Di., 12.09.2017

Comedy in der Stadthalle Mirja Boes und Baströckchen-Musiker

Mirja Boes hat die „Honkey Donkeys“ mitgebracht. Die ließen sich zwar nicht zu einem Striptease hinreißen, waren aber sonst für jeden Scherz zu haben.

Mirja Boes hat die „Honkey Donkeys“ mitgebracht. Die ließen sich zwar nicht zu einem Striptease hinreißen, waren aber sonst für jeden Scherz zu haben. Foto: Dierk Hartleb

Ahlen - 

Mit frechem Mundwerk und ausgezeichneter Musik unterhielten Mirja Boes und die „Honkey Donkeys“ das Publikum in der Stadthalle.

Von Dierk Hartleb

Eigentlich sollte es ja am Sonntagabend in der Stadthalle ein netter Männerabend werden. Aber nach fast zweieinhalb Stunden mit eingerechneter Pause kam Mirja Boes zur Einsicht, dass es doch eher ein Frauenabend war.

Gut, die Männer auf der Bühne neben der Hauptakteurin gaben ihr Bestes. Also nicht bis zum Äußersten, denn statt des von den Besuchern gewünschten Strips beließ es der in Frage kommende Musiker bei einem Bauchtanz. Der war dann allerdings vom Allerfeinsten, wie nicht nur die staunenden Männer zugeben mussten. Überhaupt die „Honkey Donkeys“. Sie waren nicht die übliche Begleitung, die sich Frau so hält, wenn sie möglichst gut herauskommen will, sondern exzellente Profis, die für jeden Scherz zu haben waren – ob sie sich nun als Schulmädchen, als Prinzessin oder als Diva und Lady kleiden mussten. Selbst im Baströckchen gaben die sechs Musiker eine gute Figur ab.

Aber der Reihe nach. Den Abend eröffnete die Kölnerin mit den üblichen Floskeln, die eine waschechte Rheinländerin – Boes ist gebürtige Viersenerin – so drauf hat, wenn sie in die westfälische Diaspora reist. Als Akademikerin und versierte Romanistin – sie studierte Italienisch, Spanisch, Musik- und Medienwissenschaften in Düsseldorf und anschließend in Leipzig Musical – waren ihre Versuche, sich in der Fabrik oder hinter der Theke zu verdingen, nicht gerade von Erfolg gekrönt. Ihre freche Schnauze verhinderte den konfliktfreien Kundenkontakt.

Sehr bekümmert sie aber die Tatsache, dass aus der Model-Karriere, um die sie sich mit 17 so intensiv bemüht hat, nichts geworden ist. Sogar Vater und Mutter wurden für das Shooting im Keller für die Fotos mit Bikini, die sie dem neugierigen Publikum präsentierte, eingespannt.

Nach dem Ausflug in die Tiefen der eigenen Biografie widmete sich die Komödiantin, die bereits mit zahlreichen Comedy-Preisen ausgezeichnet wurde, ihrem Lieblingsthema Kinder – die 46-Jährige ist selbst Mutter von zwei Söhnen. Für ihre

Kinder ist den Eltern bekanntlich nichts zu teuer und so rechnete Boes den Zuschauern vor, dass ein Kind bis zum 18. Lebensjahr 126 000 Euro kostet. Also nichts mit Kleinwagen, wie einer aus dem Publikum vermutete.

Nach der Pause legten die Künstlerin und ihre Musiker noch einen Zahn zu. Boes stellte ihre Qualitäten als Rockröhre gleich mehrmals unter Beweis. Auch als Entertainerin zeigte sie ihre Qualitäten, als sie Achim mit Frau Verena auf die Bühne bat, der sich als liebevoller Gatte erwies, der leider nur zu viel mit seiner Eisenbahn beschäftigt ist.

Nicht nur mit ihren Verkleidungskünsten und ihren Tanzeinlagen zeigten die Bandmitglieder ihre Variabilität, sondern vor allem mit ihrem variantenreichen Spiel. Und förmlich zum Ausrasten brachten sie den Saal, als sie das Kinderlied „La le lu“ in unterschiedlichem Stil interpretierten: als Reggae, Blues, Hip Hop, Oper, Techno oder Samba.

Mit einer Ode auf die deutsche Frau, die international eher das Ansehen eines Hausmütterchens genießt, leiteten Boes und Band ihren Abgang ein. Den stürmischen Applaus belohnten die Akteure mit einer unerwarteten Zugabe – einer Liebeserklärung an den Mann. Aber nicht, ohne kleine Spitzen zu verschießen.

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