Do., 11.05.2017

Juniorwahl in drei Schulen Demokratie „zur Übung“

Juniorwahl am Städtischen Gymnasium: Zainab Madmar und Selin Atasoy zeigen, dass die Wahlunterlagen die gleichen Inhalte wie den Originalen haben und sich unterscheiden nur durch ein kleineres Format unterscheiden.

Juniorwahl am Städtischen Gymnasium: Zainab Madmar und Selin Atasoy zeigen, dass die Wahlunterlagen die gleichen Inhalte wie den Originalen haben und sich unterscheiden nur durch ein kleineres Format unterscheiden. Foto: Ralf Steinhorst

Ahlen - 

An drei Ahlener Schulen läuft im Zuge der NRW-Wahlen das Projekt Juniorwahl. Schüler wählen – und erfahren, was Demokratie bedeutet. Das Städtische Gymnasium machte am Donnerstag den Anfang.

Von Ralf Steinhorst

An 261 Schulen wird parallel zur NRW-Landtagswahl abgestimmt, in Ahlen am Städtischen Gymnasium, dem Gymnasium St. Michael und der Fritz-Winter-Gesamtschule. Juniorwahl heißt das Projekt, in dem Schüler ihren Landtag mit den Originalkandidaten wählen können. Damit sollen sie an die demokratische Willensbildung herangeführt werden.

Am Städtischen Gymnasium ist Sozialwissenschaftslehrer Paolo Cipolla durch befreundeten Kollegen vom Pascal-Gymnasium Münster auf die Juniorwahl aufmerksam gemacht worden. Schnell ergriff er die Möglichkeit, in das Programm, das von Bund und Land finanziert wird, aufgenommen zu werden. Zwölf Klassen ab der fünften Jahrgangsstufe mit über 400 Schülern wollten am Gymnasium mitmachen, dazu kamen 22 Extrawähler, die ebenfalls mitwählen wollten, ohne dass sie diesen Klassen angehören. „Das Alter spielt keine Rolle, die Nationalität auch nicht“, will Paolo Cipolla möglichst viele Jugendliche motivieren.

Am Donnerstag stand von 8 bis 15 Uhr der Wahlraum offen, ausgestattet mit Wahlkabinen und Wahlurne. Schon seit vier Wochen hatten sich die Schüler im Unterricht auf den Urnengang vorbereitet. In Sozialwissenschaft und Politik wurden Parteien und Parteiprogramme miteinander verglichen, die Bedeutung von Erst- und Zweitstimmen erarbeitet und die Aufgaben von Landtag und Landesregierung besprochen. Selbst der Matheunterricht wurde mit Rechenszenarien zur Ermittlung von Wahlbeteiligung und Wahlergebnis genutzt.

„Es ist wichtig, Schüler gerade in der heutigen Zeit für die Demokratie zu sensibilisieren“, unterstützt Schulleiterin Dr. Anne Giebel das Projekt. Dazu gehören auch die Mechanismen zur Durchführung der Wahl, für die ein sechsköpfiger Wahlvorstand aus Schülern gebildet wurde. „Es ist mal interessant, auf der anderen Seite zu sitzen“, hat Wahlvorstandsmitglied Celina Kodet neue Erfahrungen gemacht. Natürlich ist auch sie Wählerin, zur Bundestagswahl wird sie Erstwählerin bei der „großen Wahl“ sein.

Dann plant Paolo Cipolla den nächsten Wahlgang am Städtischen Gymnasium, doch jetzt sind erst einmal alle auf das Wahlergebnis gespannt. Denn die Wahlzettel entsprechen denen der richtigen Landtagswahl, sind zur Unterscheidung lediglich vom Format kleiner. Am Donnerstagnachmittag wurde ausgezählt, die Daten dann unter Verschluss an Juniorwahl NRW weitergeleitet, wo sie ausgezählt werden. Erst am kommenden Montag werden die Wahlergebnisse veröffentlicht, um die richtige Landtagswahl nicht zu beeinflussen.

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