eben nicht nur aus einer Aneinanderreihung von verschiedenen Gewächsen. „Seine Kunstwerke sind geprägt von der äußeren Wirklichkeit und den Sphären, die sich der Sichtbarkeit entziehen“, beschrieb Kurator Ralf Hartweg (WGZ Bank Kunstsammlung Düsseldorf) am Samstag anlässlich der Ausstellungseröffnung den zahlreichen Interessierten den Stil des in Ahlen aufgewachsenen Künstlers.

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Seine Kunstwerke sind geprägt von der äußeren Wirklichkeit und den Sphären, die sich der Sichtbarkeit entziehen.

Ralf Hartweg

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Erst bei einer intensiveren Betrachtung erschließen sich abstrakte Muster, verwirrende Farben, fließende Ornamente und schwebende Inseln, die insgesamt eine zweite Bildebene kreieren und dafür sorgen, dass es sich eben nicht nur um eine bloße Illustration der Botanik handelt. „Es gibt noch eine andere Welt zu entdecken“ lautet nach einem Zitat Nietzsches der Titel der Ausstellung. Und die Besucher, die genug Zeit mitbringen, nehmen die Werke Geisbes mit in die andere Welt des botanischen Wahnsinns.

Die magische-surreale Welt des Heiner Geisbe.

Die magische-surreale Welt des Heiner Geisbe. Foto: Martin Feldhaus

Imposant wirkt beispielsweise der riesige Koloss auf dem Gemälde „Elefantenbaum“ (2017). Trotzdem handelt es sich nicht um eine bloße Beschreibung der Natur, wie der blaue Waldboden dem Betrachter verdeutlicht, welcher von einer Umgebung in Rosa ummantelt wird. Ein Gang durch die Ausstellung ist eben ein Ausflug in eine andere Welt, die Geisbe etwas gab, was er „aufspüren und mit meiner Sprache in Bildern festhalten wollte“. Kein einfaches Unterfangen, wenn man bedenkt, dass allein schon die geografischen Unterschiede zwischen London, Palermo und Duisburg Motive in fast unendlicher Vielfalt ermöglichen.

„Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch dieses Mal feststellen können, dass sich der Weg zurück nach Ahlen gelohnt hat“, wünschte Bürgermeister Dr. Alexander Berger Geisbe und der Kulturgesellschaft für die Ausstellung eine gute Resonanz. Einen besonderen Dank richtete er dabei an die Sparkasse Münsterland Ost, die dazu beigetragen habe, dass es für nur 5 Euro einen Katalog zur Ausstellung gibt.

Kunstinteressierte können die Ausstellung zu folgenden Zeiten kostenlos besuchen: Freitag und Samstag von 16 bis 19 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Am Sonntag, 9. April, gibt es zudem um 15 Uhr in der Stadt-Galerie ein Gespräch mit dem Künstler.

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