Di., 12.09.2017

„Nazanins Weltenkino“ Es gibt auch Filme jenseits von Hollywood

Mit der Filmreihe „Nazanins Weltenkino“ will Nazanin Asgari (r.) das filmische Schaffen in verschiedenen Ländern in den Fokus rücken. Unterstützt wird sie dabei von Anna Heimbrock vom Bürgerzentrum Schuhfabrik.

Mit der Filmreihe „Nazanins Weltenkino“ will Nazanin Asgari (r.) das filmische Schaffen in verschiedenen Ländern in den Fokus rücken. Unterstützt wird sie dabei von Anna Heimbrock vom Bürgerzentrum Schuhfabrik. Foto: Christian Feischen

Ahlen - 

Eine neue Filmreihe zeigt in monatlichem Turnus Werke aus Ländern, die in der Wahrnehmung hierzulande vor allem mit Konflikten, Flucht und Entbehrung in Zusammenhang gebracht werden.

Der Film „The Salesman“ des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi startete vor einem halben Jahr in den bundesdeutschen Kinos und wurde kurz darauf bei den „Oscar“-Verleihungen als „bester nicht englischsprachiger Film“ prämiert. Am Freitagabend sahen ihn rund 50 Zuschauer zum Auftakt der neuen Filmreihe „ Nazanins Weltenkino“ im Saal des Bürgerzentrums Schuhfabrik.

Die in Sendenhorst lebende gebürtige Iranerin Nazanin Asgari hatte die Idee zur Veranstaltungsreihe. Sie will auf das filmische Schaffen in Ländern aufmerksam machen, die in der Wahrnehmung hierzulande vor allem mit Konflikten, Flucht und Entbehrung in Zusammenhang gebracht werden. In Kooperation mit dem „Cinema Ahlen“ werde das Büz nun im monatlichen Turnus Kinofilme unter anderem aus dem Irak oder Südafrika zeigen, kündigte die für interkulturelle Arbeit zuständige Anna Heimbrock bei ihrer Begrüßung an. Und das, wie am Freitag, bei zumeist freiem Eintritt mit der Bitte um eine solidarische Spende.

In „The Salesman“ geht es um das junge Schauspielerpaar Emad und Rana, das gezwungen ist, sich eine neue Wohnung zu suchen. Dort wird Rana im Badezimmer von einem Unbekannten überrascht. Als sich Emad dann auf die Suche nach dem Eindringling macht, verstrickt sich das Paar zunehmend in einen Konflikt aus Scham und gegenseitigen Schuldzuweisungen.

Der Einladung zur offenen Gesprächsrunde nach dem anspruchsvollen Film folgten die allermeisten Besucher. Denn Diskussionsbedarf bestand nach 125 Minuten „The Salesman“ durchaus. Nazanin Asgari und Anna Heimbrock beantworteten etwa Fragen zum Tragen des Hidschab, des Kopftuchs, wie es im Iran für Frauen vorgeschrieben ist. Das iranische Schulsystem wurde ebenso angesprochen wie die im Film thematisierte Problematik von Vergewaltigung und Selbstjustiz sowie die Tatsache, dass das Schauspielerehepaar im Film ausgerechnet bei „Tod eines Handlungsreisenden“ des amerikanischen Autors Arthur Miller auf der Bühne steht. Das Drama „Death Of A Salesman“ ist schließlich titelgebend für den Film von Asghar Farhadi. Dass US-amerikanische oder europäische Theaterstücke im Iran aufgeführt würden, sei dabei nichts Ungewöhnliches, informierte hier Nazanin Asgari.

Auch, wenn der Film mit seinem offenen Ende und manch dramaturgischer Länge – eine Wohnungsbesichtigung wird beinahe in Echtzeit gezeigt – nicht jedem Zuschauer voll und ganz zusagte: Den Besuchern von „Nazanins Weltenkino“, alters- und herkunftsmäßig bunt gemischt, gefiel die Grundidee der neuen Veranstaltungsreihe durchweg. Nämlich weitgehend unbekannte Filme jenseits massentauglicher Hollywood-Produktionen ansehen zu können und auf diese Weise Einblick in das Kulturschaffen fremder Länder zu bekommen.

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