Mi., 11.10.2017

Band aus Tönnishäuschen auf China-Tour „German Style“ bis zum letzten Song

Von wegen chinesische Zurückhaltung: Bei den Konzerten, die von der Band „The Ignition“ im Reich der Mitte absolviert werden, geht es ganz schön ausgelassen zu. Begleitet werden die Hardrocker dabei von Roadie Mücke (l.) und einem Dokumentarfilmer (nicht im Bild).Nicht jedermanns Sache: „China-Food“.Schon am Düsseldorfer Flughafen müssen die Vollblutmusiker eifrig Autogramme geben, zum Beispiel für diese Damen-Kombo.

Von wegen chinesische Zurückhaltung: Bei den Konzerten, die von der Band „The Ignition“ im Reich der Mitte absolviert werden, geht es ganz schön ausgelassen zu. Begleitet werden die Hardrocker dabei von Roadie Mücke (l.) und einem Dokumentarfilmer (nicht im Bild).Nicht jedermanns Sache: „China-Food“.Schon am Düsseldorfer Flughafen müssen die Vollblutmusiker eifrig Autogramme geben, zum Beispiel für diese Damen-Kombo. Foto: privat

Tönnishäuschen - 

Schon der erste Tag der neuntägigen Konzerttour durch China war für die Tönnishäuschener Rockband „The Ignition“ filmreif. Mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel teilten die Musiker ihre Eindrücke mit.

Von Christian Wolff

Am Düsseldorfer Flughafen beginnt die Tour ins Reich der Mitte. „Die fünfte. Ein kleines Jubiläum also“, sagt Tim Jungmann, Leadsänger der Band „Ignition“ sichtlich stolz. In Zusammenarbeit mit ihm und seinen Begleitern entstand ein Erlebnisbericht über den ersten Tag der Neun-Etappen-Konzerttour.

Gemeinsam mit Gitarrist Norbert Brinkmann setzt sich Jungmann vor wenigen Tagen in den Regionalexpress, der in die Landeshauptstadt führt. Roadie Mücke hüpft in Oelde hinauf, in Hamm steigen Schlagzeuger Thorsten Westermann und in Essen schließlich Bassist Michael Fischer in den Zug – immer im Fokus der Kamera von Max Meis, der die Tour der Tönnishäuschener Hardmetaller in einem Dokumentarfilm verarbeiten will.

Schon am Flughafen schreiben die Rocker Autogramme für eine feucht-fröhliche Damengruppe um die 50. Dann sitzen sie im Flieger. Zwischenstation: Flughafen Dubai, dann wieder Flieger. Per „Whatsapp“ und E-Mail halten die Musiker Kontakt zur „AZ“ und teilen erste Sorgen mit: „Wenn das so weitergeht, sind die Autogrammkarten schon unter die Völker gebracht, bevor wir China erreichen.“

In Peking folgt eine einstündige Fahrt durch den typischen Verkehrsinfarkt. Einchecken, Soundcheck im „Dawn-Till-Dusk-Club“ und dann mit der chinesischen Freundin Simone zum Essen. Durch enge Gassen, in denen an jeder Ecke etwas passiert und in denen Elek­troroller ständig hupen geht‘s ins Hinterzimmer eines Restaurants. „Wir kapieren die Karte nicht“, so die Meldung. Letztlich wird irgendetwas bestellt. Simone muss weiter, während die Band lautstark deutsche Trinklieder schmettert. Die chinesische Großfamilie am Tisch nebenan ist begeistert. „Dann begräbt uns die Bedienung unter einem Berg von Essen, was zugegeben köstlich ist, aber ganz Tönnishäuschen sattgemacht hätte“, schreibt Max Meis in seinen Internetblog.

Zurück im Club spielt bereits eine Experimental-Jazz-Kombo aus Norwegen. Erst um 23 Uhr soll „The Ignition“ auf die Bühne. Zuvor kommt noch eine russische Truppe dran: „Musikstil Elektropop, der Sänger eine Kreuzung aus Dieter Bohlen, Mick Jagger und Captain Jack Sparrow“, witzelt der Blogger. „Aber der Mann kocht die Bude auf.“

Und dann ist es endlich soweit: Tim, Nobby, Michi und Pidde nehmen die Bühne in Besitz und schalten um von E-Pop auf Hardrock. Auch das klappt super. Dass Sänger Tim ständig Schwindelanfälle hat, wie er später zugibt, merkt keiner. Roadie Mücke leistet ganze Arbeit, indem er die Chinesen aufmischt. Die Show erreicht ihren Höhepunkt, als Sänger Tim im „German Style“ ein Bier stürzt, um auf den letzten Song anzustimmen. Begeisterungsstürme folgen – darauf stehen die Chinesen.

Schon am Düsseldorfer Flughafen musste „The Ignition“ erste Autogrammwünsche erfüllen.

Schon am Düsseldorfer Flughafen musste „The Ignition“ erste Autogrammwünsche erfüllen. Foto: privat

Clubbesitzer „69“ – auf der linken Hand eine 6, auf der rechten eine 9 tätowiert – lädt die Deutschen zu einer Gruppe von Einheimischen ein. Der Mann erinnert stark an „Mr. Chao“ aus dem Film „Hangover“ und bekennt: „We met three years ago in Beijing and are friends ever since.“ In der Gruppe von „69“ feiert ein Achtjähriger Geburtstag und gibt den „Ignition“-Mitgliedern und ihren Begleitern etwas von seiner Torte ab. Dann schmettert sein Vater mongolische Lieder und eine Frau namens Unna zeigt wilde Dancemoves.

Morgens um 3 Uhr im Hotel ist noch nicht Schluss. Norbert Brinkmann beschreibt‘s im Nachhinein für die „AZ“ so: „Als wir in die Lobby traten, schreckten überall Chinesen in Uniform aus den Schlaf – ist schließlich rund um die Uhr besetzt, der Laden.“

Im Innenhof treffen die noch völlig unter Strom stehenden Rocker auf drei teetrinkende Männer, die auch schon bei „69“s Afterparty dabei waren. „Wir konnten zwar nicht mit ihnen reden, setzten uns aber trotzdem dazu“, so Brinkmann. Nach und nach bringen die Typen Trockenfleisch, Trockenfisch, ein Hähnchen und anderes nicht identifizierbares Zeug. Zum Schluss noch Dosenbier von – Achtung – Köstritzer, Bitburger und Feldschlösschen. Um 4 Uhr heißt es „Licht aus“.

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Dann begräbt uns die Bedienung unter einem Berg von Essen, was ganz Tönnishäuschen sattgemacht hätte.

Max Meis

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