Prozess um Totschlag in der Silvesternacht
Amnesie von fünf Minuten nur wenig glaubwürdig

Ahlen/Münster -

Im Prozess am Landgericht Münster um einen 52-jährigen Ahlener, der in der Silvesternacht seine Frau erwürgt haben soll, ist am Mittwoch der psychiatrische Gutachter zu Wort gekommen.

Mittwoch, 19.07.2017, 17:07 Uhr

Der Prozess am Landgericht geht weiter.
Der Prozess am Landgericht geht weiter. Foto: Stadt Münster

Dass der Mann nicht weiß, was in den wenigen Minuten der Tat passierte, hält ein Psychiater für „ausgesprochen fraglich“. Dass er sich zwar wenige Stunden, nachdem seine Frau ums Leben kam, noch an das Geschehen in ihrer Wohnung habe erinnern können, später dann aber nicht mehr, sei eigentlich nicht möglich.

Kein medizinischer Anhaltspunkt für Aussetzer

Der psychiatrische Gutachter im Verfahren um die getötete 52-Jährige Ahlenerin von der Selma-Englisch-Straße (wir berichteten), hat bei ihrem Ehemann, der am Landgericht wegen Totschlags angeklagt ist, aus medizinischer Sicht keinen Grund gefunden, der solch einen mentalen Ausnahmezustand erklären könnte.

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Täter gab Gedächtnisverlust an

Der Angeklagte soll seine Frau in der Silvesternacht mit einem Holzbrettchen gegen den Hals und ins Gesicht geschlagen und sie dann erwürgt und erstickt haben. An die schätzungsweise fünf Minuten, die Mediziner als Zeitraum für die mutmaßliche Gewalttat annahmen, könne er sich nicht mehr erinnern, hatte der 53-Jährige in seinem Geständnis erklärt.

Amnesie nicht nachvollziehbar

Doch eine Amnesie von „über fünf Minuten“, die „den gesamten Tatzeitraum umfasst“, so der Psychiater, sei nicht nachvollziehbar. Kurz nach Mitternacht hatte das Paar Streit – darin ging es auch um seinen Kontakt zu einer Frau aus Ahlen, mit der er über soziale Netzwerke schrieb. Die 47-Jährige sagte bei Gericht am Mittwoch als Zeugin aus, dass sie nie etwas mit dem Angeklagten „gehabt“ habe.  

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