Fr., 19.05.2017

Juniorwahl am Städtischen Gymnasium SPD liegt hier klar vorne

Sie haben an der Juniorwahl teilgenommen und sich jetzt mit den Ergebnissen befasst. Die Jugendlichen vom Städtischen Gymnasium wählten sechs Parteien in den Landtag.

Sie haben an der Juniorwahl teilgenommen und sich jetzt mit den Ergebnissen befasst. Die Jugendlichen vom Städtischen Gymnasium wählten sechs Parteien in den Landtag. Foto: Ralf Steinhorst

Ahlen - 

Wenn es nach den Schülern am Städtischen Gymnasium gegangen wäre, hätte die SPD bei den Landtagswahlen klar die Nase vorn gehabt. 36,8 Prozent stimmten bei der Juniorwahl für die Sozialdemokraten.

Von Ralf Steinhorst

Parteistrategen und Journalisten kennen das: Keine Wahl endet ohne abschließende Analyse. Auch für die über 400 Schüler des Städtischen Gymnasiums, die an der Juniorwahl am 11. Mai teilnahmen, war mit dem Urnengang die Landtagswahl noch nicht vorbei. Jetzt folgte die Aufarbeitung der Ergebnisse.

Auch die Schüler der Klasse EF aus der zehnten Jahrgangsstufe nahmen an der Juniorwahl teil und analysierten das Wahlergebnis an ihrer Schule: 15,7 Prozent CDU, 36,8 Prozent SPD, 9,7 Prozent FDP, 3,2 Prozent AfD, 7,5 Prozent Grüne, 8,8 Prozent Linke, 7,0 Prozent Piraten und 7,8 Prozent Sonstige. Mit CDU, SPD, FDP, Grünen, Linken und Piraten wären in den Landtag nach Willen der Schüler gleich sechs Parteien eingezogen. Für die AfD hätte es bei den Jugendlichen nicht gereicht.

„Wenn man arbeitet, wählt man anders, als wenn man Schüler ist“, verglich ein „Nachwuchswähler“ das Schul-Ergebnis mit dem in Ahlen. In der Stadt erreichte die CDU 34,2 Prozent, also mehr als das Doppelte als am Gymnasium. Dass die Ergebnisse der SPD in Schule und Stadt fast deckungsgleich waren, überraschte die Schüler nicht. Den Sozialdemokraten billigten sie zu, eine migrantenfreundlichere Politik zu machen.

Das schlechte Wahlergebnis der CDU in der Schule sahen die Jugendlichen pragmatisch: Die fehlenden Stimmen bei den Christdemokraten hätten sich über die anderen Parteien gleichmäßig verteilt. Warum blieb offen. Dafür beeindruckten die Piraten mit ihrer Medienpolitik und lagen klar über der Fünf-Prozent-Hürde. „Die Piraten sind näher an uns dran“, bewertete ein Schüler das gute Ergebnis.

Interessanterweise war die Bildungspolitik kein großes Thema. Grund: Die Schüler blickten eher auf das anstehende Abitur, bis dahin spielten Änderungen in der Bildungspolitik keine Rolle. Zudem würden Parteien schon seit Jahren für die Finanzierung eines besseren Bildungssystems werben, aber nie seien großartig Mittel geflossen. Die AfD spielte nur eine untergeordnete Rolle am Städtischen, wurde vor allem als Protestpartei wahrgenommen.

„Ich bin motiviert bei der echten Wahl mitzumachen – jetzt kenne ich das System“, fand eine Schülerin das Projekt Juniorwahl gut. Zunächst einmal werde sie aber bei der nächsten Juniorwahl im September dabei sein, wenn es dann um den Bundestag geht.

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